Der Lebenslauf

Der Lebenslauf – Ein ganzes Leben auf zwei Seiten

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„Lebenslauf“ – Wer läuft hier um sein Leben? Foto: Verena N. pixelio

Ein guter Blickwinkel bei der Erstellung des Lebenslaufs ist der des Empfängers, also des Personalreferenten, der die Unterlagen prüft. Sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen ist übrigens auch sonst anzuraten, z. B. beim Vorstellungsgespräch. Gerade auch, wenn sie sich initiativ bewerben, gilt: Der Referent hat ihre Bewerbung nicht konkret erwartet, will also überzeugt werden.

Folgerichtig kann man sich bereits eine ganze Menge Gedanken machen, bevor inhaltlich auch nur die erste Silbe geschrieben ist. Die ganze Form der Bewerbung soll nämlich bereits ansprechend sein.

  • Übersichtlichkeit ist ein Muss…
  • Eine gewisse Stilsicherheit im „Design“ hilfreich…
  • Auch das Bewerbungsphoto sollte professionell sein, nach Möglichkeit vom Photostudio.

Wozu der Aufwand, wo es doch auf die Inhalte ankommen sollte? Hier hilft wieder der Blick durch die Brille des Empfängers. Wenn dieser an professionelle Initiativbewerbungen gewohnt ist, so steht alles, was im Niveau weniger ansprechend ist, im Verdacht, von wenig Motivation begleitet zu sein. Der Lebenslauf und überhaupt die ganze Bewerbung gilt auch als eine erste Arbeitsprobe.

Aber auch inhaltlich gibt es Stilistisches zu beachten. So bietet sich Lesefreundlichkeit dringend an. Zu diesem Zweck soll der Lebenslauf (oder CV) insgesamt übersichtlich, d. h. in Blöcken aufgebaut werden. Steht der Bewerber am Beginn seiner Laufbahn, wird zumeist ein chronologischer Aufbau empfohlen. Wenn bereits Berufserfahrung in signifikantem Umfang vorliegt, werden die Stationen eher rückwärts aufgelistet. Eine zu kleine oder zu dicht gedrängte Schrift ist der Lesefreundlichkeit genauso abträglich wie ein verschnörkelter Schrifttyp. Auch für die Formulierungen des Lebenslaufs ist ein sachlicher, knapper Stil anzuraten – blumige oder bemüht wirkende intellektuelle Formulierungen behindern den Lesefluss und wirken im Zweifel eher unsympathisch.

Inhalte, Inhalte, Inhalte…

  • Allgemein wird ein Umfang von zwei Seiten empfohlen, wobei eine größere Berufserfahrung bei einer Bewerbung auch mal drei Seiten rechtfertigt. Es ist jedoch darauf zu achten, dass der Lebenslauf dann auch ohne “Füllmaterial” auskommt. Ergänzen sich Anschreiben und Lebenslauf? Diese beiden Bewerbungsdokumente sollten einander nicht nur nicht widersprechen, vielmehr sollten auch Dopplungen so weit als möglich vermieden werden. Während der Lebenslauf (oder CV) nur dann von Hand geschrieben wird, wenn dies ausdrücklich verlangt wird, ist die Unterschrift üblicherweise handschriftlich zu leisten. Onlinebewerbung: Wird die Bewerbung via E-Mail versendet, so kann die Unterschrift eingescannt und entsprechend eingefügt werden. Man kommt bei online-Bewerbungen jedoch auch ohne aus.
  • Ob Initiativbewerbung oder Bewerbung auf eine Ausschreibung: Inhaltlich fällt der Bewerber freilich durch die mehr oder minder beeindruckenden Stationen seines Lebenslaufs auf. Wenn es dem Bewerber jedoch gelingt, den Eindruck eines Unikats, d. h. eines auf die Firma zugeschnittenen Lebenslaufs zu hinterlassen, so hat er selbstverständlich einen Vorteil gegenüber denjenigen Bewerbern, deren CV nach „Massenmail“ aussieht. Zum Vorstellungsgespräch wird eingeladen, wer positiv auffällt.
  • Immerhin ist gerade die Initiativbewerbung immer im Verdacht, breit gestreut zu sein. Doch wie können in einer Bewerbung konkret das eigene Profil und das der Firma übereinander gelegt werden? Dies gelingt z. B., indem geschickte Bezugnahmen auf Unternehmensspezifika hergestellt werden. Auch wohlwollende Übereinstimmungen zwischen der Firmenphilosophie und eigenen Ansichten können hervorgehoben werden („Die Firma ist ja sooo bemüht, umweltschonend herzustellen und auch mir ist die Umwelt im Rahmen eines Ehrenamtes viel Mühe wert…“)
  • Weist der “Curriculum Vitae” etwa Lücken auf? Wessen Lebenslauf tut das nicht. Man tut jedoch gut daran, mit Leerlaufzeiten offensiv umzugehen. Auf keinen Fall dürfen Lücken unkommentiert gelassen werden. Kurze Zeiträume können leicht als Stellensuche ausgewiesen werden. Können längere Lücken glaubhaft als Weiterbildungszeiten deklariert werden,  etwa als Sprachaufenthalte im Ausland?
  • Nicht ganz ohne Fallstricke ist der Bereich Hobbys / Interessen. Die vielen unterschiedlichen und sich teilweise widersprechen Ratschläge die auf diesem Feld gegeben werden, machen die Ratlosigkeit deutlich. Einige Aspekte können jedoch grundlegend bedacht werden. So sind Ehrenämter in aller Regel ein Plus und werden insbesondere bei Bewerbungen von Absolventen gerne gesehen. Aus der Perspektive des Personalverantwortlichen, der die Daten eventuell mit dem virtuellen Bild des Bewerbers via Facebook, Xing & Co. abgleicht, darf dabei kein Widerspruch entstehen. Wenn im Lebenslauf des Bewerbers drei Monate vor der Bewerbung plötzlich ein Ehrenamt auftaucht, so hätte man sich den Platz getrost sparen können – hier fehlt es an Glaubwürdigkeit.
  • Schätzen sie ihre Sprachkenntnisse zutreffend ein und verwenden sie die Abstufung „Grundkenntnisse / fließend in Wort und Schrift / Muttersprache“. Doch Vorsicht: Wer ausgezeichnete Französischkenntnisse angibt, könnte im Bewerbungsgespräch auf jemanden treffen, der wirklich ausgezeichnete Französischkenntnisse besitzt und die ihren testen möchte. Dann dürfte das Vorstellungsgespräch gelaufen sein und die schönste Bewerbung war umsonst!

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