Biografie – Elias Canetti

Kurzbiografie – Elias Canetti: Die Diva unter den Literaturnobelpreisträgern.

Elias Canetti Biografie
Dutch National Archives, The Hague, Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANEFO), 1945-1989

Elias Canetti war einer der wichtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und neben zahlreichen weiteren Preisen auch Träger des Literaturnobelpreises 1981.

Als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie verbrachte er seine Jugend dreisprachig in Bulgarien, Großbritannien und Österreich. 1916 zog die Familie in die neutrale Schweiz – der Vater war bereits 1912 verstorben – um der österreichischen Kriegsbegeisterung zu entgehen. Nach Deutschland zog Canetti 1921, wo er zwei Jahre später sein Abitur in Frankfurt am Main machte. 1924 kehrte er nach Wien zurück, wo er später seine Frau Veza heiratete.

1938, nach dem Anschluss Österreichs an das deutsche Naziregime, emigrierte das Ehepaar nach London. Canetti blieb auch nach dem Krieg in England und erwarb die britische Staatsbürgerschaft. Zuletzt lebte Canetti in der Schweiz (Zürich), wo er 1994 auch verstarb.

Elias Canetti gehört zu den vielseitigsten Schriftstellern überhaupt. So veröffentlichte er Romane, Dramen, Essays, Reiseberichte, soziologische (oder vielleicht vielmehr: interdisziplinäre) Schriften, und eine Autobiografie. Es versteht sich von selbst, dass längst nicht jede Schrift zum Bestseller avancierte. Sein großes schriftstellerisches Thema neben der „Macht“, welches sich bei aller Heterogenität der Genres doch durch seine Schriften insgesamt zog, war die Frage nach den Auswirkungen, die es für das Leben der Menschen hat, wenn diese sich ihrer Sterblichkeit bewußt sind.

Die Persönlichkeit Canettis ist ebenfalls vielschichtig, wenn man seiner Autobiografie und den Aussagen seiner Zeitgenossen trauen darf. Demnach war der Schriftsteller einerseits ein nachdenklicher und belesener Bücherfreund, der aus seinem Bücherwissen Rat und Erkenntnis schöpfte, dies sowohl für sich als auch für seine Freunde und Gäste. Andererseits galt er im persönlichen Umgang als selbstverliebter, exzentrischer und sogar jähzorniger Egoist.

Bei allem Erfolg der späten Jahre – Literaturnobelpreis inklusive – fand Canetti doch erst relativ spät Aufmerksamkeit. In seiner Autobiografie schildert Canetti, der nie einen anderen Beruf ausgeübt hat, dementsprechend seine Unsicherheit und Zukunftsangst, die ihn in den mittleren Jahren, zwischen Jugend und dem später eingetretenen Erfolg, begleitete. Der Erfolg beim Fachpublikum ist das eine  – ein Erfolg bei der lesenden Bevölkerung hätte sich bei ein oder zwei Bestsellern in bare Münze ausgezahlt. Seinen Nobelpreis erhielt er insbesondere für den Roman „Die Blendung“ – was ihn nicht davon abhielt, sich von diesem im Alter zu distanzieren.

Canettis Bücher, die man gelesen haben sollte

 

 

 

 

 

Rahmendaten

Geboren am 25. Juli 1905

Geboren in Russe, Bulgarien

Gestorben am 14. August 1994 in Zürich
 

Zitate, die Canetti zugesprochen werden

„Man mag drei- oder viertausend Menschen gekannt haben, man spricht aber immer nur von sechs oder sieben.“

„Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst – aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist.“

„Die Vorstellung, dass einem das Leben geschenkt worden ist, erscheint mir ungeheuerlich.“


Autor: Beste Bücher

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