Biografie – François-René de Chateaubriand

Biografie – François-René de Chateaubriand: Victor Hugos adeliges Idol

François-René, Vicomte de Chateaubriand war einer der wichtigsten französischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Er war einer der Mitbegründer der literarischen Romantik in Frankreich.

Chateaubriand war das jüngste von 10 Kindern einer Familie des französischen Landadels. Sein Vater legte ihm eine militärische Laufbahn nahe, seine Mutter eine kirchliche. 1786 folgte er zunächst der väterlichen Empfehlung und wurde Leutnant in einem Bataillon nahe der Hauptstadt. Dort verkehrte er bald in den ersten Kreisen und wurde schriftstellerisch das erste Mal aktiv.

1791 reiste er auf den amerikanischen Kontinent und erkundete während seiner neun Monate währenden Reise insbesondere die ehemaligen französischen Gebiete in den Südstaaten. Ein Jahr später heiratete Chateaubriand, begab sich jedoch schon kurz darauf freiwillig in kriegerische Auseinandersetzungen Österreichs und Preußens gegen das inzwischen von der Revolution umgestaltete Frankreich. Das Ziel Chateaubriands uns seiner Gleichgesinnten bestand in der Reinthronisierung König Ludwig des XVI.

Da letzterer jedoch nicht wieder als König eingesetzt sondern im Gegenteil der Guillotine zum Opfer viel, verloren Chateaubriand und die Seinigen. 1793 wurde er verwundet und siedelte zur Genesung nach London über. Hier lebte er nun wenig standesgemäß als Französischlehrer und Übersetzer. Zugleich fand er in dieser Umgebung jedoch Ruhe und Muße zum Schreiben. Zunächst schrieb er zwei Bücher über seinen Amerikaaufenthalt, die er jedoch erst Jahre später veröffentlichte. Er nutzte die Literatur auch, um seine persönliche Betroffenheit angesichts des Heimat- und Statusverlustes sowie der vielen toten Verwandten und Freunde aus seinem Stand zu artikulieren.

Kurz vor der Jahrhundertwende wandte Chateaubriand sich dem Glauben zu – viele meinen: au Kalkül -, und schrieb das Werk, für das er bis heute die meiste Kritik einstreicht: „Le Génie du Christianisme“ (dt. „Der Geist des Christentums“). In diesem schreibt er einigermaßen unreflektiert und verklärend über die ethischen Aspekte des Katholizismus. Zugleich ist es als früher „Bestseller“ eines seiner bekanntesten und meistgelesenen Werke jenes, welches mit zur Entstehung der literarischen Romantik im Land beitrug. Die Rehabilitierung des Christentums in Fankreich zu jener Zeit wird mitunter maßgeblich auf dieses Buch zurückgeführt. Tatsächlich war wohl eher entscheidend, dass Napoleon selbst die Restauration der Kirche guthieß und förderte.

Im Jahre 1800 kehrte Chateaubriand nach Frankreich zurück und bemühte sich um eine Karriere im Staatswesen. Erst 1804 dämmerte ihm, dass er mal mit seiner Frau unter einem gemeinsamen Dach leben könnte, die er 1792 geheiratet hatte. Nach 12 Jahren des getrennten Lebens war die Ehe dann jedoch nicht mehr so harmonisch, wie er sich möglicherweise erhofft hatte. Verschiedene Liebschaften die er nebenbei unterhielt, trugen das ihrige zum ehelichen Klima bei.

Zwei Jahre später unternahm der Schriftsteller abermals eine ausgedehnte Reise, diesmal durch Südeuropa, Palästina und Nordafrika. In Jerusalem wurde er 1806 quasi nebenbei zum Ritter vom Heiligen Grab ernannt. 1811 wurde er zum Mitglied der bis heute hoch angesehenen Académie française gewählt. Auch die bayrische Akademie der Wissenschaften trug ihm später, 1830, die Ehrenmitgliedschaft an. 1842 wurde er ferner in den deutschen Orden „Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste“ aufgenommen.

Seine eigentliche politische Karriere nahm an Fahrt erst wieder auf, als Napoleon gestürzt und Louis der XVIII auf dem Thron saß. Er wurde in den Rang eines Pair de France gehoben und war damit Mitglied des Oberhauses. Ferner durfte er als Diplomat in verschiedenen Funktionen in Schweden, Italien, Deutschland und England dienen. Eine kurzzeitige Betrauung mit dem Amt des Außenministers blieb nur eine Episode. Literaturgeschichtlich ist die politische Phase Chateaubriands unerfreulich, da er in dieser Periode – wohl aus Zeitmangel – fast nichts zu Papier brachte.

Schon zu Lebzeiten wurde Chateaubriand als Autor überaus geschätzt. Von Victor Hugo ist die Aussage überliefert: „Ich möchte Chateaubriand werden oder nichts“. Chateaubriand starb im Juli 1848 in Paris. Sein Grabmal trägt seinem Wunsch gemäß keine Inschrift.

Rahmendaten: 

Geboren am 4. September 1768

Geboren in Saint-Malo

Gestorben am 4. Juli 1848 in Paris

Chateaubriands Bestseller, die man gelesen haben sollte:

 

 

 

 

 

 

Zitate, die Chateaubriand zugeschrieben werden:

„Ein Irrtum, der von Regierungen oft genährt wird, ist der, daß sie ihre Kraft zu mehren glauben, indem sie ihre Gewalt erweitern: eine zu schwere Rüstung macht den, der sie trägt, unbehilflich.“

„Nicht derjenige zeigt sich als origineller Schriftsteller, welcher niemanden nachahmt, sondern derjenige ist es, welchen niemand nachzuahmen vermag.“


Autor: Beste Bücher

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