Biografie – Roald Dahl

Biografie – Roald Dahl: Charlies Schokoladenfabrik und Antisemitismus

Roald_Dahl_BiografieRoald Dahl war ein norwegisch-walisischer Autor und der Schöpfer von „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Seine Markenzeichen sind der subtile, schwarze Humor und die unerwarteten Ausgänge seiner Geschichten. Die Times wählte ihn unter die 50 wichtigsten britischen Schriftsteller seit 1945.

Geboren in Süd-Wales als eines von vier Kindern des norwegischstämmigen Ehepaares Harald und Sofie Dahl wurde der Junge mit dem ungewöhnlichen Vornamen nach dem Arktisforscher Roald Amundsen benannt. Dahl besuchte zunächst eine öffentliche Schule, wechselte aber nach einem Zwischenfall mit dem Schulleiter nacheinander auf zwei Internate. Deren Besuch behagte dem jungen Dahl nicht, wie er später berichtete. Sozial war er jedoch gut integriert und nahm an verschiedenen sportlichen Aktivitäten teil.

Künstlerisch wandte sich der spätere Bestsellerautor zunächst der Photografie zu und gewann hier im jugendlichen Alter sogar erste Preise. Seine Abenteuerlust bewog Roald Dahl dazu, nach der Schule nicht die Universität zu besuchen, sondern eine Ausbildung bei einem internationalen Konzern (Shell Oil), der ihm eine eine „Expatriate“-Stelle im Ausland zuweisen konnte. Shell versetzte ihn nach Ende der Ausbildung nach Dar es Salaam, der größten Stadt Tansanias, wo er im Gegensatz zur überwiegend armen Bevölkerung die luxeriösen Anlagen des Öl-Konzerns genoß. Der intelligente Schriftsteller lernte die Landessprache Suaheli in kurzer Zeit und reiste dann ins Landesinnere. In Tansania machte Dahl auch erste Erfahrungen auf schriftstellerischem Gebiet, als er eine Begebenheit mit einem Löwen schilderte, die dann in einer Zeitung veröffentlicht wurde.

Im August 1939 wurden im Angesicht des Zweiten Weltkrieges alle in der Stadt lebenden Briten kurzerhand zu Offizieren ernannt, so dass Roald Dahl kurzzeitig eine einheimische Einheit afrikanischer Soldaten („Askaris“) führte. Doch schon im November trat er der Air Force, also den Luftstreitkräften bei und wurde in Kenias Hauptstadt Nairobi in sechs Monaten zum Piloten ausgebildet. Bereits auf einem seiner ersten Flüge, der der Überführung zum eigentlichen Einsatzort diente, ging Dahl wegen einer Fehlinformation der Treibstoff auf und er musste notlanden. Dahl überlebte die Notlandung nur knapp und mit schweren Verletzungen. Das er über der lybischen Wüste von Feinden abgeschossen wurde ist jedoch eine von Dahl in die Welt gesetzte Legende, die sich hartnäckig hält. Sogar Amazon berichtet auf seiner deutschen Autorenseite, der Bestseller-Autor sei abgeschossen worden.

Die nächsten fünf Monate verbrachte er zur Genesung in einem Armeekrankenhaus in Alexandria, Ägypten. Obwohl er danach noch einige Zeit flog, musste er bald aufgrund seiner Kopfverletzungen aus dem Dienst genommen werden. Da er danach noch für den britischen Geheimdienst tätig wurde, unter anderem in den USA, bekleidete er am Ende des Krieges den Rang des Wing Commanders.

Künstlerisch gehört Roald Dahl zu den großen Kinderbuchautoren des 20. Jahrhunderts. „Der fantastische Mr. Fox“ und „Charlie und die Schokoladenfabrik“ gehören zu den ewigen Bestsellern des Genres. Seine Werke wurden mindestens vier Mal verfilmt und stehen heute in verschiedenen Varianten, etwa als eBooks und als Hörspiele zur Verfügung. Dahl war auch nicht zu uneitel, gleich zwei Autobiografien zu verfassen. Daneben schrieb der Schriftsteller, der Chalres Dickens und Willian Thackeray als Vorbilder nannte, gerne makabre Kurzgeschichten, die sich allerdings weniger für Kinder eignen. Alles in allem schrieb er ca. 60 dieser „shortstories“, von denen eine, „The Smoker“ in einer Episode von Hitchcocks „Presents“ verfilmt wurde.

Dahl war nach einem Zeitungsinterview auch internationaler Kritik ausgesetzt. Er äußerte anlässlich des israelischen Libanonfeldzuges: „Es gibt eine Eigenart im jüdischen Charakter, der Animosität provoziert. Ich meine damit, es gibt immer einen Grund, warum Anti-Irgendwas entsteht; sogar ein Stinker wie Hitler hackte nicht ohne Grund auf ihnen herum.“ Mit anderen Worten: Wären die Juden nicht wie sie wären, dann hätte es auch keine Feindseligkeit von Seiten Hitlers gegeben und die Juden sind selbst schuld.

Zwar äußerten später Dahl wohlgesinnte Stimmen, er könne das „nicht so gemeint“ haben, doch kommt sein Antisemitismus – dazu in Verbindung mit einer gehässigen Anspielung auf den Holocaust – in derlei Äußerungen so deutlich zu Vorschein, dass sich sein Ruf bis heute zurecht nicht davon erholt hat.

Roald Dahl starb 1990 in Buckinghamshire an den Folgen der Leukemie.

Rahmendaten:

Geboren am 13. Septmber 1916

Geboren in Cardiff, Wales

Gestorben am 23. November 1990, bei Buckinghamshire

Dahls Bücher, die man kennen muss:

 

 

 

 

 

Zitate, die Dahl zugeschrieben werden:

„Heutzutage erreicht man jeden Ort der Welt in wenige Stunden und nichts ist mehr fabelhaft“

„Man ist ein Dummkopf, wenn man Schriftsteller wird. Die einzige Gegenleistung ist die absolute Freiheit“


Autor: Beste Bücher

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