Biografie – Samuel Johnson

Biografie – Samuel Johnson: Ein Studienabbrecher wird zum wichtigsten Gelehrten seines Landes

Samuel_JohnsonSamuel Johnson war ein in Großbritannien bis heute weithin bekannter Schriftsteller und Intellektueller des 18. Jahrhunderts. Er gehört nach wie vor zu den meistzitierten britischen Autoren.

Johnson kam in Lichfield, Staffordshire zur Welt und besuchte dort die Schule. Er studierte später zunächst in Oxford, musste jedoch aus finanziellen Gründen sein Studium zugunsten einer bezahlten Stelle als Lehrer aufgeben. In dieser Funktion wirkte er nicht lange, sondern betätigte sich schon gleich zu Beginn seiner Laufbahn als Schriftsteller und Übersetzer. Von der Universität Oxford wurde ihm jedoch später, wie auch von der Universität Dublin, die Ehrendoktorwürde zugesprochen.

Im Juli 1735 heiratete Samuel Johnson Elizabeth J. Porter, die Witwe seines Freundes Harry Porter. Mit dem Geld, dass seine Frau in die Ehe einbrachte, gründete er in Birmingham eine sog. „Zöglingsanstalt“. Die Witwe brachte zudem drei Kinder mit in die Ehe. Das Unternehmen scheiterte jedoch, ebenso wie sein nächster Versuch, die Etablierung seines Trauerspiels „Irene“ auf Londoner Bühnen.

Johnson, der politisch den Torys nahestand, begann nun, als Parlamentsberichterstatter für das „Gentleman’s Magazine“ zu schreiben. Mit einigen Gedichten, die er Ende der Dreißigerjahre des 18. Jahrhunderts schrieb, gelangte er erstmals zu einiger Bekanntheit. Dabei galt er auch als Exzentriker. Dies rührte daher, dass er verschiedene – damals unerklärliche – nervöse Ticks auslebte, derentwegen man heute nachträglich das „Tourette-Syndrom“ diagnostiziert. Marotten, die man dem Gelehrten gerne verzieh.

In den Jahren zwischen 1747 und 1755 schrieb der Autor das Werk, für das er damals wie heute am bekanntesten ist: Das altehrwürdige „Dictionary of the English Language“. Das Werk war sofort ein Erfolg und wurde in weiteren Auflagen verlegt.

Das besondere im Vergleich zu den bis dahin gebräuchlichen Wörterbüchern bestand insbesondere darin, dass Johnson den gesamten Sprachschatz erfasste und nicht nur die Fremdwörter. Johnson verwendete außerdem Beispiele zur Veranschaulichung und orientierte sich sprachlich an maßgeblichen englischen Autoren wie Shakespeare und Milton. Dadurch hatten Wörterbücher das erste Mal das Potenzial, auch stilbildend zu wirken, bzw. in Stilfragen dezidiert zu Rate gezogen zu werden. Weniger modern war offenbar sein Rollenverständnis (Siehe Zitate). Für das Ehepaar Johnson gestaltete sich die neun Jahre andauernde Arbeit am „Dictionary“ als Belastung. Johnson hatte Assistenten und Botengänger eingestellt, die Lärm und Aufregung im Haus verbreiteten. Auch war der Gelehrte stets von hunderten Büchern umgeben, die er an verschiedenen Stellen einfließen ließ.

Seinen ersten Roman „History of Rasselas, Prine of Abyssinia“ veröffentlichte Johnson 1759. Er galt nun, seiner nicht abgeschlossenen universitären Ausbildung zum Trotz, im ganzen Land als ausgewieser Gelehrter. Mit seiner Shakespeare-Interpretation setzte er Maßstäbe für die Literaturkritik, die bis heute gelten. Drei Jahre später wurde ihm von staatlicher Seite eine Pension in Höhe von 300 Pfund Sterling zugewiesen, die ihm ein hinreichendes Grundeinkommen sicherte. Damit wurde Johnson aus der Verlegenheit geholfen, da er zuvor verschiedentlich mit Geldproblemen zu kämpfen hatte und bei einer Gelegenheit sogar wegen einer ausstehenden Schuld von ca. 5 Pfund Sterling zeitweise unter Arrest stand.

Samuel Johnson, der später üblicherweise nur „Dr. Johnson“ genannt wurde, erhielt sich seine Produktivität bis ins hohe Alter. So schrieb er noch in seinem 70. Lebensjahr Biografien von englischen Dichtern, auch wenn diese nicht gerade zu Bestsellern avancierten. Auch förderte er junge Literaten bis zum Schluss. Johnsons Werke sind heute teilweise als Hörbücher und auch als kostenlose eBooks erhältlich.

Zwei der wichtigsten englischen Clubs, der Literary Club von 1764 und der Evening Club von 1783 gehen auf eine Initiative von Johnson zurück. Zu einiger Berühmtheit kam auch Hodge, die Katze des Gelehrten. Der Kater taucht in J. Boswells Johnson-Biografie auf, auch Vladimir Nabokov, Percival Stockdale und später der Jugendbuchautor Charlie Fletcher erwähnen das Tier.

Samuel Johnson, der eine „robuste“ Figur hatte, kämpfte zuletzt mit einer Reihe von Krankheiten und starb 1784 in London. Er wurde in Westminster Abbey bestattet.

Rahmendaten:

Geboren am 7. September 1709 (Nach dem damals gebräuchlichen Julianischen Kalender)

Geboren in London, Lichfield, Staffordshire, England

Gestorben am 13. Dezember 1784 in London, England

Bücher S. Johnsons, die man gelesen haben sollte:

 

 

 

 

 

 

Zitate, die Samuel Johnson zugeschrieben werden:

„Eine Frau, die versucht zu predigen, ist wie ein Hund, der versucht, auf den Hinterbeinen zu laufen. Es klappt nicht gut, aber man ist überrascht, dass es überhaupt funktioniert.“

„Wer sich zum Tier macht, befreit sich vom Leid, ein Mensch zu sein

„Patriotismus ist die letzte Zuflucht des Halunkens.“


Autor: Beste Bücher

 

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