Mehr als die Hälfte aller eBooks wird illegal heruntergeladen

Autor: Beste Bücher

„Kostenlose eBooks“ ist einer der ganz großen Suchbegriffe im Internet und das ist auch o.k. – schließlich gibt es attraktive legale Angebote, bei denen insbesondere Klassiker mit abgelaufenem Copyright gratis an die Leser weitergegeben werden.

eBooks_AuswahlErstaunlich ist jedoch die Entwicklung, dass insbesondere illegale Downloadserver angesteuert werden. Piratenseiten mit Adressen in der Südsee haben Millionen registrierte Nutzer – allein aus Deutschland. Experten schätzen, dass die Zahl der illegalen Downloads jene der legal verkauften eBooks deutlich übersteigt.

Wie kann das sein, fragt man sich unwillkürlich. Sind wir – zugespitzt gesprochen – ein Volk von Dieben, sobald man uns nicht auf die Finger sieht? Ganz so schrecklich ist es nicht, denn es gibt schon relativierende Faktoren. Zum einen fühlt sich ein Download eben nicht genauso nach „Diebstahl“ an, wie der selbe Vorgang im Laden: Wo man das Buch dann schon aktiv unter den Pullover stecken muss. Zum anderen ist klar, dass die riesige Zahl gestohlener eBooks nicht gekauft worden wäre, wenn es das Angebot nur kostenpflichtig gegeben hätte. Schließlich kann man auch mal zum testweise Lesen etwas runterladen – gelöscht ist es dann schnell wieder.

Einnahmenverlust bis zu 1/3 des Umsatzes

Wie hoch der tatsächliche Einnahmenverlust bei den eBooks tatsächlich ist, kann deshalb nur grob geschätzt werden. Trotzdem gehen Experten – ausgehend von bis zu 30 % Umsatzrückgang bei den Topsellern unter den digitalen Büchern – schon von bis zu einem Drittel der Umsätze aus.

Beste_ebooksAlso alles nicht so schlimm? Nein – verharmlost werden soll der illegale eBook-download nicht. Wir alle sollten uns kritisch damit auseinandersetzen und uns dann entscheiden, wie wir als Einzelpersonen mit dem Phänomen umgehen. Folgende Argumente sind maßgeblich:

– Wenn ich ein eBook illegal downloade, geht dem Autor die Einnahme verloren. Ich gehe also davon aus, dass es o.k. ist, wenn ein Mensch mir seine Arbeitskraft, seine Zeit und seine Kunstfertigkeit umsonst zur Verfügung stellt.

– Wenn ich ein eBook illegal downloade, gehen dem Verlag die Einnahme verloren. Nun gibt es nicht immer einen Verlag (bei Bestsellern zumeist schon) aber eine Infrastruktur mit Cover-Gestaltern, Korrekturlesern etc. gibt es im Zweifelsfall.

– Wenn ich ein eBook illegal downloade, vermehre ich das Vermögen von irgendwelchen schmierigen Typen, die nicht in der Lage sind, selbst Mehrwert herzustellen und deshalb den Fleiß und das Können anderer ausbeuten.

Das beste Argument zum Schluss

Bestseller_Palmen_eBookUnd jetzt kommt noch ein sehr altes, sehr berühmtes, sehr gewichtiges Argument. Ein Argument, dass letztlich im Kreis führt und wieder auf uns zurück fällt: Wir alle kennen noch aus der Schule den Kant’schen Grundsatz des kategorischen Imperativs, der in einem Satz zusammegefasst so formuliert werden kann: „Überlege Dir, ob Deine persönliche Handlung auch noch Sinn macht, wenn sie von der Allgemeinheit übernommen wird“.

Also: Wenn ich persönlich ein eBook stehle, kann ich das vielleicht noch irgendwie rechtfertigen. „Vielleicht kaufe ich es ja noch als Papierbuch, wenn es mir gefällt“, mag man sich sagen, oder: „Ich hätte es sonst sowieso nicht gekauft – es ist also dem Autor kein Verlust entstanden“. Doch was wäre wenn jeder so handelt, meine Handlung also von der Allgemeinheit übernommen wird? Dann würden einfach keine aktuellen Bücher mehr als eBooks angeboten – so einfach ist das.

Fazit: Lasst uns das Geld für eBooks ausgeben. Autoren und Verlage haben es sich verdient, entlohnt zu werden und letztlich schadet es uns langfristig allen, wenn wir dieses Geschäftsmodell torpedieren.

Zum Weiterlesen: Kostenlose eBooks

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Ein Gedanke zu „Mehr als die Hälfte aller eBooks wird illegal heruntergeladen“

  1. Der illegale eBook-download muss wie jeder andere Diebstahl verfolgt und bestraft werden. Die Verlage könnten allerdings durch günstigere Preise dem ein Stück weit begegnen. Bei eBooks wird kein Papier benötigt, Druckkosten entfallen, teure Lagerhaltung entfällt und es gibt keinen Versand. Wenn eBooks nur 50% vom Preis eines herkömmlichen Buches kosten würden käme das dem tatsächlichen Gegenwert doch erheblich näher.

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