Leanna Renee Hieber – „Darker Still“

Rezension von Lisa

…Die Verhältnisse werden bald dunkler… des sei denn… ja, des sei denn ich kann ihn befreien…

Inhalt und Rezension

Charmante Lektüre für Zwischendurch 😉

Obwohl ich ein absoluter Fan von historischer Fantasy bin, waren meine Erwartungen an „Darker Still“ nicht allzu hoch. In letzter Zeit habe ich leider so viele schlechte bzw. nur mittelmäßige Jugendbücher gelesen, dass ich inzwischen mit dem Schlimmsten reche. *g* Oft bewahrheiten sich die Befürchtungen ja auch, doch manchmal wird man positiv überrascht. „Darker Still“ ist eine schöne, romantische, elegante, leicht gruselige Erzählung und nicht zuletzt eine Hommage an das viktorianische Zeitalter und die damalige Literatur.

Die Geschichte beginnt mit dem Fund eines außergewöhnlichen und geheimisumwobenen Portraits. Darauf zu sehen ist der junge Lord Denbury, der unter mysteriösen Umständen den Tod fand. Doch etwas ist seltsam an dem Bild… es scheint nämlich viel zu echt und lebensnah, um gemalt zu sein!

Als Natalie das Portrait zum ersten Mal erblickt, fühlt sie sich auf unerklärliche Weise zu dem jungen Mann hingezogen. Bald darauf erfährt sie die Wahrheit: Lord Denbury ist niemals gestorben, sondern wurde von einem Dämon in ein Gemälde gebannt, dass er nun nicht mehr verlassen kann. Nur wenn Natalie und Denbury zusammenarbeiten, lässt sich der Fluch umkehren… Die Idee an sich finde ich ja schon sehr genial und erfrischend! Nach den ganzen Vampir, Werwolf und Engel Romanen habe ich so etwas dringend gebraucht. Vielen, vielen Dank! 😉 Und auch sonst gefällt mir das Buch wirklich gut.

Natalie ist eine starke, hübsche und intelligente junge Frau, die mit den Sitten ihrer Zeit zu kämpfen hat. Weil sie durch ein Trauma ihre Stimme verlor, wird sie von den anderen oftmals nur als „Behinderte“, nicht aber als eine eigenständige Person wahrgenommen. Umso mutiger und bewundernswerter ist es da, dass Natalie sich nicht mit dieser Rolle abfindet, die gesellschaftlichen Ideale hinterfragt und am Ende ihren eigenen Weg geht. Eine schöne Botschaft, die die sich ohne große Probleme auch auf die heutige Zeit übertragen lässt! 🙂
Die Beziehung zwischen Natalie und Denbury ist ist wiederum recht klischeehaft; Leanna Renee Hieber schildert sie allerdings auf so charmante und warmherzige Weise, dass es gar nicht weiter ins Gewicht fällt. Man freut sich einfach mit den Charakteren und wünscht ihnen das Beste. 🙂

„Darker Still“ ist übrigens nicht der Gothik-Roman den Leanna Renee Hiebergeschrieben hat, (was nur von Vorteil ist). Die Autorin weiß, wovon sie schreibt und bringt die Atmosphäre und den Zeitgeist der viktorianischen Epoche perfekt herüber. Nachdem Das Mädchen mit dem Stahlkorsett von Kady Cross. (ein ebenfalls im 19. Jahrhundert angesiedelter YA Roman, allerdings mit dem Schwerpunkt Steampunk) und Gemmas Visionen von Libba Bray beide eine herbe Enttäuschung für mich waren, habe ich nun endlich einen guten Roman im Gothik/History Genre gefunden! Darker Still steckt voller kleiner Feinheiten und ist eine Hommage an die Klassiker jener Zeit wie zB. Das Bildnis des Dorian Gray oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde. So macht historische Fantasy Spaß!

Darker_StillDen Schreibstil der Autorin empfand ich ebenfalls als sehr angenehm.Leanna Renee Hieber kommt ohne wortgewaltige, pathetische, um „Aufmerksamkeit heischende“ Formulierungen aus, sondern schildert Natalies Geschichte mit eleganten, beinahe unauffälligen Worten. „Unauffällig“ ist hierbei negativ gemeint! Ich will damit nur ausdrücken, dassHiebers Stil fließend und mühelos wirkt, perfekt zur geschichtlichen Epoche passt und den Lesefluss nicht im mindesten stört. Es gibt genügend Romane deren Schreibstil/Handlung/Charaktere anstrengend, ablenkend und ärgerlich sind. *g* Da freut man sich, wenn man zur Abwechslung mal auf ein unkompliziertes, ausgeglichenes Buch wie „Darker Still“ trifft.

Und obwohl es im Roman keine großartigen Action-Sequenzen gibt, wird man als Leser immer wieder zum Weiterlesen animiert. Es sind letztendlich die klassisch-guten Charaktere, die stimmungsvolle Atmosphäre und die interessante Grundidee, die den Reiz dieser Geschichte ausmachen.

Fazit

„Darker Still“ ist nicht mein privates Lesehighlight, sondern vielmehr eines dieser kleinen Bücher, die einem Zwischendurch den (Lese)Alltag versüßen. (Wisst ihr, was ich meine? 😉 ) Die 320 Seiten lesen sich weg wie nichts, das New York des 19. Jahrhunderts ist ein toller Schauplatz und auch die Charaktere sind sympathisch. Schön! Wenn man einen netten und unkomplizierten Roman sucht, kann man mit „Darker Still“ nichts falsch machen. Ich freue mich jedenfalls auf weitere Abenteuer mit Natalie und Denbury.

Lisas Bewertung: 3,8 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Auf den ersten Blick

Das Motiv zeigt ein Mädchen, das durch einen Bilderrahmen in eine andere Welt „steigt“ und von einer hellen Aura umgeben wird. Hmmm… ja, ganz schön! Es ist jetzt keines dieser „Wow-OMG-wie-wunderwunderschön-Cover“, passt aber echt gut zum Inhalt. 😉

Infos

Titel: Darker Still
Übersetzung: –
Autor/in: Leanna Renee Hieber
Reihe: Magic Most Foul #1
Verlag: Sourcebooks Fire
Format: Taschenbuch, 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 08.11.11
Preis: 6,99€
ISBN: 1402260520
Redaktion von Beste Bücher

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