Sven Hüsken: „Papa“

Rezension von Marion
 

Inhalt
papa hüskenThomas Ried ist ein mordender Psychopath. Als seine Ehefrau Michelle von seinen schrecklichen Taten erfuhr, war sie zutiefst entsetzt. Sie hat mit Tom,und ihrer Tochter Lilian aus erster Ehe, viele schöne Zeiten erlebt. Für Lilian war Tom wie ein Vater. Die Vorstellung mit diesem Monster gemeinsam in einem Haus gelebt zu haben, ist für Mutter und Tochter unvorstellbar grausam. Das Gericht entschied vor 2 Jahren, das Thomas Ried in einer psychatrischen Anstalt untergebracht und therapiert werden soll. Als Michelle nun die Nachricht von seiner Flucht erhält, brechen die alten Wunden wieder auf. Wird Tom kommen und sich an ihnen rächen….?

Maik, Ex-Mann von Michelle und Polizist, der damals mitwirkte an der Verhaftung Rieds, macht sich Sorgen um seine Ex-Frau, und auch um seine Tochter Lillian. Denn das was er am Tatort gesehen hat, zu dem er gerufen wurde ist eindeutig Rieds Handschrift. Eine Leiche, deren Haut abgeschält und tätowiert wie ein Schmetterling drapiert im Baum hängt.

Weitere Ermittlungen ergeben, dass auch in der Anstalt nicht alles mit rechten Dingen zuging. Und was hat die Asiatin mit allem zu tun? Alle Spuren verlaufen im Nichts, dennoch scheint nicht alles so zu sein wie es scheint. Doch als Lilian entführt wird, beginnt für Michelle und Maik die Höhle. Denn sie wissen, wie krank Tom ist, und dass er zu allem fähig ist.

Meine Meinung

Wahnsinn. Endlich einmal ein deutscher Thrillerautor der es wirklich mit der amerikanischen Konkurrenz aufnehmen kann. Bei diesem Thriller geht es wirklich zur Sache. Die Morde sind sehr detailliert beschrieben, nichts für Zartbesaitete! Die Frage, warum Ried zu einem Monster wurde, wird sehr gut erläutert. Einige Passagen geben Einblicke in die Vergangenheit. Auch die weiteren psychologischen Aspekte, die in diesem Buch eine wichtige Rolle spielen, werden ausreichend und nachvollziehbar erklärt. Sie fügen sich gut in die Geschichte.

Sven Hüsken hält dem Leser zwischenzeitlich den Spiegel vor. Er setzt die Grenzen zwischen Abartigkeit und dem Trieb sich auszuleben neu. Die Charaktere wirkten auf mich lebensecht. Hüsken beschreibt die Gefühle und die Eindrücke sehr bildhaft. Intrigen und Geheimnisse würzen die Geschichte und machen sie zu einem komplexen Ganzen. Habe diesen Thriller wirklich genossen, er brachte mir einige Stunden voller Nervenkitzel. So mag ich Thriller. Absolute Leseempfehlung!

Sven Hüsken wurde 1976 in Westfalen geboren, dort lebt und arbeitet er. Er hat zwei Töchter und eine Frau. Er schreibt sowohl Bücher für Erwachsene als auch für Jugendliche.

„Papa“ von Sven Hüsken bekommt bei mir von 5 möglichen Punkten 5 Punkte.