Thomas Mann: „Die Buddenbrooks“

Rezension von Noel 

Inhalt

In „Die Buddenbrooks“ erzählt Mann den Untergang der gleichnamigen reichen Kaufmannsfamilie aus Lübeck. Über mehrere Generationen erstreckt sich sein 750 Seiten dickes Werk. Während bei dem alten Senior Buddenbrooks die Firma floriert und die Familie intakt ist, so geht von Generation und Generation alles den Bach runter.

Rezension

Auf sprachlicher und erzählerischer Ebene ist die ironische Erzählung dafür verantwortlich, dass „Die Buddenbrooks“ ein Meisterwerk ist. Viele männliche Familienmitglieder sterben nach und nach. Jeder Tod wird lächerlicher, die Unterhaltungen der Brüder werden belangloser. Das Buch mit der Familienchronik spielt eine zentrale Rolle. Es ist mit zahlreichen Motiven geschmückt und für jeden Analytiker eine Goldgrube.

Was mich an diesem Werk am meisten beeindruckt hat, war nicht die Geschichte und auch nicht die Figuren. Viel beeindruckender ist der Umfang dieses Werkes und dessen historische Verarbeitung. In einem 750 Seiten Werk über die gesamte Länge einen genialen Stil beizubehalten und immer wieder mit den Motiven zu spielen, ist die große Leistung von Mann.

Historisch gesehen ließ sich nachweisen, dass die Figuren, die Thomas Mann abseits der Familie schildert, ebenfalls an real existierende Personen angelehnt waren. Nicht nur diese Personen, sondern auch die Figur der Tony Buddenbrook, die wohl bekannteste Person aus der Familie, die das Bürgertum darstellt, das zwischen Individualität und Gesellschaft steht, machen das Buch auch für Geschichtsinteressierte schmackhaft.

Fazit

Das Buch ist seit einigen Jahren Thema im Zentralabitur. Jeder Abiturient „quält“ sich über die Sommerferien durch den Wälzer. Die meisten mögen die gut 750 Seiten abschrecken und die ersten 50 Seiten, wo das Buddenbrook’sche Haus bis ins kleinste Detail beschrieben wird vergraulen, aber wenn diese einmal geschafft sind, öffnet sich ein Stück deutsche Gesichte aus dem vergangenen Jahrhundert, dass das Bild dieser Zeit wiedergibt ohne dabei langweilig zu sein. Geschuldet ist dies insbesondere Manns Schreibstil.

Hintergrundinformationen

  • Mit 25 Jahren veröffentlichte Thomas Mann dieses opulente Werk.
  • Erst 1929, 28 Jahre später, bekam er – hauptsächlich für „Die Buddenbrooks“ den Literaturnobelpreis.
  • Es ist eines der bedeutendsten Werke der deutschen Literaturgeschichte. Es liegen bis heute über 40 Übersetzungen und vier Verfilmungen vor.
  • Bei den Figuren wurde Mann von seiner eigenen Familie inspiriert, die nicht getreu wiedergegeben sind, bei der man jedoch Parallelen erkennen kann.

Trailer zur bekannten Verfilmung von Warner Bros Pictures

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.