Wolfgang Joop: Dresscode. Stilikonen zwischen Kult und Chaos

Rezension von Annemarie

Inhalt

dress code joopIn seinem Buch „Dresscode“ stellt Wolfgang Joop zwölf völlig unterschiedliche Berühmtheiten vor und beschreibt das Besondere an ihrem Kleidungsstil.
Jede der vorgestellten Personen – es handelt sich dabei ausnahmslos um Frauen – wird zum Einstieg auf einem Farbbild abgebildet, das sich über zwei Seiten erstreckt. Im Anschluss daran kommt immer eine von Wolfgang Joops berühmten Frei-Hand-Zeichnungen der Person. Nun beschreibt Joop, was an dem Look der jeweiligen Person, ja Persönlichkeit, so außergewöhnlich und bemerkenswert ist und geht auch auf die Geschichte und das Leben der Frauen näher ein.

Am Ende jedes Porträts erscheint je eine farblich abgesetzte Seite, auf der die „Dos and Don´ts“ der jeweiligen Person übersichtlich zusammengefasst sind. Im Anschluss daran ist zu jeder Fashion-Ikone ein Fashion-Glossar zu finden.
Besonders auffällig an diesem Buch sind die vielen Zeichnungen – sowohl in Farbe als auch in Schwarzweiß – auf denen die handgeschriebenen Kommentare von Joop besonders bemerkenswert sind.

Rezension

Wer den Autor sieht, weiß sofort: Dies ist kein gewöhnliches Buch. Schon auf dem Titelbild prangt ein Foto von ihm. Wolfgang Joop ist außergewöhnlich. Man liebt ihn entweder – oder man hasst ihn. So ist es auch mit diesem Buch:

Entweder man kann damit etwas anfangen und findet es toll, oder man legt es schnell wieder weg. Zielgruppe sind eindeutig junge und jung gebliebene Frauen, die sich für Mode interessieren. Wer sich nicht dazu zählt, kann mit diesem Buch vermutlich herzlich wenig anfangen. Man darf nicht erwarten, in diesem Buch tiefgreifende Äußerungen zu finden, das Buch ist eher ein seichter, leicht lesbarer Moderatgeber. Das ganze Buch ist wie Joop selbst: Kunterbunt. Bunte Zeichnungen, bunte Seiten, bunte Fotos. Das wirkt aber auch ganz unterhaltsam. In den Kommentaren, die an den Rändern der Bilder stehen, und in den Texten zu den Personen klingt immer viel von Joops Humor durch. Gut, den muss man mögen.

Ich persönlich teile Joops Humor leider nicht. Zudem bin ich modisch nicht sehr interessiert. So waren mir viele der englischen und französischen Begriffe komplett unbekannt. Bei solchen Sätzen wie „wenn bei Socialites langsam Allure und Selbstironie dazukommen“, war ich oftmals vollkommen ratlos und verstand gar nichts. Wenigstens war Joop so nett und hat die ganzen, ja, Fachwörter, kursiv gesetzt, sodass ich wenigstens im Voraus wusste, wie viele unbekannte Begriffe mich erwarten würden.

Mein Fazit

Für modisch interessierte Frauen, die Joop mögen, ist das Buch toll. Joops humorvoller Schreibstil, seine vielen Bilder, viele farblich abgesetzte Seiten, die Übersichtlichkeit des Buches und die Tipps, wie man seinen eigenen Stil verbessern kann, sind dabei besonders schön. Wer sich jedoch mit der high fashion nicht so sehr auskennt oder erwartet, im Buch tiefgreifendere Äußerungen über Mode und Stil zu finden, wird aller Wahrscheinlichkeit nach enttäuscht werden.

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