Denis Diderot: Jacques der Fatalist und sein Herr

Jacques, der Diener und sein adliger Herr („Jacques le fataliste et son maitre“) reisen neun Tage lang durchs Land, um eine Amme zu entschädigen, die ein dem Herrn untergeschobenes Kind versorgt hat. Das alleine würde den Roman noch nicht in den Rang der 100 wichtigsten Bücher der Weltliteratur heben, vielleicht nicht einmal in den der 10.000 wichtigsten Bücher.

Was das Buch überaus Lesenswert macht, sind die Dialoge zwischen den beiden Protagonisten über Willensfreiheit, Liebe und Vorherbestimmung. Jacques, der Fatalist, ist eher ein Determinist und redet an gegen seinen Herrn, der dagegen ein hartnäckiger Verfechter der Willensfreiheit ist. Was die Figuren spannend macht, sind die wechselseitigen Widersprüche. Denn nicht nur Jacques Determinismus stößt an Grenzen, auch sein Herr zeigt einen seltsamen Kontrast zwischen theoretischer Willensfreiheit einerseits und dem mangelnden Willen, diese zu nutzen, andererseits.

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Unsere Bewertung

(Rang 1: Irrelevant – Rang 5: Höchstrelevant)

Historischer Wert: 1

Spannung: 3

Lesefreundlichkeit: 4

Ratgeber: 3

Muss-man-gelesen-haben: 3