Jessica Koch: Dem Horizont so nah

Rezension von Julia H.

Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Emotional wahnsinnig ergreifend, zutiefst berührend, unendlich traurig und dennoch eine Hommage an das Leben.

Jessica, ein ganz normaler Teenager lernt auf einem Volksfest Danny kennen. Zuerst sieht Sie in ihm einen sehr attraktiven jungen Mann, in den Sie sich verliebt. Sie gibt sich ihm allerdings reserviert gegenüber und glaubt nicht daran, dass er sich bei Ihr noch meldet. Dies geschieht dann allerdings, gleich mit einer Warnung seinerseits, dass es keine gute Idee ist, sich auf ihn einzulassen.

Jessica ist jedoch derart fasziniert von Ihm, dass Sie die Warnung in den Wind schlägt. Erst als Sie ihn zuhause besucht und feststellt, dass seine beste Freundin Christina bei ihm lebt, die sich Ihr als ehemals heroinsüchtig outet, bekommt Sie langsam eine Vorahnung das die Welt, in der Danny lebt, eine ganz und gar nicht heile Welt ist. Auch an seiner Art wie er mit Ihr umgeht bemerkt Sie, dass er furchtbare Erfahrungen im zwischenmenschlichen Kontakt gemacht haben muss. Nach und nach erfährt Sie, welche grauenvolle Kindheit Danny hatte, deren Auswirkungen sein ganzes Leben massiv beeinträchtigen. Trotz alledem entwickelt sich zwischen den beiden eine sehr intensive Liebe, die jedoch von Vorneherein von der Endlichkeit gekennzeichnet ist.

Schreibstil

Bei diesem Buch handelt es sich um eine wahre Geschichte, die die Autorin erlebt hat. Absolut authentisch und ausdrucksstark wird dies wiedergegeben. Gefühlsmäßig hat es die Autorin geschafft, mich von Anfang an mit zu nehmen. Mit voller Wucht habe ich die komplette Bandbreite der Emotionen wie Angst und Wut sowie der außergewöhnlichen Liebe zwischen den Protagonisten nachgefühlt. Selbst die Nebenrollen sind derart präzise und lebendig beschrieben, dass jeder einen absoluten Wiedererkennungswert hat.

Spannungsaufbau

Am liebsten hätte ich den Bestseller ohne Pause durchgelesen. Während des Lesens habe ich oft gedacht, dass die Handlung nicht eine noch schlimmere Wendung nehmen kann, jedoch tat sie dies.

Die Danny-Trilogie

Die Autorin hat inzwischen ein weiteres Buch in Verbindung mit dem „Horizont so nah“ herausgebracht. Der Titel ist „dem Abgrund so nah“ hier wird über die grauenvolle Kindheit des Protagonisten Danny geschrieben. Ein weiteres Buch erscheint im Dezember 2016 mit dem Namen „dem Ozean so nah“, in dem es um das kennen lernen und die Freundschaft zwischen Danny und seiner Seelenverwandten und späteren Mitbewohnerin Christina geht. Hier bin ich etwas skeptisch, ob die Bücher mit dem o.g. Buch mithalten können, da zeitlich gesehen das rezensierte Buch das finale Buch ist und die beiden anderen Bücher die Vorgeschichte erzählen. Weiterhin war die Autorin nur bei dem letzten Buch tatsächlich beteiligt. Mit Sicherheit werde ich die anderen beiden Bücher lesen und bin sehr gespannt, wie die Umsetzung durch die Autorin erfolgt ist.

Meine Bewertung

Schulnote 1