Kami Garcia & Margaret Stohl – „Sixteen Moons“

Rezension von Lisa

Inhalt

Schon bevor Ethan sie zum ersten Mal gesehen hat, hat sie ihn in seinen Träumen verfolgt: Lena, die Neue an Ethans Schule. Lena, das Mädchen mit dem schwarzen Haar und den grünen Augen. Lena, die in Ravenwood wohnt, der verrufenen alten Plantage, von der sich alle in Gatlin fernhalten – alle außer Ethan. Lena, in die Ethan sich unsterblich verliebt.

Doch Lena umgibt ein Fluch, den sie mit aller Kraft geheim zu halten versucht: Sie ist eine Caster, sie entstammt einer Familie von Hexen, und an ihrem sechzehnten Geburtstag soll sie berufen werden. Dann wird sich entscheiden, ob Lena eine helle oder eine dunkle Hexe wird … 

Ethan aber weiß: Auch ihm bleibt keine Wahl – ihm ist vorherbestimmt, Lena für immer zu lieben. Aber wird er bei ihr bleiben können, gleich, welcher Seite sie künftig angehört? 

Auf den ersten Blick  

kami_stohl_moonsNun ja…Sagen wir es so: grelle Farben sollten bei der Gestaltung nur sparsam eingesetzt werden. Auf dem Bild kann man es nicht richtig erkennen, aber das Buch hat breite giftgrüne Streifen (mit Holzmaserung!) an den Seiten. Ach nö! 🙁 Ohne diesen Rand hätte das Cover meiner Meinung nach viel besser ausgesehen.   Das Motiv finde ich aber eigentlich ganz gut. Der Mond hat (tatsächlich!) eine Bedeutung im Buch und das Mädchen mit den schwarzen Haaren und den grünen Augen sieht exakt so aus, wie ich mir Lena vorstelle. 😉  

Als Fan von schlichten Covern gefällt mir die Originalausgabe aber noch einen Tacken besser. (Allerdings wurde beim deutschen Buch der Titel viel besser gewählt als im Original. Beautiful Creatures hört sich zwar interessant an, hat aber nicht wirklich viel Bezug zum Inhalt!)

Rezension 

Gar nicht mal so schlecht 😉   Sixteen Moons ist ein handwerklich gut gemachtes Buch, bei dem es manchmal aber noch ein wenig bei der Ausführung happert.

Die Charaktere sind faszinierend, vielschichtig und wirken durch ihre kleinen Eigenheiten sehr lebensnah. Ja, Sixteen Moons ist schon fast ein Sammelsurium aus Charakterköpfen 😉 Seien es die schrulligen Großtanten Prue, Grace und Mercy, Lenas manipulative und durchgedrehte Cousine oder Ethans erfolgloser Musiker-Freund aus Kindertagen – hier ist für jeden Geschmack was dabei! 😉 Spontan könnte ich auch gar keine Lieblingsfigur bestimmen, da ich fast alle Charaktere ausgesprochen interessant fand und sofort mehr über sie erfahren wollte.

Einzige Ausnahme: Ethan. Ethan? Genau! Es ist wie so oft der Protagonist selbst, der mich nach der Lektüre ein wenig ratlos zurückgelassen hat. Neben all den farbenprächtigen und außergewöhnlichen Charakteren wirkt er ziemlich unscheinbar und langweilig. *Schnarch* → Hoffentlich gewinnt der gute Junge bis zum nächsten Band noch kräftig an Persönlichkeit, sonst sehe ich da schwarz.   Hinzu kommt, dass ich manchmal das Gefühl hatte, das Geschehen aus der Sicht eines Mädchens zu erleben xD Die Emotionen, die Beschreibungen und die Themen, über die Ethan nachdenkt passen einfach nicht so recht zu einem 16-jährigen Jungen! (Glaube ich zumindest xD) Ein auktorialer Erzähler wäre in diesem Fall vielleicht die bessere Wahl gewesen.

Punkten kann das Buch dafür bei der Atmosphäre. Dieser Südstaaten-Flair ist mal was Anderes als sonst und der geschichtliche Bürgerkrieg wurde sinnvoll in das Geschehen eingegliedert.

Durch Lenas bevorstehende Berufung liegt immer ein unheilvoller Schatten über der Erzählung. Dem Trübsinn verfällt das Buch deshalb aber nicht. Zwischendurch wird die Geschichte nämlich immer wieder aufgelockert( Bsp. Wenn sie mitten in der Nacht in mein Zimmer klettern, sind Sie entweder ein Vampir oder ein Perverser, oder beides. (S.425) zu geil ^^)

Noch ein Wort zu den übernatürlichen Elementen: Die Autorinnen haben das Rad der paranomalen Spezies zwar nicht neu erfunden, aber die Caster sind immer noch andersartig genug, um das Interesse der Leser zu wecken. Gerade das Hell/Dunkel Prinzip gefällt mir. 🙂

Kommen wir nun zu meinem Hauptkritikpunkt: Die Geschichte ziiiiiieeeeeeeeht sich vor allem im Mittelteil furchtbar in die Länge. Das liegt nicht mal an der Handlung an sich, sondern an der Art, wie sie präsentiert wird. Die ellenlangen Beschreibungen und die sich im Kreis drehenden Dialoge sind wirklich nicht für ungeduldige Zeitgenossen gedacht. Wer unsicher ist, ob im der ausgeschmückte und weitschweifige Schreibstil gefällt, sollte vorher vielleicht einen Blick in die Leseprobe werfen!

 Am Ende möchte ich noch eine kleine Ungereimtheit erwähnen, die mir beim Lesen aufgefallen ist. Auf Seite 59 steht der folgende Satz: Emily musterte Lena mit einem Blick, der sich von Lenas ungefärbtem Haar über ihr nicht sonnenstudiogebräuntes Gesicht bis hinunter zu ihren unlackierten Fingernägeln vorarbeitete.   Das ist komisch, da Lena auf Seite 72 an dem schwarzen Nagellack an ihrem Zeigefinger kratzt. Diese beiden Szenen tragen sich beide innerhalb weniger Stunden zu und ich glaube nicht, das Lena sich zwischendurch eine Maniküre gegönnt hat. 😉 Deshalb handelt es sich hierbei wohl um einen Übersetzungsfehler.   Wie gesagt: dieser kleine Patzer ist nicht schlimm, aber es erschien mir eben etwas seltsam…

Fazit  

Wäre die Geschichte nicht so unerträglich langatmig und der Protagonist nicht so unerträglich langweilig, hätte mir das Buch noch sehr viel besser gefallen. Da die Charaktere, die Grundidee und die Atmosphäre diese groben Schnitzer aber fast wieder wett machen, bekommt Sixteen Moons dennoch eine Kaufempfehlung. Ich freue mich jedenfalls schon auf den zweiten Teil!

Lisas Bewertung: 4,5 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Redaktion von Beste Bücher

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