François Rabelais: Gargantua und Pantagruel

Der Titel der eigentlich fünf Bücher sagt noch nicht viel, allerdings ist er auch verkürzt. Im Original lautet er „Die schrecklichen und entsetzlichen Abenteuer und Heldentaten des hochberühmten Pantagruel, König der Dipsoden, Sohn des großen Riesen Gargantua“ und ist dann doch schon etwas aussagekräftiger. Wie die Titel früher eben so waren. Soso, also Sohn des „großen“ Riesen, gut das Rabelais das dazu sagt.

Die Geschichten sind fantasievoll und erfreuten sich zu allen Zeiten großer Beliebtheit, waren sie doch von Beginn an das, was man modern „Bestseller“ nennen würde. Originell ist, dass die Größe in den Geschichten relativ ist, also immer im Verhältnis zu anderen Protagonisten. So ist der Held einmal wirklich, d.h. nach menschlichen Maßstäben, ein Riese. Ein andermal lebt er in Pantagruels Mund und ist nur ein Riese gegenüber den Angehörigen des Volkes, das in dessen Mund lebt. Hier zeigt sich eine klare Parallele zu „Gullivers Reisen“, in denen Gulliver auch einmal selbst ein Riese ist, während er in anderen Kontexten der Zwerg ist. Nicht zuletzt dieser Perspektivwechsel macht den Reiz des Lesens aus!

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Unsere Bewertung

(Rang 1: Irrelevant – Rang 5: Höchstrelevant)

Historischer Wert: 1

Spannung: 4

Lesefreundlichkeit: 4

Ratgeber: 1

Muss-man-gelesen-haben: 2