
Welche literarische Figur wären Sie selbst gerne für einen Tag?
Gustav Anias Horn aus dem FLUSS OHNE UFER
Was ist die ungewöhnlichste Situation, in der Sie jemals geschrieben haben?
Mit zehn Jahren, an meinem Schreibanfang, auf dem stillen Örtchen unserer Wohnung, gut abgeschlossen.
Welches Buch hätten Sie gerne selbst geschrieben?
Francis Scott Fitzgerald DER GROSSE GATSBY
Was ist der größte, aber falsche Mythos, den Menschen über das Leben als Schriftsteller glauben?
Der Glaube, Eingebung ohne Arbeit ermögliche das Werk.
Welche Marotte oder Angewohnheit begleitet Sie beim Schreiben?
Gedichte immer zuerst von Hand zu schreiben. Bei der Prosa ist es mal so, mal so - Romane werden meist sofort am Computer verfasst.
Welche Kritik an Ihren Büchern hat Sie besonders getroffen oder überrascht?
Es gäbe zuviele Rätsel und zuviel Offengelassenes. Genau das war meine Absicht.
Mit welchem Schriftsteller – lebend oder verstorben – würden Sie gerne einen Abend verbringen?
Wieder einmal mit meinem Freund SAID beim Wein auf dem Münchner Jakobsplatz.
Wie autobiografisch sind Ihre Bücher? Wie viel von Ihnen selbst fließt dort ein?
Reichlich persönliche Vorkommnisse, aber kräftig vermischt mit dem Erfundenen und Legendenhaften.
Welche Frage wird Ihnen in Interviews nie gestellt, obwohl Sie sie gerne beantworten würden – und wie lautet Ihre Antwort?
Warum ich Politisches und Literatur trenne. Ich trenne das, was trotz aller gegenseitigen Beeinflussung getrennt ist und besser getrennt bleiben sollte.
Was können Sie uns schon über Ihr nächstes Projekt verraten?
Drei Schwestern sind die Heldinnen in einer schwierigen Familie in schwierigen Zeiten.
Sie sind im Weltall: Elon hat Sie auf den Mars geschossen. Die Reise dauert lang, Sie durften aber nur drei Bücher mitnehmen, weil jedes Kilo zählt. Welche wären das?
Fluss ohne Ufer - das sind drei Bücher.
Team Klassiker oder Team Gegenwartsliteratur – was inspiriert Sie mehr und warum?
Man braucht beides, aber in der Klassik steckt mehr Form und mehr zeitloser Stoff.

