Hannes Wirlinger – Autorenporträt
(c) Dieter Brasch

Menschen und ihre Geschichten haben Hannes Wirlinger schon immer fasziniert.

Er etablierte sich als freier Autor in der Film- und Fernsehbranche. Einem breiten TV-Publikum wurde Hannes Wirlinger unter anderem durch seine Drehbücher für die Krimiserie SOKO Kitzbühel bekannt.

Welche literarische Figur wären Sie selbst gerne für einen Tag?

Der 16-jährige Schildknappe Tiuri aus dem Jugend- und Abenteuerroman „Der Brief für den König“ von der niederländischen Autorin Tonke Dragt.

Was ist die ungewöhnlichste Situation, in der Sie jemals geschrieben haben?

Eine Stunde vor einem großen Geburtstagfest habe ich das Drehbuch fertig schreiben, da am nächsten Tag bereits die Szene gedreht worden ist.

Welches Buch hätten Sie gerne selbst geschrieben?

Das Parfum: Die Geschichte eines Mörders von Patrick Süskind

Was ist der größte, aber falsche Mythos, den Menschen über das Leben als Schriftsteller glauben?

Schriftstellerinnen und Schriftsteller schreiben nur, wenn sie die Muse küsst.

Welche Marotte oder Angewohnheit begleitet Sie beim Schreiben?

Ich höre drei Songs und gehe eine Runde durchs Büro bevor ich beginne.

Welche Kritik an Ihren Büchern hat Sie besonders getroffen oder überrascht?

Mich überraschen immer Kritiken über meine Bücher. Manche Leserinnen und Leser sehen etwas in den Texten, das ich im Schreibtunnel nicht gesehen habe. Es freut mich sehr, wenn meine Geschichte nachwirken und sich jemand Gedanken darüber macht.

Mit welchem Schriftsteller – lebend oder verstorben – würden Sie gerne einen Abend verbringen?

Wolfgang Borchert

Wie autobiografisch sind Ihre Bücher? Wie viel von Ihnen selbst fließt dort ein?

Alle meine Bücher, Geschichten sind 100 Prozent autobiographisch und 100 Prozent frei erfunden.

Welche Frage wird Ihnen in Interviews nie gestellt, obwohl Sie sie gerne beantworten würden – und wie lautet Ihre Antwort?

Was lieben Sie am Schreiben? Die Wochen, Monate, wenn ich in Ruhe an einem Roman arbeiten kann.

Was können Sie uns schon über Ihr nächstes Projekt verraten?

Mein neuer Roman „Die Fremde und die drei Pfauen“, wird im Frühjahr erscheinen. Darin geht es um das sexuelle Erwachen eines 17-Jährigen durch eine ältere Frau, von all dem Gefühlswirrwarr, der Flut an Emotionen, von mächtiger Leidenschaft. Und von bitteren Enttäuschungen, schmerzhaften Erkenntnissen sowie der Neuordnung und Auslotung von Beziehungen und Freundschaften.

Sie sind im Weltall: Elon hat Sie auf den Mars geschossen. Die Reise dauert lang, Sie durften aber nur drei Bücher mitnehmen, weil jedes Kilo zählt. Welche wären das?

Da kann ich mich leider so schnell jetzt nicht festlegen. Mit drei Bücher würde ich mich aber gewiss nicht abspeisen lassen.

Team Klassiker oder Team Gegenwartsliteratur – was inspiriert Sie mehr und warum?

Klassiker haben mich in der Kindheit und Jugend geprägt. Jetzt interessiert mich mehr die Gegenwartsliteratur. Neue Formen, neue Trends, die Arte modern eine Geschichte zu erzählen.

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