
Welche literarische Figur wärst du selbst gerne für einen Tag?
Die Tänzerin Lulu aus meinem Roman „Im Ballhaus brennt noch Licht“ im Berlin der 1920er Jahre
Was ist die ungewöhnlichste Situation, in der du jemals geschrieben hast?
Mein Vater lag lebensbedrohlich im Krankenhaus, alle zuhause waren völlig aufgelöst, aber ich musste meinen neuen Roman weiterschreiben.
Welches Buch hättest du gerne selbst geschrieben?
Ildiko von Kürthy „Alt genug“; Goethes „Faust“
Was ist der größte, aber falsche Mythos, den Menschen über das Leben als Schriftsteller glauben?
Dass Textarbeit nichts mit Fleiß und Disziplin zu tun hat.
Welche Marotte oder Angewohnheit begleitet dich beim Schreiben?
Ich verbinde Szenen immer mit Liedern. Brauche absolute Ruhe beim Schreiben und lese meine Szenen oft laut.
Welche Kritik an deinen Büchern hat dich besonders getroffen oder überrascht?
Eigentlich keine. :)
Mit welchem Schriftsteller – lebend oder verstorben – würdest du gerne einen Abend verbringen?
Caro Wahl und Romy Hausmann
Wie autobiografisch sind deine Bücher? Wie viel von dir selbst fließt dort ein?
Die Figuren sind meine „Schwestern“, in ihnen steckt immer ein bisschen von mir selbst, aber sie sind nie 100 % Ich. Alle beschriebenen Gefühle in meinen Büchern kenne ich jedoch genau …
Welche Frage wird dir in Interviews nie gestellt, obwohl du sie gerne beantworten würdest – und wie lautet deine Antwort?
Was braucht man, um als Autorin erfolgreich zu sein, außer Glück?
Fleiß, Biss, Durchhaltevermögen, Talent, Herzblut, Leidenschaft, Empathie, Sprachgefühl, Neugier, unternehmerischer Sinn und viel unbedingten Willen …
Was kannst du uns schon über dein nächstes Projekt verraten?
Es wird ein Roman sein über das Lesen und Schreiben, die Stille, das analoge Miteinander und unendliche Geschichten hinter den Geschichten. Er wird 2028 erscheinen.
Du bist im Weltall: Elon hat dich auf den Mars geschossen. Die Reise dauert lang, du durftest aber nur drei Bücher mitnehmen, weil jedes Kilo zählt. Welche wären das?
Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Ingeborg Bachmann: Undine geht
Mein neues: Der wilde Garten :)
Team Klassiker oder Team Gegenwartsliteratur – was inspiriert dich mehr und warum?
Beides – ich bin Germanistin, die Klassiker haben mich u. a. die Liebe zur Literatur entwickeln lassen; die Gegenwartsliteratur inspiriert mich, wie andere aktuelle Themen umsetzen.

