Fabian Wollgast – Autorenporträt
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Fabian Wollgast, geboren 1990 in Berlin, Vater zweier Kinder und studierter Journalist, lebte seine Vorliebe für das geschriebene Wort zunächst in Kommunikationsberufen aus. Schreibt seit über zehn Jahren Gedichte und Kurzgeschichten, die er seit Sommer 2025 veröffentlicht. In seinen Zeilen beschreibt er Chancen, bevor wir sie verpassen und konstruiert Verbindungen dies- und jenseits roter Linien.

Welche literarische Figur wärst du selbst gerne für einen Tag?

Ich könnte mich nicht entscheiden: Karlsson vom Dach oder Pumuckl. Beide eint ein kindlich freier Geist - Anarchie, aber moralisch integer; das hat mich offenbar nachhaltig beeindruckt.

Was ist die ungewöhnlichste Situation, in der du jemals geschrieben hast?

Da ich häufig nur sehr kurze Gedanken, Verse und Sequenzen notiere, passiert das so beiläufig, dass auf jeden Fall schon unpassende Situationen dabei waren, wie z.B. während des Telefonierens oder eines Streitgesprächs.

Welches Buch hättest du gerne selbst geschrieben?

Pipi Langstrumpf. Meine Hochachtung lässt sich kaum in Worte fassen: Wenn es mir gelänge, eine Fantasiewelt zu erschaffen, die Millionen von Kindern über Landesgrenzen und Generationen hinweg begeistert und im Positiven prägt, wäre damit für mich das Maximale dessen erreicht, was im geschriebenen Wort möglich ist.

Was ist der größte, aber falsche Mythos, den Menschen über das Leben als Schriftsteller glauben?

Ich suche selbst noch nach Mythen, aber ich glaube, viele Menschen schätzen die Einkommenssituation falsch ein.

Welche Marotte oder Angewohnheit begleitet dich beim Schreiben?

Ich schreibe meist am Handy. Das finde ich eigentlich sehr unromantisch.

Welche Kritik an deinen Büchern hat dich besonders getroffen oder überrascht?

Bisher noch keine. Ich bin aber realistisch, das liegt mit Sicherheit weniger an meiner Genialität als vielmehr an der überschaubaren Resonanz. Noch.

Mit welchem Schriftsteller – lebend oder verstorben – würdest du gerne einen Abend verbringen?

Darf ich hier Heinz Erhardt nennen? Falls ja, dann ihn.

Wie autobiografisch sind deine Bücher? Wie viel von dir selbst fließt dort ein?

Sehr. Viele meiner Texte sind konkreten Personen gewidmet oder beschreiben Begebenheiten meines Lebens. Ich selbst war überrascht von dem Feedback einer Zuschauerin bei einer Lesung, die meinen Mut bewunderte "so viel preiszugeben". Ich empfinde das gar nicht so, dass ich intime Einblicke gewähre, aber vermutlich schon. Die Resonanz zeigt mir, dass der Ansatz ein guter ist, weil so viele Menschen in dieser Nahbarkeit etwas finden, das ihnen gut tut.

Welche Frage wird dir in Interviews nie gestellt, obwohl du sie gerne beantworten würdest – und wie lautet deine Antwort?

Ich durfte schon einige kluge Fragen beantworten und will weiteren nicht vorgreifen.

Was kannst du uns schon über dein nächstes Projekt verraten?

Im Leben schließen und öffnen sich Türen. Vor gut einem Jahr wäre es für mich undenkbar gewesen als Buchautor vor zahlendem Publikum zu lesen. Heute darf ich das tun. Wer weiß, wohin die Reise geht. Aber ich habe unterwegs schon wahnsinnig viel Freude daran.

Du bist im Weltall: Elon hat dich auf den Mars geschossen. Die Reise dauert lang, du durftest aber nur drei Bücher mitnehmen, weil jedes Kilo zählt. Welche wären das?

Darf ich bitte etwas anderes mitnehmen... ;-)

Team Klassiker oder Team Gegenwartsliteratur – was inspiriert dich mehr und warum?

Die Klassiker haben mir wie vielen anderen Menschen die Freude und den Zugang zur Lyrik merklich erschwert. Ich glaube, die gewichtigen Zeilen großer Namen vergangener Epochen haften dem Ruf der Lyrik bis heute (negativ) an. Ich schicke mich an, diese wundervolle Kunstform ein wenig abzustauben und finde dafür auch Inspiration bei hochgradig veranlagten Kolleginnen und Kollegen der Gegenwart.

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