
Welche literarische Figur wärst du selbst gerne für einen Tag?
Alice im Wunderland.
Was ist die ungewöhnlichste Situation, in der du jemals geschrieben hast?
Auf einer Fahrt in einem marokkanischen Zug mit zerbrochenen Fensterscheiben.
Welches Buch hättest du gerne selbst geschrieben?
„Der Morgenstern“ von Karl-Ove Knausgard, „Yoga“ von Emanuel Carrère.
Was ist der größte, aber falsche Mythos, den Menschen über das Leben als Schriftsteller glauben?
Das ein Schriftseller vom Verkauf seiner Bücher leben kann. Wer vom Schreiben leben will, schreibt keine Bücher (sondern zum Beispiel Werbetexte o.ä.)
Welche Marotte oder Angewohnheit begleitet dich beim Schreiben?
Die besten Ideen kommen mir unter der Dusche in den Sinn.
Welche Kritik an deinen Büchern hat dich besonders getroffen oder überrascht?
Welche Kritik? Meine Bücher werden höchst selten besprochen.
Mit welchem Schriftsteller – lebend oder verstorben – würdest du gerne einen Abend verbringen?
Emanuel Carrère, Sven Regener.
Wie autobiografisch sind deine Bücher? Wie viel von dir selbst fließt dort ein?
Ich pflege sorgfältig die Autofiktion.
Welche Frage wird dir in Interviews nie gestellt, obwohl du sie gerne beantworten würdest – und wie lautet deine Antwort?
Welche Interviews? Ich werde praktisch nie interviewt. Also alle Fragen!
Was kannst du uns schon über dein nächstes Projekt verraten?
Momentan versuche ich hauptsächlich, meinen Kleinverlag Edition Sastra auszubauen.
Du bist im Weltall: Elon hat dich auf den Mars geschossen. Die Reise dauert lang, du durftest aber nur drei Bücher mitnehmen, weil jedes Kilo zählt. Welche wären das?
Krieg und Frieden von Leo Tolstoi, Die Brüder Karamasov von Dostojewski, die Bibel (also vor allem möglichst dicke Bücher).
Team Klassiker oder Team Gegenwartsliteratur – was inspiriert dich mehr und warum?
Ich bin Team Gegenwartliteratur. Die Klassiker beschäftigten mich eher im Germanistikstudium. Ich bin ein sehr gegenwarts- und zukunftsorientierter Mensch. Jawohl, auch noch mit bald 72!

