Sandra Pfändler – Autorenporträt
© Sandra Pfändler

Sandra Pfändler ist Autistin, Philosophin und Autorin. Aufgewachsen in Stein am Rhein, absolviert sie nach der obligatorischen Schulzeit eine kaufmännische Ausbildung in einem Buchverlag. Anschließend wechselt sie in die öffentliche Verwaltung und arbeitet zwölf Jahre lang im Bereich der öffentlichen Sicherheit.

Welche literarische Figur wären Sie selbst gerne für einen Tag?

Mit meinem eigenen Ich bin ich sehr zufrieden. Ich möchte nicht mit jemand anderem tauschen.

Was ist die ungewöhnlichste Situation, in der Sie jemals geschrieben haben?

Mit 39 Grad Fieber im Bett. Ohne Schreiben geht's nicht ...

Welches Buch hätten Sie gerne selbst geschrieben?

Die Bücher, die ich schreiben will, schreibe ich selbst.

Was ist der größte, aber falsche Mythos, den Menschen über das Leben als Schriftsteller glauben?

Dass das Schreiben mit Verträumtheit, zauberhafter Romantik und magischer Leichtigkeit gleichgesetzt wird. In den Köpfen der Menschen nährt sich der Schriftsteller von permanenter Kreativität und Inspiration und bringt er seine Fantasien mühelos zu Papier. Tatsächlich sieht der Alltag eines Schriftstellers anders aus. Er ist geprägt von minutiöser Recherchearbeit, Disziplin, Struktur, Durchhaltevermögen, auch von Durststrecken, Druck, Schreibblockaden, Ideenlosigkeit. Schreiben ist Knochenarbeit.

Welche Marotte oder Angewohnheit begleitet Sie beim Schreiben?

Herrscht an meinem Arbeitsplatz nicht absolute Ordnung, kann ich nicht schreiben.

Welche Kritik an Ihren Büchern hat Sie besonders getroffen oder überrascht?

Ich lebe und arbeite nach dem Grundsatz: "Prüfe alles, das Gute behalte." Kritik sagt mehr über die Kritiker als über mich und meine Arbeit aus. Ich höre sie mir an, prüfe sie und setze um, was ich für gut erachte.

Mit welchem Schriftsteller – lebend oder verstorben – würden Sie gerne einen Abend verbringen?

Patrick Süskind und Donna Leon

Wie autobiografisch sind Ihre Bücher? Wie viel von Ihnen selbst fließt dort ein?

Meine Bücher sind (noch) nicht autobiografisch. Jede Figur und jede Geschichte darf sich selbst sein. Aber meine persönlichen Lebensthemen Hochsensibilität und Autismus finden in den Büchern Platz.

Was können Sie uns schon über Ihr nächstes Projekt verraten?

Ich arbeite an so vielen nächsten Projekten, dass es diesen Rahmen sprengen würde, darüber zu berichten.

Sie sind im Weltall: Elon hat Sie auf den Mars geschossen. Die Reise dauert lang, Sie durften aber nur drei Bücher mitnehmen, weil jedes Kilo zählt. Welche wären das?

Die Bibel reicht. Die Bibel enthält lyrische Texte genauso wie Thriller, Krimis, romantische Szenen. Aber auch Wissenswertes, Lehrreiches, Ermutigendes. Horrorszenarien. Die Bibel begleitet, schützt, stärkt, unterhält, ermahnt, bringt Licht und Antworten. Die Bibel ist das einzige Buch, das man immer wieder lesen kann. Keine Seite wird langweilig. Kein Text lutscht sich aus. Stets ist Neues zu entdecken. Die Bibel lebt.

Team Klassiker oder Team Gegenwartsliteratur – was inspiriert Sie mehr und warum?

Team Klassiker Die Klassiker malen einfach schöner und lesen sich tiefer. Die Gegenwartsliteratur folgt dem Mainstream, wohingegen die Klassiker über ihre jeweils eigene Handschrift verfügen.

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