Ein Mann erhält Anrufe, die einem anderen gelten. Ein Schauspieler wird als sein eigener Doppelgänger verkannt. Eine Romanfigur bittet ihren Autor, ihr Schicksal zu ändern. In Daniel Kehlmanns Ruhm beginnen tiefgreifende Veränderungen oft mit einer scheinbaren Kleinigkeit. Der Untertitel bezeichnet das 2009 erschienene Werk als Roman in neun Geschichten. Jede Episode hat einen eigenen Mittelpunkt, doch Personen, Ereignisse und Fragen wandern zwischen ihnen hin und her. So entsteht ein Buch über die Unsicherheit der eigenen Identität: Wer ist ein Mensch, wenn andere ihn verwechseln, vergessen, bewundern oder zur Figur ihrer Erzählung machen?
Inhalt
Die neun Geschichten folgen keiner einzigen Hauptfigur. Sie lassen sich einzeln lesen, erschließen aber im Zusammenhang Verbindungen, die zunächst verborgen bleiben. Dabei erzählt Ruhm nicht einfach dieselbe Handlung aus wechselnden Blickwinkeln. Manche Episoden ergänzen frühere Vorgänge, andere verschieben die Grenze zwischen einer erzählten Welt und den Geschichten, die innerhalb dieser Welt geschrieben werden.
- Stimmen: Der Techniker Ebling bekommt nach dem Kauf eines Mobiltelefons Anrufe für einen Mann namens Ralf. Statt den Irrtum nur aufzuklären, antwortet er zunehmend in dessen Namen. Das fremde Leben bietet ihm Möglichkeiten, die er in seinem eigenen vermisst.
- In Gefahr: Der Schriftsteller Leo Richter reist mit seiner Freundin Elisabeth zu öffentlichen Auftritten nach Lateinamerika. Während er sich mit den Unannehmlichkeiten des Literaturbetriebs beschäftigt, sorgt sie sich um entführte Kollegen aus ihrer humanitären Arbeit. Ihre verschiedenen Vorstellungen davon, was Gefahr bedeutet, treten deutlich hervor.
- Rosalie geht sterben: Die schwer kranke Rosalie reist in die Schweiz, um ihr Leben zu beenden. Unterwegs wendet sie sich an den Autor ihrer Geschichte, Leo Richter, und verlangt eine andere Zukunft. Er verändert schließlich ihr Schicksal. Doch selbst die Rettung bewahrt sie nicht davor, mit dem Ende der Erzählung zu verschwinden.
- Der Ausweg: Der Schauspieler Ralf Tanner besucht einen Wettbewerb für Doppelgänger und tritt dort als Nachahmer seiner selbst auf. Die Erfahrung, nicht erkannt zu werden, eröffnet ihm ein Leben abseits seines Ruhms. Gleichzeitig wird sein früherer Platz von einem anderen besetzt.
- Osten: Die Schriftstellerin Maria Rubinstein übernimmt eine Reise, zu der ursprünglich Leo Richter eingeladen war. Als sie von der Gruppe getrennt und vergessen wird, fehlen ihr bald die Mittel, um ihre Lage zu klären. In der Fremde hilft ihr der Umstand, daheim Schriftstellerin zu sein, nicht weiter.
- Antwort an die Äbtissin: Der erfolgreiche Verfasser von Lebenshilfebüchern Miguel Auristos Blancos antwortet einer Äbtissin. Sein Schreiben widerspricht der Zuversicht, die er öffentlich verbreitet. Ob er sich das Leben nimmt, bleibt offen.
- Ein Beitrag zur Debatte: Der Mitarbeiter einer Mobilfunkfirma und eifrige Internetnutzer Mollwitz begegnet auf einer Tagung Leo Richter. Er möchte dem Schriftsteller nahekommen und hofft sogar, Eingang in dessen Geschichten zu finden. Stattdessen scheitert sein Auftritt auf der Tagung, und seine Annäherung an Richter gerät außer Kontrolle.
- Wie ich log und starb: Mollwitz’ Vorgesetzter führt neben seiner Ehe eine zweite Beziehung. Während er versucht, beide Lebensbereiche auseinanderzuhalten, vernachlässigt er seine Arbeit. Fehler bei der Vergabe von Telefonnummern verbinden seine Geschichte mit den Ereignissen um Ebling und Tanner.
- In Gefahr: Der Titel der letzten Episode wiederholt den der zweiten. Leo und Elisabeth erscheinen erneut, nun in einer Erzählung, die mit Leos Schreiben verbunden ist. Elisabeth bemerkt, wie ihre Lebenswirklichkeit und seine erfundene Welt ineinanderzugreifen scheinen. Die Rückkehr zu diesem Paar schließt den Roman, ohne sämtliche Unsicherheiten aufzulösen.
Die Reihenfolge ist wichtig. Erst nachdem Ebling fremde Anrufe entgegengenommen hat, begegnet der Leser dem Schauspieler, zu dem sie gehören. Der Fehler im Mobilfunkunternehmen wird noch später sichtbar. Eine Erklärung steht also nicht am Anfang, sondern verändert rückblickend das Verständnis des bereits Gelesenen. Ebenso macht die erneute Begegnung mit Leo und Elisabeth am Ende fraglich, auf welcher Ebene ihre Geschichte gerade stattfindet.
Analyse und Interpretation
Ruhm verbindet zwei Arten von Unsicherheit. Die erste betrifft die Stellung eines Menschen in seiner Umgebung: Eine Telefonnummer, ein bekannter Name oder ein vertrautes Gesicht genügen offenbar nicht, um jemanden eindeutig zu bestimmen. Die zweite betrifft die Erzählung selbst. Wenn eine Figur ihren Autor anspricht oder sich in dessen Geschichte wiederfindet, lässt sich nicht mehr unbefangen voraussetzen, dass alle Ereignisse zur selben Wirklichkeit gehören. Beide Fragen verstärken einander. Was im Alltag als Verwechslung beginnt, wird im Erzählen zur grundsätzlichen Frage, wer über eine Identität verfügt.
Das zeigt der Gegensatz zwischen Ebling und Tanner. Ebling erlangt über das Telefon Zugang zu Kontakten, die nicht seine eigenen sind. Er kann Erwartungen wecken und Entscheidungen beeinflussen, ohne dem anderen Mann je persönlich gegenüberzutreten. Tanner dagegen besitzt den berühmten Namen und das bekannte Gesicht, verliert aber gerade dadurch die Freiheit, einfach als er selbst aufzutreten. Als er sich für seinen eigenen Nachahmer ausgibt, verschafft ihm der Irrtum Erleichterung. Der eine gewinnt durch eine Verwechslung eine zusätzliche Rolle; der andere findet in der Verwechslung einen Fluchtweg. Keiner kontrolliert vollständig, wie lange das Spiel funktioniert oder was es mit seinem bisherigen Leben macht.
In Rosalie geht sterben wird diese Frage zugespitzt. Rosalie weiß, dass ein anderer über den Verlauf ihrer Geschichte entscheidet, und fordert ihn heraus. Leo Richter erscheint hier als mächtiger Urheber, der Krankheit, Alter und Ausgang verändern kann. Seine Entscheidung, Rosalie zu retten, wirkt zunächst wie ein Sieg des Mitgefühls über einen grausamen Plan. Der Schluss schränkt diesen Sieg jedoch ein: Auch ein glücklicheres Ende gibt der Figur kein Dasein außerhalb der Geschichte. Das macht Leos Macht zugleich groß und begrenzt. Er kann das Erzählte umformen, aber keine vom Erzählen unabhängige Existenz schaffen.
Die beiden Episoden mit dem Titel In Gefahr bilden einen weiteren spannungsreichen Zusammenhang. Zu Beginn unterscheiden sich Leo und Elisabeth besonders durch ihre Haltung gegenüber Leid: Für sie haben bedrohte Menschen und entführte Kollegen ein unmittelbares Gewicht, während seine Aufmerksamkeit häufig um die eigene Person kreist. Am Ende begegnet Elisabeth einer von Leo geschaffenen Welt, in der auch ihre eigenen Erfahrungen erzählbar geworden sind. Ihre Sorge, von ihm als Material benutzt zu werden, erhält damit eine bedrückende Form. Die letzte Geschichte lässt sich als Prüfung der Frage lesen, ob ein Autor über andere Menschen verfügen darf, nur weil er ihre Erlebnisse in Literatur verwandeln kann.
Die neun Episoden sind deshalb mehr als ein Rätsel, dessen Einzelteile zusammengefügt werden sollen. Ihre Verbindungen legen ein Muster frei, ohne jeden Widerspruch zu beseitigen. Zufälle erklären manches, etwa den Weg der Anrufe zu Ebling. Für die Begegnung einer Figur mit ihrem Autor reicht eine solche Erklärung gerade nicht aus. Der Roman fordert dazu auf, verschiedene Grade von Wirklichkeit nebeneinander auszuhalten.
Figuren
Ebling ist kein planvoller Hochstapler. Das fremde Telefonleben beginnt für ihn als unerwartete Störung und wird erst allmählich verführerisch. Entscheidend ist, dass er mit den Anrufen nicht nur Informationen über Ralf erhält. Er bekommt die Gelegenheit, anders zu sprechen und anders wahrgenommen zu werden. Seine neue Rolle bleibt allerdings an ein Gerät und an die Erwartungen unbekannter Anrufer gebunden.
Ralf Tanner steht am entgegengesetzten Ende der öffentlichen Aufmerksamkeit. Viele Menschen erkennen sein Bild, aber das schützt ihn nicht vor Austauschbarkeit. Sein Auftritt als Doppelgänger seiner selbst ist komisch und beunruhigend zugleich: Offenbar kann sogar der Betroffene schlechter als andere entscheiden, welche Darstellung seiner Person als glaubwürdig gilt.
Leo Richter verbindet mehrere Ebenen des Romans. Er ist eine Figur mit Eitelkeiten, Ängsten und Beziehungen; zugleich schreibt er Geschichten, deren Figuren innerhalb von Ruhm auftreten. Seine Autorschaft verleiht ihm Einfluss, macht ihn aber nicht zu einer verlässlichen moralischen Instanz. Gerade Rosalies Bitte und Elisabeths Widerstand zeigen, dass seine Einfälle für die Betroffenen Folgen haben.
Elisabeth setzt Leos Beschäftigung mit Literatur eine andere Erfahrung entgegen. Ihre Verbindung zur humanitären Arbeit schärft den Unterschied zwischen erzählter Gefahr und der Bedrohung wirklicher Menschen innerhalb ihrer Welt. Wenn sie sich gegen eine Rolle in Leos Geschichten wehrt, verteidigt sie nicht bloß ihre Privatsphäre. Sie besteht darauf, dass ihre Erlebnisse nicht allein aus seiner Sicht Bedeutung erhalten.
Rosalie und Maria Rubinstein erleben jeweils, wie wenig sich das eigene Leben absichern lässt. Rosalie kann mit ihrem Autor sprechen und erreicht eine Veränderung; Maria verliert unterwegs gerade die Kontakte, durch die sie ihren Platz in der vertrauten Welt bestätigen könnte. Blancos wiederum wird durch seine Bücher weithin wahrgenommen, findet in deren Botschaft aber keinen Halt. Mollwitz möchte aus seiner Bedeutungslosigkeit heraus und sucht Anerkennung bei Richter. Die Figuren reagieren unterschiedlich auf Verlust und Unsicherheit, doch keine besitzt ein unantastbares Selbstbild.
Themen und Motive
Der Titel Ruhm verspricht Größe, doch das Buch interessiert sich ebenso für die Kehrseite der Bekanntheit. Tanner will seinem öffentlichen Bild entkommen. Blancos ist erfolgreich, obwohl seine Überzeugungen erschüttert sind. Maria verschwindet aus ihrem Alltag, während ihr Name anderswo weiterbesteht. Ruhm bedeutet hier nicht notwendig Nähe zu anderen Menschen. Er kann auch eine Vorstellung verbreiten, die mit dem Leben des Betroffenen kaum übereinstimmt.
Eng damit verbunden ist das Motiv des Verschwindens. Maria geht ihrer Reisegruppe verloren; Rosalie endet als Figur, obwohl ihre Geschichte eine Wendung zum Leben nimmt; Tanner entfernt sich von seiner bisherigen Existenz. Solche Vorgänge sind nicht gleichzusetzen. Gemeinsam ist ihnen jedoch die beunruhigende Frage, was von einem Menschen bleibt, wenn vertraute Beziehungen, Rollen oder Erzählungen über ihn wegbrechen.
Kommunikationsmedien eröffnen neue Kontakte und machen zugleich sichtbar, wie störanfällig diese sind. Ebling hört Stimmen ohne die zugehörigen Personen zu kennen. Der Abteilungsleiter nutzt technische Erreichbarkeit, um sein Doppelleben zu organisieren, während ein Fehler in seinem Arbeitsbereich weit über seine eigene Geschichte hinauswirkt. Mollwitz sucht im Internet einen Ort, an dem seine Worte Gewicht haben. Maria erfährt dagegen, wie hilflos jemand werden kann, wenn der Kontakt zur Außenwelt abreißt. Technik ist in diesen Episoden weder eine einfache Ursache allen Unglücks noch bloße Kulisse. Sie verändert die Bedingungen, unter denen Menschen einander erreichen und erkennen.
Schließlich steht die Macht des Erzählens zur Debatte. Leo kann andere in Geschichten verwandeln; Mollwitz wünscht sich genau das, während Elisabeth es fürchtet. Rosalie versucht, innerhalb einer solchen Geschichte Einfluss auf ihren Ausgang zu gewinnen. Daraus entsteht keine eindeutige Antwort, ob Erzähltwerden Anerkennung oder Vereinnahmung bedeutet. Der Roman zeigt, warum beides möglich ist.
Sprache und Erzählweise
Die Form folgt dem Wechsel der Schauplätze und Figuren. Statt einer Stimme, die alles zusammenfasst, begegnet der Leser unterschiedlichen Perspektiven und Darstellungsweisen. Besonders auffällig ist Mollwitz’ Episode, in der seine Art, sich schriftlich auszudrücken, viel über sein Verhältnis zum Internet und zu anderen Menschen verrät. Der Brief von Blancos hat wiederum einen anderen Ton als die Geschichten um Ebling oder Tanner. Solche Unterschiede sorgen nicht nur für Abwechslung. Sie zeigen, dass jede Figur ihre Wirklichkeit auf eigene Weise ordnet und beschreibt.
Kehlmann arbeitet außerdem mit Wiederaufnahmen. Ein Name, der zunächst beiläufig erscheint, kann später zum Mittelpunkt einer Episode werden. Ein Ereignis erhält nachträglich eine Ursache, die vorher unbekannt war. Besonders deutlich geschieht dies bei der doppelten Vergabe von Telefonnummern: Was anfangs wie ein isolierter Zufall wirkt, gehört zu einem größeren Geflecht aus beruflicher Nachlässigkeit, privaten Lügen und fremden Entscheidungen. Die Erzählweise verlangt daher Aufmerksamkeit für kleine Verbindungen, ohne dass jede Einzelheit sofort erklärt werden müsste.
Anders funktionieren die Brüche zwischen den Erzählebenen. Rosalie spricht denjenigen an, der ihren Weg bestimmt. Am Schluss verschränken sich Elisabeths Wahrnehmung, Leos Schreiben und das Auftreten weiterer Figuren. Der Roman gibt damit seine Konstruktionsweise zu erkennen. Zugleich verliert Rosalies Angst vor dem Tod nicht einfach deshalb ihr Gewicht, weil sie als erfundene Figur auftritt. Gerade das Nebeneinander von erzählerischem Spiel und ernstem Konflikt prägt die Wirkung des Buches.
Was bei der Lektüre auffällt
Eine hilfreiche Frage bei jeder Episode lautet: Wer weiß hier was über wen? Ebling kennt die Anrufer nur durch ihre Stimmen, während diese ihn für Ralf halten. Tanner weiß, dass er selbst auftritt, wird aber als Nachahmer beurteilt. Rosalie kennt ihren Autor, kann dessen Absichten jedoch nicht beherrschen. Solche ungleichen Wissensstände erzeugen Komik, Spannung und gelegentlich Bedrohung.
Ebenso lohnt es sich, zwischen Verbindung und Erklärung zu unterscheiden. Dass zwei Geschichten durch eine Figur oder ein Mobiltelefon verknüpft sind, bedeutet noch nicht, dass sie dieselbe Frage auf dieselbe Weise beantworten. Die Nummernverwechslung lässt sich als Vorgang innerhalb der Handlung nachvollziehen. Rosalies Gespräch mit Leo überschreitet dagegen eine Grenze, die eine gewöhnliche Handlungserklärung gerade voraussetzen würde.
Auch der Umgang mit offenen Enden ist wichtig. Bei Maria bleibt ihre Lage bedrückend ungewiss; bei Blancos ist die letzte Entscheidung nicht eindeutig gezeigt. Der Schluss mit Elisabeth schafft ebenfalls keine beruhigende Ordnung aller Erzählebenen. Diese Offenheit ist kein Hindernis für die Deutung. Sie gehört zu einem Roman, der von Menschen erzählt, denen Gewissheit über ihre Rolle und ihren weiteren Weg fehlt.
Was könnten typische Prüfungsfragen sein?
- Wie verändern die fehlgeleiteten Anrufe Eblings Verhalten, und weshalb ist Ralf Tanners Erfahrung mehr als die Umkehrung desselben Vorgangs?
- Welche Wirkung hat es, dass die Ursache der Nummernverwechslung erst nach den Geschichten um Ebling und Tanner erkennbar wird?
- Inwiefern ist Rosalies verändertes Schicksal eine Rettung, und was stellt das Ende ihrer Geschichte wieder infrage?
- Wie unterscheiden sich Leo und Elisabeth in ihrem Verständnis von Gefahr und in ihrem Umgang mit den Erfahrungen anderer?
- Warum greifen manche Figuren nach einer neuen Rolle, während andere sich gegen eine fremde Zuschreibung wehren?
- Was verbindet Marias Verschwinden, Tanners Rückzug und Blancos’ Widerspruch zwischen öffentlichem Erfolg und persönlicher Verzweiflung?
- Wie verändert der Wechsel der Erzählweisen die Wahrnehmung von Mollwitz, Blancos und Leo Richter?
- Weshalb lässt sich Ruhm trotz seiner selbstständigen Episoden als zusammenhängender Roman lesen?
Für eine überzeugende Antwort genügt es nicht, ähnliche Motive aufzuzählen. Aufschlussreich wird der Vergleich, wenn er auch Unterschiede festhält: Ebling entscheidet sich zeitweise für die fremde Rolle, Maria verliert gegen ihren Willen den Anschluss an ihre Welt, und Elisabeth widersetzt sich der Geschichte, die ein anderer über sie erzählen könnte.
Fazit
Ruhm erzählt von Menschen, die in den Augen anderer zu jemand anderem werden oder aus deren Blickfeld geraten. Die neun Geschichten verbinden alltägliche Kommunikationsfehler mit ungewöhnlichen Eingriffen in das Erzählen selbst. Daraus entsteht ein Roman, dessen Form seine Fragen mitträgt: Eine Figur kann erneut auftauchen, ohne wieder dieselbe Stellung einzunehmen; eine spätere Episode kann eine frühere verändern, ohne sie aufzuheben. Hinter dem Spiel mit Rollen und Erzählebenen steht ein ernstes Anliegen. Kehlmann macht erfahrbar, wie sehr Menschen darauf angewiesen sind, erkannt zu werden, und wie unsicher selbst diese scheinbar einfache Gewissheit sein kann.
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