
Welche literarische Figur wären Sie selbst gerne für einen Tag?
Minerva McGonagall.
Was ist die ungewöhnlichste Situation, in der Sie jemals geschrieben haben?
Im Bad. Meine Kinder hatten beide Freunde zum Spielen da und alle sind durch das ganze Haus getobt und immer wieder in meine Arbeitszimmer geplatzt. Ich habe meinen PC genommen und mich im Bad eingeschlossen. Das hat funktioniert…zumindest eine Zeit lang.
Welches Buch hätten Sie gerne selbst geschrieben?
„Die Schachnovelle“ von Stefan Zweig.
Was ist der größte, aber falsche Mythos, den Menschen über das Leben als Schriftsteller glauben?
Vielleicht, dass Schreiben immer Spaß macht. Mir macht Schreiben oft Spaß, aber manchmal ist es auch anstrengend, weil ich die richtigen Worte nicht finde, die Handlung keinen richtigen Sinn ergibt oder die Kreativität einfach nicht fließen will.
Welche Kritik an Ihren Büchern hat Sie besonders getroffen oder überrascht?
Mich hat getroffen, dass jemand mit einer Figur nichts anfangen konnte, die mir selbst sehr nah war. Ich wollte sie sofort verteidigen. Aber vielleicht stand manches, was ich über sie wusste, einfach nicht im Buch.
Mit welchem Schriftsteller – lebend oder verstorben – würden Sie gerne einen Abend verbringen?
Christa Wolf.
Wie autobiografisch sind Ihre Bücher? Wie viel von Ihnen selbst fließt dort ein?
Ich weiß nicht, ob man Bücher schreiben kann, ohne dass etwas von einem einfließt. Ich kann es zumindest nicht. Aber meine Bücher sind nicht per se autobiografisch, nur einzelne Aspekte – welche Aspekte genau, ist mein Geheimnis.
Welche Frage wird Ihnen in Interviews nie gestellt, obwohl Sie sie gerne beantworten würden – und wie lautet Ihre Antwort?
Ob das Schreiben die emotional anstrengende Arbeit als Psychotherapeutin ausgleicht? Ja, für mich schon. Die schriftstellerische Aufarbeitung von Therapiegeschichten hilft mir, mich von der emotionalen Schwere, die häufig mit diesen Geschichten einhergeht, zu lösen.
Was können Sie uns schon über Ihr nächstes Projekt verraten?
Es wird wieder um Menschen, Beziehungen, Gefühle und deren Komplexität gehen. Nur selten sind zwischenmenschliche Beziehungen schwarz oder weiß.
Sie sind im Weltall: Elon hat Sie auf den Mars geschossen. Die Reise dauert lang, Sie durften aber nur drei Bücher mitnehmen, weil jedes Kilo zählt. Welche wären das?
Das würde mir sehr schwer fallen, mich da zu entscheiden. Auf jeden Fall Bücher mit schönen Geschichten, die auch ein Happy End haben. Schließlich möchte ich auf dem Flug zum Mars nicht zu grüblerisch werden.
Team Klassiker oder Team Gegenwartsliteratur – was inspiriert Sie mehr und warum?
Gegenwartsliteratur! Es ändert sich viel in der Sprache und in den Lebensrealtitäten. Ich mag Bücher, die einen Bezug zu meinem Leben haben.

