Günther Peer – Autorenporträt
In reifen Jahren, 2023 (c) Autor

Nach meiner kaufmännischen Lehre, habe ich beschlossen eine kirchliche Karriere zu machen. Ich war schon immer religiös, in der Jugendarbeit sehr aktiv und erfolgreich. Ich bekam eine Stelle im Bischöflichen Ordinariat.

Welche literarische Figur wären Sie selbst gerne für einen Tag?

Ich wäre gerne Hemingway, und möchte wie er dieses Jahrhundert in einem Roman einzufangen und die Zerissenheit der Gesellschaft aufzuzeigen, ohne vor dem Zeitgeist das Knie zu beugen.

Was ist die ungewöhnlichste Situation, in der Sie jemals geschrieben haben?

Ich habe, als ich noch Mönch im Kloster war, auf dem Speicher eine Kiste mit Liebesbriefen gefunden, die zwei Mönche einander geschrieben haben. Ich machte davon Notizen und habe sie später in einem Roman verarbeitet.

Welches Buch hätten Sie gerne selbst geschrieben?

Ich möchte gerne eine außergewöhnliche Liebesgeschichte zweier Menschen schreiben, die von der Gesellschaft geächtet sind, aber trotz allem ihre Liebe gelebt haben. Ich habe mit dieser Idee bereits zu schreiben begonnen.

Was ist der größte, aber falsche Mythos, den Menschen über das Leben als Schriftsteller glauben?

Die Menschen glauben, dass man mit einem Buch großen Erfolg hat, weil es veröffentlicht wurde und man dabei reich wird.

Welche Marotte oder Angewohnheit begleitet Sie beim Schreiben?

Ich bin ein disziplinierter Planer. Es muss nach einem Konzept erfolgen, sonst bin ich unglücklich. Sorgfältig recherchieren, täglich schreiben, und die Geschichte muss erlebbar werden.

Welche Kritik an Ihren Büchern hat Sie besonders getroffen oder überrascht?

Wenn man Behauptungen aufstellt, die aus der Luft gegriffen sind. Ein Beispiel: Ich habe für den Borgia-Roman sehr viele, positive Bewertungen erhalten, und ein Leser erdreistete sich zu schreiben – „mein Roman sei ein viel zu langer Schüleraufsatz“. Das hat mich tief getroffen und wütend gemacht.

Mit welchem Schriftsteller – lebend oder verstorben – würden Sie gerne einen Abend verbringen?

Ich begegne prinzipiell gerne Menschen, mit denn man sich angeregt unterhalten kann – nicht nur über Literatur.

Wie autobiografisch sind Ihre Bücher? Wie viel von Ihnen selbst fließt dort ein?

Ich lasse in meine historischen Romane immer wieder persönlich erlebte Situationen aus dem kirchlichen Bereich einfließen, um sie die Authentizität zu unterstreichen.

Welche Frage wird Ihnen in Interviews nie gestellt, obwohl Sie sie gerne beantworten würden – und wie lautet Ihre Antwort?

Warum haben Sie diesen Roman überhaupt geschrieben?
Meine Antwort: Damit man die Zusammenhänge zwischen meiner geschriebenen Geschichte und der tatsächlichen Geschichte erleben kann.

Was können Sie uns schon über Ihr nächstes Projekt verraten?

Ich habe viele Projekte im Kopf. Daran mangelt es nicht. Vor allem historische Themen aus der Kirchengeschichte haben es mir angetan. Das Problem ist nicht einen Roman darüber zu schreiben, sondern einen Verlag zu finden, der bereits ist, ohne Druckkostenzuschuss zu veröffentlichen.

Sie sind im Weltall: Elon hat Sie auf den Mars geschossen. Die Reise dauert lang, Sie durften aber nur drei Bücher mitnehmen, weil jedes Kilo zählt. Welche wären das?

Ich würde kein Buch mitnehmen, um den zu erwartenden Abenteuer nicht vorzugreifen, sondern meine Neugier und die Bereitschaft Neues zu entdecken.

Team Klassiker oder Team Gegenwartsliteratur – was inspiriert Sie mehr und warum?

Eher die Klassiker, das sie die Fantasie mehr beflügeln und nicht wie in der Gegenwartsliteratur, die eher hinderlich ist, da sie vermehrt dem Zeitgeist huldigt.

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