Katja Hildebrand – Autorenporträt
(c) Jagsttal-Autorin Katja Hildebrand

In Ulm geboren als erstes von drei Geschwistern, beide eltern Lehrern, wollte ich eigentlich genau den Beruf nie ergreifen – und habe es dennoch getan. Heute bin ich sehr glücklich, damals diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich schreibe, seit ich in die Schule gekommen bin.

Welche literarische Figur wärst du selbst gerne für einen Tag?

Ich wäre gerne Peter Pan und würde fliegen können.

Was ist die ungewöhnlichste Situation, in der du jemals geschrieben hast?

Auf der Autobahn auf dem Beifahrersitz neben meinem Mann. Ich kritzelte die Ideen auf einen Schreibblock, den ich immer dabei habe. Offenbar war die Straße nicht besonders gut, denn ich konnte das Gekritzel später kaum entziffern; es gab immer wieder merkwürdige Sprünge und Hopser in den Sätzen.

Welches Buch hättest du gerne selbst geschrieben?

Definitiv Harry Potter.

Was ist der größte, aber falsche Mythos, den Menschen über das Leben als Schriftsteller glauben?

Dass man von morgens bis abends permanent gute Ideen hat und dass man steinreich ist.

Welche Marotte oder Angewohnheit begleitet dich beim Schreiben?

Ich muss beim Schreiben Kaugummikauen und bekomme absolut nichts um mich herum mit.

Welche Kritik an deinen Büchern hat dich besonders getroffen oder überrascht?

Besonders getroffen hat mich ein anonymer Brief, angeblich im Namen einiger Eltern geschrieben. Es ging darin um Kritik, die ich in einem Zeitungsinterview am Leseverhalten der Kinder und auch am Vorleseverhalten der Eltern geäußert habe. Es war unfair, dass es anonym war – so konnte ich nicht dazu Stellung nehmen. Auf meiner Homepage habe ich den Brief veröffentlicht.

Mit welchem Schriftsteller – lebend oder verstorben – würdest du gerne einen Abend verbringen?

Ich würde gerne mit Erich Kästner einen Abend lang philosophieren und Ideen austauschen.

Wie autobiografisch sind deine Bücher? Wie viel von dir selbst fließt dort ein?

In jedes meiner Bücher fließen automatisch viele Erfahrungen und Erlebnisse ein, die ich selbst gemacht habe. Je reicher der Erfahrungsschatz eines Menschen ist, desto besser gelingt es ihm auch, sich in andere Menshen hineinzuversetzen. Ich höre gerne Menschen zu, wenn sie mir ihre Geschichte erzählen und finde dann manchmal Parallelen zu bereits Gehörtem, Erlebtem oder eben Anknüpfungspunkte für Figuren und Handlungsstränge.

Was kannst du uns schon über dein nächstes Projekt verraten?

Ich möchte noch einen zweiten Teil meines erfolgreichsten historischen Romans „Die Rätsel von Regenbach“ schreiben – weil dieser Ort einfach magisch ist und seine Rätsel nie gelöst sein werden, egal wie lang die Archäologen dort noch graben und wie viel sie interpretieren.

Team Klassiker oder Team Gegenwartsliteratur – was inspiriert dich mehr und warum?

Tatsächlich inspiriert mich beides auf unterschiedlichen Ebenen.

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