Anna McPartlin: „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“

Hörbuchrezension von Mona.

tage rabbit hayesDies ist das um 1/3 gekürzte Hörbuch aus dem Randomhouse Audio Verlag, gelesen von Nina Petri, die einigen Menschen aus dem „Tatort“ bekannt sein dürfte.

Die Geschichte beginnt damit, dass Rabbit Hayes (eigentlich Mia Hayes) in ein Hospiz geht, um dort entspannt die letzten neun Tage ihres Lebens genießen zu können. Dort begleitet wird sie von ihrer unglaublich liebenswerten Familie bestehend aus ihrer Mutter, ihrem Vater, ihrer Tochter und ihrem Bruder, die teilweise der ständig in der Luft liegenden Dramatik den Wind aus den Segeln nehmen und immer mal wieder eine Gelegenheit zum Durchatmen bieten.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Erzählperspektiven erzählt und die Erzählstruktur bietet neben der eigentlichen Handlung noch zahlreiche Rückblenden, die in Rabbits Kindheit, ihre Jugend und dem Anfangsstadium ihrer Krankheit zurückreichen.

Und hierbei handelt es sich um die leider viel zu sehr verbreite Krankheit des Brustkrebs’. Wie das Leben oft spielt, musste auch Rabbit die Erfahrung machen, eine Krankheit scheinbar besiegt zu haben um letztendlich jedoch von ihr besiegt zu werden. Wir begleiten Rabbit auf ihren letzten Tagen zwischen Hoffnungslosigkeit, Unverständnis, Wut und Dankbarkeit.

Zuvor hatte ich mir schon verschiedene Meinungen über diese Geschichte eingeholt und so ziemlich alle enthielten dieselbe Botschaft – Haltet die Taschentücher bereit, es wird todtraurig! So hat mich die Geschichte zwar auch teilweise an den Rand meiner Traurigkeit gebracht, konnte mich allerdings nicht so eiskalt erwischen, weil ich darauf vorbereitet war. Was ich aber einen viel wichtigeren Kernpunkt finde, sind diese völlig echten und aus dem Leben gegriffenen Charaktere!

Keiner weiß so recht mit der Situation umzugehen, aber alle sind von ganzem Herzen bestrebt, Rabbit so angenehm wie möglich zu verabschieden. Es wird untereinander gestritten, sich völlig unverblümt die Meinung entgegengeschrien und dem Nervenzusammenbruch nahe hyperventiliert. Alles, ohne dass Rabbit es mitbekommt. Rabbit als Protagonistin versprüht so viel Witz und Charme trotz dieser Extremsituation, dass es mir als Zuhörerin noch viel schwerer fiel, sie gehenzulassen. Und mindestens genauso interessant und liebenswert (teilweise aufgrund ihrer Verschrobenheit) sind alle Familienmitglieder!

Aber eine so außergewöhnlich schöne Geschichte wäre in diesem Medium natürlich nichts ohne einen geeigneten Sprecher. Und der wurde in Nina Petri auf jeden Fall gefunden! Vor Allem wenn es um die Figuren Rabbit oder ihre Mutter geht, verleiht die Sprecherin ihren Charakteren so viel Glaubwürdigkeit, Charme und den benötigten Tiefgang, dass es mir jedes Mal ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert hat. Sie hat mir Rabbits freche und sarkastische Art wunderbar dargeboten, ihr aber genauso viel Traurigkeit und Verzweiflung verliehen.

Einen kleinen Abzug gibt’s von mir, da mir die Geschichte teilweise doch zu drastisch gekürzt war. Es gab für den Handlungsverlauf wichtige Szenen, die nur sehr kurz angeschnitten wurden und gewisse Fakten, die wahnsinnig viel zu Rabbits Charakter beigetragen haben, kamen meiner Meinung nach einfach zu kurz. Was der Gesamtgeschichte jedoch nur wenig anhaben konnte.

Fazit

Eine hervorragend gelesene Geschichte voll tiefer Emotionen, komplett ungeschönt und echt. Eine klare Empfehlung!

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