Britta Teckentrup: Nachts, wenn alles schläft…

Rezension von Mona

„Nachts, wenn alles schläft…“ ist das aktuelle Bilderbuch der Autorin Britta Teckentrup (Stand 06/2016). Außerordentlich detailverliebt erzählt die Autorin hier die Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich des Nachts auf abenteuerliche Reisen begibt und lädt dabei selber zum Träumen ein.

„Sanft schaukelt das Boot
Durch die samtblaue Nacht,
wiegt uns auf den Wellen,
bis der Tag erwacht.“

Bei seinen nächtlichen Reisen wird das Mädchen von ihrem Freund, dem Löwen, begleitet. Gemeinsam begegnen sie den Geschöpfen des Meeres und des Waldes und geben sich einfach dem Moment hin. Begleitet wird die Geschichte von einigen Zeilen Text auf fast jeder Seite. Aber das Buch punktet auch nicht durch Poesie, sondern durch Bildgewaltheit. Die Texte ergänzen nur sehr fein eine Geschichte, die eigentlich gar keine Worte braucht.

Und dann kommen wir zu dem, was die Geschichte zu dem macht, was sie ist.

Den Bildern.

Die Autorin verbindet realistische und abstrakte Elemente. Zu der Technik kann ich nur wenig sagen, da ich von Kunst schlichtweg keine Ahnung habe. Was ich aber sagen kann ist, dass die Autorin einen unvergleichlichen Stil hat, der ihr auf jeden Fall einen Wiedererkennungswert verleiht und sich auch in ihren anderen Büchern niederschlägt. Die Bilder sind eher düster gehalten, sie sind absolut frei von quietschigen Farben oder Kitsch.

Falls man den Stil irgendwo einordnen kann, dann würde ich es laienhaft als „skandinavisch“ bezeichnen. Obwohl diese Einordnung dem Stil der Autorin auch nicht gerecht würde. Ich hoffe man versteht trotzdem, worauf ich hinaus will. Was die Bilder auch auszeichnet ist (und ich weiß wovon ich spreche, ich habe mir das Buch schon 5-mal freudig angeschaut), dass sie jedes Mal neue Details offenbaren, die einem vielleicht beim vorigen Angucken gar nicht aufgefallen sind.

Die Autorin spielt hier ganz geschickt mit offensichtlichen und versteckten Details, Elemente überlappen sich teilweise sodass manche von ihnen auf den ersten Blick nicht ins Auge fallen. Und allein diese Tatsache macht das Buch meiner Meinung nach zu einem All-Ager. Hätte ich es mir als Kind angeschaut, hätte ich vermutlich meinen Blick auf andere Elemente gewandt, als heute. Die Bilder sind gleichermaßen schlicht wie fantasievoll, sie laden jedermann zum Verweilen und Träumen ein.

Fazit

„Nachts wenn alles schläft“ ist ein detailverliebtes, rundum schönes Bilderbuch. Eine Hommage an die Kraft der Poesie und der Liebe zu Träumen.