Wolfgang Bittner

Geboren am 29. Juli 1941 in Gleiwitz (heute Gliwice, Polen)

Wolfgang Bittner – Autorenporträt
(c) Archiv W. Bittner

„Die Themen finden mich, und ich schreibe.“

Wolfgang Bittner

Interview

Fun Facts

  • Nach der Flucht aus Oberschlesien verbrachte er rund zehn Jahre seiner Kindheit in einem ostfriesischen Barackenlager; die Erfahrung floss später in seine Romane ein.
  • Sein Kinderbuch „Die Grizzly-Gruzzly-Bären“ wurde in niederländischer Übersetzung als „Beregezellig!“ von der Stichting Nederlandse Kinderjury ausgezeichnet.
  • Er verfasste ein deutsch-polnisches Buch über seine Geburtsstadt: Der Titel „Gleiwitz heißt heute Gliwice“ nennt zwei Namen desselben Ortes, an dem sich europäische Geschichte überlagert.
  • Der Schriftsteller saß selbst im WDR-Rundfunkrat – obwohl (oder weil?) er sich in seinen publizistischen Texten ausgesprochen kritisch mit Medienmacht auseinandersetzt.

Werke von Wolfgang Bittner

Buchcover: Niemandsland

Niemandsland

Ein Universitätsdozent erlebt, wie die vermeintliche Sicherheit seines Lebens zerfällt. Die Gegenwart erscheint sinnlos, und er beginnt in den Erinnerungen nach den Ursprüngen seiner Unruhe zu suchen. Seine Spur führt von der Nachkriegszeit und einem Barackenlager durch Studentenbewegung und gesellschaftliche Konflikte der alten Bundesrepublik. Bittner legt die Geschichte als innere Bestandsaufnahme an, die zugleich ein Zeitbild entwirft. Je genauer der Erzähler seiner Vergangenheit nachgeht, desto fragwürdiger werden die Erzählungen, mit denen er sich bislang Halt gegeben hat.

Buchcover: Die Abschaffung der Demokratie

Die Abschaffung der Demokratie

Wolfgang Bittner attackiert in satirischen Miniaturen die Routinen der politischen Öffentlichkeit. Gierige Reeder erscheinen als ölfressende Bakterien, Flughafenkontrollen geraten zur absurden Machtdemonstration und eine Steuer auf das Schweigen macht sprachlos. Die Übertreibung ist Methode: Hinter komischen Einfällen stehen seine Kritik an Entsolidarisierung, Überwachung und politischen Ritualen. Der Band ist keine neutrale Bestandsaufnahme, sondern eine polemische Sammlung mit klar erkennbarer Haltung. Wer ihn liest, begegnet ebenso dem Vergnügen an grotesken Bildern wie Bittners provozierender Sicht auf gesellschaftliche Entwicklungen.

Buchcover: Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen

Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen

In Oberschlesien scheint der Krieg zunächst fern. Doch aus Meldungen über Gefallene werden unmittelbare Bedrohungen, und eine Mutter muss mit ihrem Kind die vertraute Welt verlassen. Die Flucht führt nach Norddeutschland, wo Hunger, provisorische Unterkünfte und der schwierige Neubeginn warten. Bittner verbindet das Schicksal dieser Familie mit den politischen Veränderungen der Nachkriegszeit. Zwischen Kriegserfahrung und westdeutschem Wirtschaftswunder erzählt der Roman davon, wie Menschen ihre Identität bewahren, während Grenzen und gesellschaftliche Gewissheiten verschoben werden.