Louis Begley

* 6. Oktober 1933 in Stryj (damals Polen, heute Ukraine) · US-amerikanischer Schriftsteller und Jurist

Louis Begley – Autorenporträt
Louis Begley (c) Das blaue Sofa / Club Bertelsmann

„I know of no other activity that is as pleasant as writing.“

Louis Begley

Biografie

Fun Facts

  • Um der Verfolgung als jüdisches Kind zu entgehen, musste Begley sich mit seiner Mutter als polnischer Katholik ausgeben; er verbrachte viele gefährliche Tage versteckt mit Büchern und Zinnsoldaten.
  • Seinen ersten Roman veröffentlichte er erst mit 57, während er zugleich als Jurist bei einer international führenden Wirtschaftskanzlei arbeitete.
  • Als er zum Präsidenten des amerikanischen PEN-Zentrums gewählt wurde, organisierte er parallel für asiatische Mandanten ein riesiges Zementfabrikprojekt in China.
  • Seine Handschrift fand er zwar elegant, aber völlig unleserlich; deshalb schrieb er Romane lieber auf einem Toshiba-Laptop am Esszimmertisch.
  • Der erfolgreiche Autor war im Fitnessstudio ein stiller Protestler: Beim Training auf dem Stairmaster ärgerte er sich über die Musikvideos und hätte viel lieber CNN geschaut.

Werke von Louis Begley

Buchcover: Lügen in Zeiten des Krieges

Lügen in Zeiten des Krieges

Maciek wächst in einer wohlhabenden jüdischen Familie in Polen auf. Mit dem deutschen Einmarsch zerfällt seine vertraute Welt, und die Flucht wird zu einer Folge immer neuer Rollen und falscher Papiere. Zusammen mit seiner Tante muss er jede Geste kontrollieren, um nicht als Jude erkannt zu werden. Begley beschreibt die Verfolgung aus der Perspektive eines Kindes, das viel beobachtet, aber nicht alles versteht. Der Roman verdichtet eigene Lebenserfahrungen zu einer Fiktion über Angst, Selbstbeherrschung und den zerstörerischen Preis des Überlebens.

Buchcover: Schmidt

Schmidt

Albert Schmidt hat es als New Yorker Wirtschaftsanwalt weit gebracht. Im Ruhestand, nach dem Krebstod seiner Frau, verliert sein sorgfältig eingerichtetes Leben jedoch seinen Halt. Besonders die geplante Hochzeit seiner Tochter mit einem früheren Kanzleikollegen bringt seine Vorurteile zum Vorschein. Dann begegnet er der deutlich jüngeren Carrie und hofft auf einen neuen Anfang. Begley erzählt mit trockenem Blick von Standesdünkel, verletztem Stolz und späten Gefühlen. Der Leser muss selbst entscheiden, ob Schmidt ein bemitleidenswerter Mann oder ein erschreckend unsympathischer Zeitgenosse ist.

Buchcover: Erinnerungen an eine Ehe

Erinnerungen an eine Ehe

Philip, Schriftsteller und Witwer, kehrt nach New York zurück und trifft Lucy wieder, eine frühere Bekannte aus der besseren Gesellschaft. Sie erzählt ihm voller Bitterkeit vom Scheitern ihrer Ehe mit dem sozialen Aufsteiger Thomas Snow. Philip lässt die Erinnerungen nicht los und beginnt selbst Nachforschungen anzustellen. Je mehr Perspektiven er hört, desto fragwürdiger wird die scheinbar klare Schuldverteilung. Begley macht aus der Untersuchung einer gescheiterten Verbindung zugleich ein Porträt von Klassenbewusstsein, verletztem Stolz und den Geschichten, mit denen Menschen ihre Vergangenheit rechtfertigen.

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