Kirstin Breitenfellner

* 1966 in Wien; österreichische Schriftstellerin, Journalistin und Yogalehrerin

Kirstin Breitenfellner – Autorenporträt
Kirstin Breitenfellner fotografiert von Mats Bergen

„Oft sind die Figuren mit den politisch nicht ganz so korrekten Ansichten die interessantesten.“

Kirstin Breitenfellner

Interview

Fun Facts

  • In einer von ihr erlebten Expertenjury stand ein Buch bereits auf Platz eins der Auswahl, obwohl es noch gar nicht erschienen war. Für Breitenfellner ist das ein Lehrstück über Zeitdruck und Gruppendynamik im Literaturbetrieb.
  • In ihrem Roman „Die Überwindung des Möglichen“ ließ sie ein erst eineinhalb Jahre altes Kind als Figur auftreten. Ein früher Leser hielt das für abschreckend, änderte seine Meinung nach der Lektüre aber wieder.
  • Für ihre „Wiener Décollagen“ sammelte sie verwitterte, übereinandergeklebte Plakatreste als ungeplante Straßenkunst. Sie veränderte die gefundenen Arrangements nicht, sondern setzte mit dem fotografischen Ausschnitt ihren Rahmen.
  • Für ein Buch über Maria Lassnig bearbeitete sie Gespräche der Künstlerin mit Hans Ulrich Obrist. Die Aufzeichnungen geben ungewöhnliche Einblicke in Lassnigs Atelieralltag, in dem zu Gesprächen auch Apfelstrudel gehörte.

Werke von Kirstin Breitenfellner

Buchcover: Maria malt

Maria malt

Als kleines Mädchen bekommt Maria Papier und Bleistift, damit sie endlich stillsitzt. Jahrzehnte später wird aus ihr die Künstlerin Maria Lassnig, die sich ihren Platz in einer von Männern beherrschten Kunstwelt mühsam erkämpft. Breitenfellner verfolgt die Malerin von Kärnten über Wien und Paris bis nach New York und beschreibt auch ihr spannungsreiches Verhältnis zu Arnulf Rainer. Nicht die Legende einer von Anfang an gefeierten Geniefigur steht im Mittelpunkt, sondern eine eigenwillige Frau, deren größte künstlerische Anerkennung erst spät kommt.

Buchcover: Bevor die Welt unterging

Bevor die Welt unterging

Judith wächst in einer Zeit auf, in der die Katastrophe scheinbar jederzeit bevorsteht. Das Waldsterben, die Angst vor einem Atomkrieg, AIDS und später Tschernobyl sind keine abstrakten Nachrichten, sondern dringen bis in Freundschaften und Liebesgeschichten hinein. Während die Jugendlichen ihre Freiheit erproben, stellt die erwachsene Welt düstere Zukunftsprognosen. Breitenfellner fängt die widersprüchliche Atmosphäre der achtziger Jahre ein: ausgelassene Musik und Protest, Lebenslust und Weltuntergangsstimmung. Der Roman erzählt von einer Generation, die trotz aller düsteren Zeichen ins eigene Leben aufbrechen will.

Buchcover: Das Geheimnis der Schnee-Eule

Das Geheimnis der Schnee-Eule

Tiba und ihr Bruder Kai besuchen Verwandte auf dem Land. Dort entdecken sie eine merkwürdige Geschichte um eine seltene Schnee-Eule, die zum ausgestopften Schaustück werden könnte. Verdächtig ist schnell jemand, doch die Kinder lernen, dass Gerüchte keine Beweise ersetzen. Gemeinsam mit anderen jungen Figuren suchen sie nach Spuren und geraten in ein Netz aus Ängsten, Vorurteilen und falschen Verdächtigungen. Breitenfellners Kinderkrimi verbindet ein handfestes Tier- und Naturschutzthema mit der Frage, wie Menschen vorschnell über Außenseiter urteilen.