
Welche literarische Figur wärst du selbst gerne für einen Tag?
Ich wäre gerne für einen Tag der kleine Prinz aus dem gleichnamigen Buch von Antoine de Saint-Exupéry. Seine Art, die Welt mit Neugier, Offenheit und einem Blick für das Wesentliche zu betrachten, finde ich unglaublich inspirierend. Gerade als Erwachsene verlieren wir manchmal die Fähigkeit, die einfachen Dinge wirklich wahrzunehmen. Wir sind so sehr mit unseren Verpflichtungen, Erwartungen und Zielen beschäftigt, dass wir vergessen, was uns eigentlich glücklich macht. Für einen Tag die Welt wieder mit den Augen des kleinen Prinzen zu sehen, wäre deshalb eine wunderbare Erfahrung. Und vielleicht würde ich dabei etwas entdecken, das auch perfekt zu meinem eigenen Buch passt: Dass es im Leben nicht immer darum geht, schneller, höher oder weiter zu kommen, sondern manchmal einfach darum, den eigenen Weg bewusster zu gehen.
Was ist die ungewöhnlichste Situation, in der du jemals geschrieben hast?
Die ungewöhnlichsten Situationen entstehen bei mir eigentlich dann, wenn ich gar nicht vorhabe zu schreiben – nämlich beim Laufen. Gerade auf längeren Läufen, wenn ich mehrere Stunden unterwegs bin, kommen mir oft die besten Gedanken und Ideen. Während der Körper in Bewegung ist, wird der Kopf frei und plötzlich entstehen ganze Textpassagen, neue Perspektiven oder Gedanken, die ich unbedingt festhalten möchte. Manchmal muss ich dann tatsächlich stehen bleiben, mein Smartphone hervorholen und mir eine Idee notieren, bevor sie wieder verschwunden ist. Das Schöne daran: Genau diese Verbindung zwischen körperlicher Bewegung und mentaler Klarheit spielt auch in meinem Buch eine wichtige Rolle. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich so gerne laufe: Es trainiert nicht nur meinen Körper, sondern bringt auch meine Gedanken in Bewegung.
Welches Buch hättest du gerne selbst geschrieben?
"Der Alchimist" von Paulo Coelho. Mich fasziniert, wie es diesem Buch gelingt, eine eigentlich einfache Geschichte mit einer unglaublich tiefgründigen Botschaft zu verbinden. Es geht darum, seinen eigenen Weg zu finden, an seine Träume zu glauben und den Mut aufzubringen, ihnen auch wirklich zu folgen. Besonders schön finde ich den Gedanken, dass nicht nur das Erreichen eines Zieles zählt, sondern vor allem auch die Erfahrungen und Erkenntnisse, die wir auf dem Weg dorthin sammeln. Genau diese Philosophie begleitet mich auch in meinem eigenen Leben. Denn oft entdecken wir erst dann, was wirklich in uns steckt, wenn wir bereit sind, unsere gewohnten Wege zu verlassen.
Was ist der größte, aber falsche Mythos, den Menschen über das Leben als Schriftsteller glauben?
Dass man nur auf den richtigen Moment oder die große Inspiration warten muss und die Worte dann ganz von alleine aufs Papier fließen. Ich glaube, Schreiben hat unglaublich viel mit Ausdauer, Geduld und Disziplin zu tun. Eigentlich ist es dem Marathonlaufen gar nicht so unähnlich. Am Anfang steht eine Idee, ein Ziel oder eine Vision. Doch der Weg dorthin besteht aus vielen kleinen Schritten, manchmal auch aus Zweifeln, Rückschlägen und Momenten, in denen man am liebsten alles hinschmeißen würde. Die eigentliche Kunst besteht darin, trotzdem weiterzumachen. Und genau das ist für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse: Nicht die Inspiration allein bringt uns ans Ziel, sondern das, was wir daraus machen.
Welche Marotte oder Angewohnheit begleitet dich beim Schreiben?
Ich habe die Angewohnheit, Gedanken immer wieder zu hinterfragen und so lange an einer Formulierung zu feilen, bis sie für mich wirklich stimmig ist. Dabei geht es mir weniger darum, möglichst kompliziert oder besonders anspruchsvoll zu schreiben. Ganz im Gegenteil: Ich möchte auch tiefgründige Gedanken so einfach und verständlich wie möglich ausdrücken. Manchmal beschäftige ich mich deshalb erstaunlich lange mit einem einzigen Satz. Außerdem kommen mir viele meiner besten Ideen gar nicht am Schreibtisch, sondern beim Laufen. Wenn die Beine in Bewegung sind, werden oft auch die Gedanken klarer. Deshalb ist mein Smartphone als Notizbuch fast immer mit dabei.
Welche Kritik an deinen Büchern hat dich besonders getroffen oder überrascht?
Eine Rückmeldung, die mich nachdenklich macht, ist die Vermutung, dass mein Buch "Weil du mehr kannst – Die 7 Prinzipien des Marathon Mindset" in erster Linie für Marathonläufer gedacht ist. Das kann ich aufgrund des Titels durchaus nachvollziehen. Gleichzeitig steckt dahinter aber eine Botschaft, die weit über den Laufsport hinausgeht. Für mich ist der Marathon eine Metapher für das Leben. Wir setzen uns Ziele, stoßen auf Hindernisse, erleben Rückschläge, zweifeln manchmal an uns selbst und müssen lernen, trotzdem unseren Weg weiterzugehen. Genau deshalb richtet sich mein Buch an alle Menschen, die etwas in ihrem Leben verändern, ihre eigenen Grenzen überwinden und ihr Potenzial entfalten möchten. Man muss keinen einzigen Kilometer laufen, um etwas aus den sieben Prinzipien für sich mitzunehmen.
Mit welchem Schriftsteller – lebend oder verstorben – würdest du gerne einen Abend verbringen?
Mit Viktor Frankl. Seine Lebensgeschichte und vor allem seine Gedanken über Sinn, innere Freiheit und die menschliche Fähigkeit, selbst unter schwierigsten Bedingungen eine bewusste Haltung einzunehmen, finde ich unglaublich beeindruckend. Besonders faszinierend ist für mich seine Überzeugung, dass wir nicht immer beeinflussen können, was uns im Leben widerfährt, aber sehr wohl, wie wir damit umgehen. Ich würde gerne mit ihm darüber sprechen, warum so viele Menschen heute trotz unzähliger Möglichkeiten Schwierigkeiten haben, ihren eigenen Weg zu finden und ein wirklich erfülltes Leben zu führen. Ich bin überzeugt, dass ein solcher Abend nicht nur unglaublich inspirierend wäre, sondern auch meine eigene Sicht auf das Leben noch einmal nachhaltig verändern könnte.
Wie autobiografisch sind deine Bücher? Wie viel von dir selbst fließt dort ein?
In meinem Buch "Weil du mehr kannst – Die 7 Prinzipien des Marathon Mindset" steckt unglaublich viel von mir selbst. Auch wenn es keine klassische Autobiografie ist, sind viele Gedanken, Erkenntnisse und Erfahrungen direkt aus meinem eigenen Leben entstanden. Besonders der Marathonlauf hat mich über die Jahre vieles gelehrt. Nicht nur über Ausdauer, Disziplin und mentale Stärke, sondern auch über den Umgang mit Rückschlägen, Selbstzweifeln und die Bedeutung, seinen eigenen Weg zu gehen. Dabei waren es oft gar nicht die großen Erfolge, die mich am meisten geprägt haben, sondern gerade jene Momente, in denen etwas nicht nach Plan gelaufen ist. Auch meine Erfahrungen als Lauf- und Mentaltrainer fließen in das Buch ein. Ich durfte viele Menschen auf ihrem Weg begleiten und dabei immer wieder erleben, wie viel möglich wird, wenn jemand beginnt, an sich selbst zu glauben. Mein Buch ist deshalb nicht einfach eine Sammlung von theoretischem Wissen. Es ist vielmehr das Ergebnis meiner persönlichen Erfahrungen, Überzeugungen und Erkenntnisse, die ich gerne mit anderen Menschen teilen möchte.
Welche Frage wird dir in Interviews nie gestellt, obwohl du sie gerne beantworten würdest – und wie lautet deine Antwort?
Die Frage wäre: "Was würdest du dir wünschen, dass ein Mensch nach dem Lesen deines Buches tatsächlich verändert?" Meine Antwort darauf ist ganz einfach: Ich wünsche mir, dass er ins Handeln kommt. Natürlich freue ich mich, wenn jemand mein Buch liest und sagt, dass es inspirierend, motivierend oder interessant war. Aber noch viel mehr würde es mich freuen, wenn daraus eine tatsächliche Veränderung entsteht. Vielleicht ist es ein längst aufgeschobener Traum, den jemand endlich wieder aufgreift. Vielleicht ein mutiger Entschluss, ein schwieriges Gespräch oder einfach die Entscheidung, sich selbst wieder mehr zuzutrauen. Ich bin überzeugt, dass unglaublich viele Menschen weit mehr erreichen könnten, als sie selbst für möglich halten. Oft fehlt es nicht an Fähigkeiten oder Möglichkeiten, sondern am Vertrauen in sich selbst und am Mut, den ersten Schritt zu machen. Wenn mein Buch dazu beiträgt, dass jemand diesen Schritt wagt, dann habe ich als Autor genau das erreicht, was ich mir wünsche.
Was kannst du uns schon über dein nächstes Projekt verraten?
Mein großes Anliegen ist es, Menschen nicht nur zu inspirieren, sondern sie auch dabei zu unterstützen, ihre Erkenntnisse tatsächlich im Alltag umzusetzen. Deshalb gibt es ergänzend zu meinem Buch "Weil du mehr kannst – Die 7 Prinzipien des Marathon Mindset" auch ein Workbook. Darin können sich die Leserinnen und Leser intensiver mit den sieben Prinzipien beschäftigen, ihre eigenen Denk- und Verhaltensmuster reflektieren und konkrete Schritte für ihre persönliche Entwicklung erarbeiten. Darüber hinaus möchte ich die Themen mentale Stärke, persönliche Weiterentwicklung und das Erreichen großer Ziele noch stärker miteinander verbinden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf meinem Marathoncoaching. Denn für mich ist die Vorbereitung auf einen Marathon weit mehr als ein sportliches Trainingsprogramm. Sie ist auch eine Reise zu sich selbst, auf der man unglaublich viel über die eigenen Fähigkeiten, Grenzen und Möglichkeiten lernen kann. Und wer weiß, vielleicht entsteht aus all diesen Erfahrungen und Begegnungen irgendwann auch die Idee für ein weiteres Buch. Gedanken und Themen dafür gibt es jedenfalls genügend!
Du bist im Weltall: Elon hat dich auf den Mars geschossen. Die Reise dauert lang, du durftest aber nur drei Bücher mitnehmen, weil jedes Kilo zählt. Welche wären das?
Nur drei Bücher? Das wäre vermutlich schon die erste große mentale Herausforderung dieser Reise! 😄 Mein erstes Buch wäre "Der Alchimist" von Paulo Coelho. Eine wunderbare Geschichte darüber, seinen Träumen zu folgen, den eigenen Weg zu finden und darauf zu vertrauen, dass jede Reise ihren Sinn hat. Gerade auf dem Weg zum Mars wäre das vermutlich eine ziemlich passende Lektüre. Als zweites würde ich "... trotzdem Ja zum Leben sagen" von Viktor Frankl mitnehmen. Ein unglaublich bewegendes Buch über die menschliche Fähigkeit, selbst unter schwierigsten Umständen Sinn, Hoffnung und innere Stärke zu bewahren. Ich denke, gerade auf einer langen Reise durch das Weltall könnte man daraus viel Kraft schöpfen. Und als drittes? Da würde ich tatsächlich mein eigenes Buch "Weil du mehr kannst" einpacken. Nicht, weil ich es ständig selbst lesen möchte, sondern weil ich wahrscheinlich irgendwann einen kleinen Motivationsschub brauchen könnte. Schließlich wäre der Mars wohl die bislang größte Herausforderung meines Lebens. Und sollte Elon mich dort tatsächlich einen Marathon laufen lassen, wäre ich zumindest mental bestens vorbereitet! 😄
Team Klassiker oder Team Gegenwartsliteratur – was inspiriert dich mehr und warum?
Ich würde sagen, ich gehöre zu beiden Teams, wobei mich vor allem Bücher begeistern, die zum Nachdenken anregen und neue Perspektiven eröffnen. An Klassikern fasziniert mich besonders, dass manche Gedanken und Erkenntnisse auch nach vielen Jahrzehnten nichts von ihrer Bedeutung verloren haben. Themen wie Mut, Hoffnung, Sinn, persönliche Freiheit oder die Suche nach dem eigenen Weg sind schließlich zeitlos. Gleichzeitig schätze ich moderne Literatur und insbesondere Sachbücher, die aktuelle Herausforderungen aufgreifen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse vermitteln und konkrete Impulse für das eigene Leben geben. Für mich ist deshalb weniger entscheidend, wann ein Buch geschrieben wurde, sondern vielmehr, was es in mir auslöst. Ein wirklich gutes Buch sollte mich nicht nur unterhalten oder informieren. Es sollte mich berühren, meine Sichtweise erweitern und vielleicht sogar dazu bewegen, etwas in meinem Leben zu verändern. Denn genau darin liegt für mich die besondere Kraft von Büchern: Sie können uns auf Gedanken bringen, auf die wir alleine vielleicht niemals gekommen wären.

