Geraldine Brooks

Geboren am 14. September 1955 in Sydney, Australien

Geraldine Brooks – Autorenporträt
Foto: Elaina Finkelstein / Library of Congress, CC0 1.0 Bildnachweis

„Grief counselling would've been one way, but I thought, 'Well, what do writers do? Writers write.'“

Geraldine Brooks

Biografie

Fun Facts

  • Sie begann erst nach dem fünfzigsten Geburtstag zu reiten und kaufte zunächst ein Pferd, obwohl sie über dessen Haltung und Versorgung noch kaum etwas wusste.
  • Ihr Roman „Das Gemälde“ entstand aus einem zufällig mitgehörten Tischgespräch über das Skelett eines berühmten Rennpferdes im Smithsonian.
  • Mit ihrer Stute Valentine arbeitete sie bei therapeutischen Reitveranstaltungen für Kinder mit Autismus mit.
  • Ihr Vater bewahrte über zwanzig Jahre lang ihre Briefe aus der Schulzeit auf. Brooks reiste später zu den damaligen Briefpartnern, um zu erfahren, was aus deren Leben geworden war.
  • Jahre nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes zog sie sich allein auf die tasmanische Flinders Island zurück, um dort zu schreiben und endlich Zeit für ihre Trauer zu finden.

Werke von Geraldine Brooks

Buchcover: Das Pesttuch

Das Pesttuch

Im englischen Dorf Eyam bricht im siebzehnten Jahrhundert die Pest aus. Die Bewohner entschließen sich, den Ort nicht zu verlassen, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet. Diese Entscheidung fordert ihnen immer größere Opfer ab. Misstrauen, Hexenwahn und Verzweiflung nehmen zu, während die junge Witwe Anna Frith Kranken hilft und neue Wege der Selbstbestimmung entdeckt. Brooks verwendet ein historisches Ereignis als Ausgangspunkt für einen Roman über eine Gemeinschaft im Ausnahmezustand. Gerade in der Krise muss sich zeigen, was Solidarität und Mut tatsächlich wert sind.

Buchcover: Auf freiem Feld

Auf freiem Feld

Mr. March verlässt seine Frau und die vier Töchter, die aus dem Roman „Little Women“ bekannt sind, um im amerikanischen Bürgerkrieg als Feldprediger zu dienen. In Briefen versucht er, seine Erfahrungen in Worte zu fassen, doch vieles bleibt unausgesprochen. Gewalt und soziale Widersprüche stellen seinen Glauben an das Gute auf eine harte Probe. Brooks erzählt die bekannte Familiengeschichte aus der Perspektive einer bisher abwesenden Figur neu. Dabei fragt sie nach Verantwortung und Schuld und danach, wie viel Wahrheit eine Ehe aushält.

Buchcover: Das Gemälde

Das Gemälde

Im Kentucky des neunzehnten Jahrhunderts kümmert sich der versklavte Jarret um den berühmten Rennhengst Lexington. Das Pferd gewinnt Rennen, doch die Leistung seiner schwarzen Betreuer gerät lange in Vergessenheit. Ein Gemälde und das Skelett des Hengstes verbinden später unterschiedliche Menschen und Epochen. In der Gegenwart versuchen zwei Forscher, die Geschichte hinter den erhaltenen Spuren zu rekonstruieren. Brooks verknüpft Kunst, Tiermedizin und die Geschichte des amerikanischen Rassismus. Ihre eigentliche Frage lautet, wessen Lebensleistung bewahrt wird und wessen Namen aus den Archiven verschwinden.

Buchcover: Der letzte Montag im Mai

Der letzte Montag im Mai

Ein Anruf aus Washington beendet Geraldine Brooks’ bisheriges Leben: Ihr Mann Tony Horwitz ist während einer Buchreise plötzlich gestorben. Zunächst bleibt kaum Raum für Trauer, weil Verpflichtungen und organisatorische Aufgaben alles bestimmen. Erst Jahre später reist Brooks allein auf die abgelegene Flinders Island vor Tasmanien. Dort beginnt sie, den Verlust schriftlich zu erkunden. Das persönliche Erinnerungsbuch erzählt von der Zeit nach einer Katastrophe, von Ritualen und Einsamkeit, aber auch davon, warum Abschied nicht mit dem Erledigen aller notwendigen Formalitäten abgeschlossen ist.