Lars D. Unger

* 1970 in Frankfurt am Main; Im Frankfurter Gallus aufgewachsen, kennt Lars D. Unger die Stadt abseits der Hochglanzfassaden. Seine Figuren lieben, kämpfen, überschreiten Grenzen und tragen die Folgen ihrer Entscheidungen. Rau, emotional, ungeschönt. Zwischen Asphalt, Sehnsucht und einer Welt, die selten schwarz oder weiß ist.

Lars D. Unger – Autorenporträt
(c) Lars D. Unger | Autor & Fotograf

„Ich habe lange gebraucht, um meine Geschichten aufzuschreiben. Erzählt habe ich sie schon immer.“

Lars D. Unger

Interview

Fun Facts

  • Bevor Lars D. Unger seine Geschichten aufschrieb, hat er sie gemalt und fotografiert.
  • Vom Schriftenmaler zum Schriftsteller. Lars D. Unger ist Legastheniker. Was ihm früher schwerfiel, ist heute seine Leidenschaft. Schon bevor er zu schreiben begann, entdeckte er die Fotografie als eine weitere Möglichkeit, Geschichten zu erzählen.
  • Einige seiner Romanmanuskripte lagen mehr als drei Jahrzehnte in der Schublade, bevor er sie schließlich veröffentlichte.

Werke von Lars D. Unger

Buchcover: Frankfurt – ungeschminkt

Frankfurt – ungeschminkt

Nur wenige Straßen trennen die glänzenden Hochhäuser der Frankfurter Banken von einer Wirklichkeit, in der Armut, Sucht, Ausgrenzung und gesellschaftliche Gegensätze zum Alltag gehören. Für Lars D. Unger ist diese andere Seite Frankfurts keine Entdeckung. Aufgewachsen im Gallus, kennt er die Widersprüche seiner Heimatstadt aus eigener Erfahrung. In seinem dokumentarisch-literarischen Bildband „Frankfurt ungeschminkt“ verbindet er eindringliche Fotografien mit persönlichen Erinnerungen, Begegnungen und gesellschaftlichen Beobachtungen. Er blickt hinter die Türen eines Laufhauses, begleitet eine Polizeistreife durch das Bahnhofsviertel und begegnet Menschen, deren Lebensgeschichten selten öffentlich erzählt werden. Dabei beschäftigt er sich mit der Frankfurter Drogenszene, Sexarbeit, sozialer Ungleichheit und der Frage, was Menschen trotz schwieriger Lebensumstände zusammenhält. Sein Blick ist direkt, manchmal unbequem, aber niemals voyeuristisch. Es geht ihm nicht darum, Elend zur Schau zu stellen, sondern Menschen sichtbar zu machen, ohne ihnen ihre Würde zu nehmen. „Frankfurt ungeschminkt“ ist weit mehr als ein Bildband über eine Stadt. Es ist ein persönliches Zeitzeugnis über gesellschaftliche Brüche, Menschlichkeit und die Notwendigkeit hinzusehen, gerade dort, wo Wegsehen einfacher wäre.

Buchcover: Ein Rest aus Stille und Asphalt

Ein Rest aus Stille und Asphalt

Frankfurt, 1993. Nach sieben Jahren Haft kehrt der 23-jährige Lenni ins Gallus zurück. Die Straßen sind noch dieselben, doch die Menschen haben sich verändert. Manche sind fort, andere geblieben. Und einige werden nie wieder zurückkehren. Vor allem eine Frage lässt ihn nicht los. Was ist aus Jussie geworden? Sommer 1986. Lenni, Zorro, Jussie, Monschi, Micha und Pattex sind sechs Freunde, die auf ihren Fahrrädern durch Frankfurt ziehen, Musik hören, von Freiheit träumen und glauben, gemeinsam alles überstehen zu können. Doch ihre Welt hat Grenzen. Zwischen sozialer Enge, dem Wunsch nach Anerkennung und der Aussicht auf schnelles Geld geraten die Jugendlichen immer tiefer in eine Entwicklung, die sie nicht mehr kontrollieren können. Aus kleinen Diebstählen werden größere Geschäfte. Gewalt wird alltäglich. Und eine Freundschaft, die unzertrennlich schien, wird auf eine harte Probe gestellt. Sieben Jahre später versucht Lenni zu verstehen, was damals geschehen ist und was aus den Menschen geworden ist, die ihm einmal alles bedeutet haben. „Ein Rest aus Stille und Asphalt“ verbindet eine fiktive Geschichte mit persönlichen Erinnerungen und dem Lebensgefühl des Frankfurter Gallus der Achtziger- und Neunzigerjahre. Ein Roman über Freundschaft, Herkunft, Loyalität und Schuld. Und über Entscheidungen, deren Folgen ein ganzes Leben nachwirken.

Buchcover: Neonlicht, Sehnsucht und Asphalt

Neonlicht, Sehnsucht und Asphalt

Frankfurt, 1985. In der B-Ebene der Hauptwache treffen Jugendkulturen aufeinander, die ihre eigenen Regeln haben. Musik, Kleidung und Zugehörigkeit bestimmen, wer dazugehört und wer besser Abstand hält. Nick ist Ted, trägt die Haare voller Pomade und lebt für Rockabilly und alte Autos. Tati ist ein Skin Girl und gehört zu den Skinheads, die sich gegen Neonazis stellen. Bei einer Prügelei um einen Stand der rechtsextremen FAP trifft sie aus Versehen Nick. Seine Lippe platzt auf. Eine Entschuldigung bekommt er nicht, dafür einen frechen Spruch. Was mit einer aufgeplatzten Lippe und gegenseitigen Provokationen beginnt, entwickelt sich zu einer Liebe, mit der keiner gerechnet hat. Zwischen Hauptwache, Weißem Stein, Rödelheim und Gallus kommen sich die beiden näher. Sie hören Musik, fahren U-Bahn, streiten und entdecken eine Vertrautheit, die in ihren unterschiedlichen Welten eigentlich keinen Platz haben dürfte. Doch je selbstverständlicher ihre Beziehung wird, desto enger ziehen sich die Grenzen um sie zusammen. Freundschaften verändern sich, alte Loyalitäten werden gefährlich. Was für Nick und Tati eine persönliche Entscheidung ist, betrachten andere als Verrat. Aus Sprüchen werden Drohungen, aus Eifersucht wird Gewalt. „Neonlicht, Sehnsucht und Beton“ verbindet eine fiktive Liebesgeschichte mit dem Lebensgefühl der Frankfurter Jugendkulturen der Achtzigerjahre. Reale Orte, Musik und zeitgeschichtliche Ereignisse bilden den Hintergrund einer Geschichte, deren Folgen noch Jahrzehnte später nachwirken. Ein Roman über erste Liebe, Freundschaft, Gewalt und die Frage, wie viel Mut es braucht, seinen eigenen Weg zu gehen, wenn andere längst entschieden haben, wer zu wem gehören darf.