Lutz Steinbrück

* 1972 in Bremen; Deutschsprachiger Autor und Musiker

Lutz Steinbrück – Autorenporträt
Lutz Steinbrück, Berlin 2025 (c) Gabriele Summen

„Der Schreibprozess: Die eigentliche Arbeit am Gedicht beginnt erst am Schreibtisch, wenn es darum geht, aus einem Funken eine Flamme zu erzeugen. Während die Impulse ungeplant heranrauschen und schriftlich fixiert werden, folgt im Schreibprozess ein gewisses Kalkül: Wie baue ich den Text auf? Was will ich mit dem Gedicht? Wo soll es hinsteuern? Das kann sich von Zeile zu Zeile verändern. (aus: Gedanken zur eigenen Poetik; lauter niemand, Berlin, 2011)“

Lutz Steinbrück

Interview

Fun Facts

  • Belegte in der Kneipe "Litfaß" in Oldenburg/Nds. ungefähr 1998 den 5. Platz beim Wettbewerb "Betrunkene Autoren lesen".
  • Wurde 1988 B-Jugend-Bezirksmeister über 7,5 km Straße im Bezirk Weser-Ems Nord (weil die ersten zwei aus Versehen bei den Älteren mitliefen).
  • Ich werde manchmal von Leuten erkannt, die ich noch nie getroffen habe.

Werke von Lutz Steinbrück

Buchcover: Fluchtpunkt : Perspektiven (Lunardi Verlag,  Berlin 2008)

Fluchtpunkt : Perspektiven (Lunardi Verlag, Berlin 2008)

"Die Tiefe und Dynamik, die man sich von Fluchtpunkten im Aufriss verspricht, überträgt Steinbrück dabei mitunter geschickt in seine Texte, sei es nun über Wortspiele, Semantik oder über Ironie, die die Kritik an Umständen und Umständlichkeiten einbezieht (...) überaus gelungene Metaphorik und frisch-kesse Begriffsjonglage (...) Dieser Band hat Luft zum Atmen, einen fühlbaren Puls (...)." (Simone Kornappel, Titel Magazin, Dezember 2008)

Buchcover: Blickdicht (Verlagshaus Berlin, 2011)

Blickdicht (Verlagshaus Berlin, 2011)

Steinbrück scheut sich nicht, gesellschaftliche Realitäten in ebenso klarer wie scharfer Sprache aufzugreifen und diese in einem Zerrspiegel ad absurdum zu führen: „wir sind auf Kurs / und es ist an der Zeit / unter Deck aufzutauchen / um einzuschlafen“. Eine Lyrik, die souverän ihrer eigenen Logik folgt und weit davon entfernt ist, in moralisierende oder agitatorische Banalitäten abzudriften. Kein selbstgewisses lyrisches Ich, kein Agitieren von einem sicheren Standpunkt aus. Stattdessen entwirft Steinbrück surrealistische Szenarios auf der Höhe der Zeit – mit dichtem Blick auf das Alltägliche. Scheinbare Gewissheiten, die sich auflösen, Perspektiven, die gebrochen werden und pointierte Devisen, gerne als ironische Aufforderung zur Leichtigkeit, wenn es etwa heißt: „bitte nehmen Sie / ihr Leben doch / nicht zu persönlich“.

Buchcover: Haltlose Zustände (KLAK Verlag, 2020)

Haltlose Zustände (KLAK Verlag, 2020)

"Haltlose Zustände" – mit diesem Befund setzt Lutz Steinbrück die Lesenden der unmittelbaren Realität aus, ihrem Widersinn und scheinbar festgezurrten Gewissheiten. Gedichte und Text-Collagen, feinnervig formuliert, im Grundton diffusen Unbehagens – mit rasant wechselnden Perspektiven im Kontext deutscher Geschichte und Befindlichkeiten, universeller, urbaner und provinzieller Verhältnisse. "Starke Texte! Ich mag diesen unsentimentalen Blick auf Berlin, auf Welt und Geschichte, dieses 'Heiner Müller meets Brinkmann-Ding'." (Marcus Roloff, Schriftsteller und Übersetzer)

Buchcover: Lucy und die Ohrwichtel - Kinderbuch (Undine Verlag, Wehnde 2022)

Lucy und die Ohrwichtel - Kinderbuch (Undine Verlag, Wehnde 2022)

Im Mittelpunkt steht die 8-jährige Lucy, die immer wieder von ihren Mitschülern wegen ihrer abstehenden Ohren gehänselt wird. Nur ihre beste Freundin Luise hält zu ihr, wenn sie geärgert wird. Eines abends hört Lucy vor dem Einschlafen zwei Stimmen und wundert sich, wem diese gehören. Denn sie ist ganz allein in ihrem Kinderzimmer. Kamen die Stimmen etwa aus einem ihrer Ohren?

Buchcover: Bleiben wie's nie war (KLAK Verlag, 2025)

Bleiben wie's nie war (KLAK Verlag, 2025)

Der vierte Gedichtband von Lutz Steinbrück knüpft an den Sound seines Vorgängers "Haltlose Zustände" an. Diffuses Unbehagen, gesellschaftliche (Um)Brüche und Krisen, bei denen Maßstäbe unter der Flagge des Fortschritts erodieren, sind Steinbrücks Themen. Business-Tech-Akteure stürzen sich im Cäsarenwahn auf Angriffsflächen ihrer Wahl: Mensch und Natur. Die Götter werden per Blitzableiter entwaffnet und smarte Gebete wachsen ins All, während sich hoffnungsvolle Strandanwält*innen, Plastikfischer*innen und Korallen-Manager*innen dagegenstemmen. "Die Freiheit der Anderslebenden / ist immer akut immer / starrt ein Loch aus der Wand / es lässt mich nicht los / aus dem Loch ein weiteres Loch / starr‘ ich zurück sticht es mich aus" (Auszug aus dem Gedicht "Die Freiheit der Anderslebenden").

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