Andreas Mand: „Mein Ansatz war eher, dem Markt zu entgehen“

Interview mit Andreas Mand

 

(c) Andreas Mand
(c) Andreas Mand

Fabelhafte Bücher: Jedes Jahr buhlen im deutschsprachigen Raum weit mehr als 100.000 Bücher in Neuauflage um die Aufmerksamkeit der Leser. Die „Konkurrenz“ ist also gewaltig. Denken Sie über sowas nach, wenn Sie ein neues Buch in Angriff nehmen?

Die Konkurrenz an interessanten Büchern ist überschaubar. Ich freue mich immer, wenn ich eins finde.

Fabelhafte Bücher: Bestsellerlisten waren immer schon heiß umstritten und doch orientieren sich nun mal viele Menschen an den Lesegewohnheiten anderer Leser. Wie stehen Sie zu solchen Bücherrankings?

Da sind ja auch gute dabei.

Fabelhafte Bücher: Schreibblockaden, Selbstzweifel oder einfach zu viel zu tun: Jeder Autor hat mal Durchhänger. Was ist Ihr Geheimrezept?

Wenn Sie eine Schreibblockade haben, sollten Sie sofort aufhören zu schreiben. Denn nur so kann das in Frage 1 angesprochene Problem gelöst werden.

Fabelhafte Bücher: Ob Indieautor oder Verlagsautor – längst wird erwartet, dass Autoren auf ihre Leser zugehen. Lesungen reichen nicht mehr, der Autor sollte möglichst auch im Internet präsent sein. Wie viel Zeit setzen Sie ungefähr für diese Aktivitäten rund ums Buch ein?

Null – außer für dieses Interview.

Fabelhafte Bücher: Wenn Neulinge Sie nach einem Tipp fragen würden: Auf welches Marketinginstrument setzen Sie in erster Linie?

Mein Ansatz war eher, dem Markt zu entgehen.

Fabelhafte Bücher: Von welchen Schriftstellern sehen Sie sich in Ihrem eigenen Werk beeinflusst? Wer inspiriert Sie?

Z.Z. autobiographische Graphic Novels, z.B. Mawil, „Kinderland“ oder Volker Reiche, „Kiesgrubennacht“.

Fabelhafte Bücher: Wieso werden von den großen Feuilletons, egal ob Spiegel, FAZ, ZEIT oder sonstigen Granden des Literaturbetriebs, immer nur die üblichen Verdächtigen rezensiert, die ohnehin jeder kennt? Wie könnte es gelingen, Newcomer stärker in den Vordergrund zu rücken?

Indem sie irgendwann alle tot sind. Stimmt die Analyse überhaupt? Werden nicht immer wieder neue Leute ausgewählt, aufgebaut, ausgewertet?

Fabelhafte Bücher: Nach Ihren Erfahrungen – welche Anfängerfehler würden Sie im Nachhinein vermeiden – was können Sie Neulingen empfehlen, die sich mit dem Gedanken tragen, ein Buch zu schreiben?

Meine Anfänge waren OK, das Problem entstand erst danach. Anfänger sollten natürlich unbedingt revoltieren! Dazu gehören dann auch wagemutige Jungverleger, und überhaupt sollte man sich fragen, warum ein Buch? Wieso nicht ein Film, ein Musikprojekt, eine politische Bewegung? Irgendeine Gruppe bilden, und das Leben wird interessanter! Falls sie scheitert, kann man ja immer noch ein Buch darüber schreiben.

Fabelhafte Bücher: Viele Schriftsteller tun sich beim Schreiben von
Sex-Szenen ziemlich schwer. Gibt es Themen oder Situationen, bei deren Beschreibung Sie sich schwer tun?

Nicht-Sex-Szenen.

Fabelhafte Bücher: Wenn Sie schreiben – wie strukturieren Sie Ihren Tag? Schreiben Sie, wenn Sie gerade in Stimmung sind? Oder haben Sie sich feste Zeiten reserviert?

Eher Struktur. Aber ob das immer richtig war?

Fabelhafte Bücher: Bitte verraten Sie uns etwas über Ihr aktuelles
Projekt. Wovon soll Ihr nächstes Buch handeln, was können Sie schon verraten?

„Den Inhalt weiß ich noch nicht, weil dann machts mir keinen Spaß mehr.“ (Zitat aus dem neuen Buch).

Fabelhafte Bücher: Mit bedanken uns herzlich für das Gespräch.


Andreas Mand ist dennoch im www auffindbar:

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