Klaus W. Hoffmann: „Wer als Autor „heiße Eisen“ anfasst kann sich die Finger verbrennen“

Interview mit Klaus W. Hoffmann

 

Foto: Elke Bannach
Foto: Elke Bannach

Fabelhafte Bücher: Bestsellerlisten wie beispielsweise die Spiegel-Bestseller-Liste waren immer schon heiß umstritten und doch orientieren sich nun mal viele Menschen an den Lesegewohnheiten anderer Leser. Wie stehen Sie zu solchen Bücherrankings?

Klaus W. Hoffmann: Ich habe nichts gegen Bücherrankings, wünsche mir aber, dass Leserinnen und Leser auch mal abseits des Mainstreams nach interessanten Büchern suchen und sich nicht an den Lesegewohnheiten anderer und der Werbung der großen Verlage orientieren.

 

Fabelhafte Bücher: Schreibblockaden, Selbstzweifel oder einfach zu viel zu tun: Jeder Autor hat mal Durchhänger. Was ist Ihr Geheimrezept?

Klaus W. Hoffmann: An solchen Tagen schreibe ich nicht.

Fabelhafte Bücher: Ob Indieautor oder Verlagsautor – längst wird erwartet, dass Autoren auf ihre Leser zugehen. Lesungen reichen nicht mehr, der Autor sollte möglichst auch im Internet präsent sein. Wie viel Zeit setzen Sie ungefähr für diese Aktivitäten rund ums Buch ein?

Klaus W. Hoffmann: ca. 20 % meiner Tätigkeit als Autor (Lesungen, Aktualisierung der eigenen Website etc.).

Fabelhafte Bücher: Wenn Neulinge Sie nach einem Tipp fragen würden: Auf welches Marketinginstrument setzen Sie in erster Linie?

Klaus W. Hoffmann: Jeder Neuling sollte bemüht sein, sich über Lesungen und über Internet-Portale eine „Fanclub“ aufzubauen.

Fabelhafte Bücher: Von welchen Schriftstellern sehen Sie sich in Ihrem eigenen Werk beeinflusst? Wer inspiriert Sie?

Klaus W. Hoffmann: Verschiedene Autoren – hauptsächlich Roald Dahl und Ray Bradbury

Fabelhafte Bücher: Wieso werden von den großen Feuilletons, egal ob Spiegel, FAZ, ZEIT oder sonstigen Granden des Literaturbetriebs, immer nur die üblichen Verdächtigen rezensiert, die ohnehin jeder kennt? Wie könnte es gelingen, Newcomer stärker in den Vordergrund zu rücken?

Klaus W. Hoffmann: Natürlich sollte auch der kleine Verlag versuchen, diese Granden auf die Werke seiner Autoren aufmerksam zu machen. Dieser Literaturbetrieb wird aber meiner Meinung nach an Bedeutung verlieren. Der Newcomer muss deshalb im Internet auf sich aufmerksam machen.

Fabelhafte Bücher: Nach Ihren Erfahrungen – welche Anfängerfehler würden Sie im Nachhinein vermeiden – was können Sie Neulingen empfehlen, die sich mit dem Gedanken tragen, ein Buch zu schreiben?

Klaus W. Hoffmann: Der Neuling sollte bei keinem sogenannten „Bezahlverlag“ veröffentlichen.

Fabelhafte Bücher: Viele Schriftsteller tun sich beim Schreiben von Sex-Szenen ziemlich schwer. Gibt es Themen oder Situationen, bei deren Beschreibung Sie sich schwer tun?

Klaus W. Hoffmann: Weil ich hauptsächlich Kinder- und Jugendbücher schreibe, fällt es mir manchmal schwer, Themen für dieser Zielgruppe verständlich zu machen.

Fabelhafte Bücher: Als heikel gelten auch politische Zuschreibungen, etwa Islamkritik oder Kritik an jüdischer Siedlungspolitik um nur zwei Beispiele zu nennen. Wie gehen Sie mit dem Thema um und welchen Umgang erwarten Sie sich von Autoren insgesamt zu dem Thema?

Klaus W. Hoffmann: Wer als Autor „heiße Eisen“ anfasst, z.B. über Neonazis oder Mafia-Organisationen schreibt, kann sich die Finger verbrennen. Der Ängstliche sollte solche Themen meiden.

Fabelhafte Bücher: Wenn Sie schreiben – wie strukturieren Sie Ihren Tag? Schreiben Sie, wenn Sie gerade in Stimmung sind? Oder haben Sie sich feste Zeiten reserviert?

Klaus W. Hoffmann: Ich halte mir den ganzen Tag frei, nehme keine anderen Termine wahr.

Fabelhafte Bücher: Bitte verraten Sie uns etwas über Ihr aktuelles Projekt. Wovon soll Ihr nächstes Buch handeln, was können Sie schon verraten?

Klaus W. Hoffmann: Das Jugendbuch spielt in der Bronzezeit in der Nähe von Nebra.

Fabelhafte Bücher: Wir bedanken uns herzlich für das Gespräch.


Kurzbiografie

  • geboren 1947 in Dortmund
  • studierte Betriebswirtschaft
  • war in einem Dortmunder Rechenzentrum als EDV-Organisator tätig
  • ist seit 1981 als freiberuflicher Autor, Komponist und Musiker tätig
  • schrieb zahlreiche Romane, Geschichten und Lieder, die in Büchern, auf Tonträgern, im Rundfunk und im Fernsehen veröffentlicht wurden Mitglied im PEN, im VS (Verband Deutscher Schriftsteller) und im Syndikat
  • 1991 Preis der Akademie Volkach „Buch des Monats“ für „Narrentanz und Hexenreigen“, Patmos
  • 1980/1981 Preise der Deutschen Schallplattenkritik für die Hörbücher „Spielmobil“ und „Das Bärenorchester“

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