Anna Carey – „Eve“

Rezension von Lisa

Where do you go when nowhere is safe?

Inhalt und Rezension

Unglaublich . Richtig gehört!   Es ist in der Tat U-N-G-L-A-U-B-L-I-C-H was der Hunger Games Hype und die Profitgier heutzutage alles bewirken können! Ein Buch kann noch so einfallslos, platt, klischeehaft – auf gut Deutsch: schlecht sein –, solange es den Stempel „Dystopie“ trägt, wird es dennoch veröffentlicht.

Peinlich bzw. amüsant wird das Ganze erst in Kombination mit überzogenen Werbesprüchen, wie das Beispiel Eve auf vorzügliche Art und Weise beweist:   Set in the near future, this story of forbidden love and extraordinary adventure offers a haunting glimpse of a dystopian world through the eyes of Eve, its unforgettable heroine.   Sorry, aber da musste ich echt lachen. 😉 Hat derjenige, der den Text verfasst hat, das Buch überhaupt gelesen?

„Extraordinary adventure“? – Die beiden Worte „Eve“ und „außergewöhnlich“ dürften eigentlich gar nicht in einem Satz vorkommen! Die Story:   Die Protagonistin macht eines schönen Tages eine fürchterliche Entdeckung, die sie zu zwingt, die Gesellschaft und ihre bisheriges Leben in Frage zu stellen. Auf der Flucht in das Refugium gerät sie in eine gefährliche Situation und wird schließlich von einem jungen Mann gerettet. Sie begleitet ihn zu einem Flüchtlingslager und verliebt sich in ihn. Das Leben ist schön, bis sie – oh Schreck! – durch einen Verrat von der Obrigkeit entdeckt wird und erneut flüchten muss.  

Nein, das ist kein Spoiler! Der Geschichtsverlauf von Eve ist so abgedroschen und klischeehaft, dass es keine große Kunst ist, das Ende zu erraten.   Zu der akuten Einfallslosigkeit kommt dann auch noch eine langweilige, dahinplätschernde Handlung ohne Spannungsbogen. Eve und ihre Verbündeten geraten des Öfteren in eine brenzlige Situation, dennoch schaffen sie es IMMER ungeschoren davon. Sehr realistisch! *gähn*

„Haunting glimpse of a dystopian world“? – die kreierte (darf man das überhaupt so nennen?) Welt ist weder eindringlich noch auf irgendeine Weise faszinierend oder innovativ und strotzt nebenbei bemerkt vor Logiklücken. „Unforgettable heroine“? – Eve ist höchstens auffallend naiv und weltfremd, ansonsten erschließt sich mir nicht, was an diesem Mädel unvergesslich sein soll… Die anderen Charaktere sind ebenfalls keine Bereicherung und wirken wie Abziehbilder. Die Liebesbeziehung zwischen Eve und Caleb ist wie gewohnt oberflächlich und flach und für den Leser nicht nachvollziehbar. Den Rest an Kritik spar ich mir, denn sonst sitzen wir morgen früh noch hier. Es reicht, wenn ihr wisst, dass Eve sich jeden Klischees bedient, das die Jugendliteratur derzeit zu bieten hat.

Nichts gegen die Autorin (immerhin eine New-York-Times-Bestsellerautorin), aber: WAS SOLL DAS? Wieso meinen Hinz und Kunz, dass sie einen Roman schreiben müssen, obwohl sie keinerlei Ideen haben? Und wer (verdammt noch mal!) entscheidet, das solche billigen Plagiate auch noch gedruckt werden? So langsam verlier‘ ich mein Vertrauen in die Urteilsfähigkeit der Buchverleger…   Ach je… was ist nur aus dem Literaturmarkt geworden? 🙁

Fazit  

Selbst wenn Eve die letzte Dystopie auf der Welt wäre, würde ich diesen Roman nicht noch einmal lesen wollen. Es ist ein Buch ohne Seele, ohne Inspiration und ohne Elan; ein weiterer Mitläufer, den die Welt nicht braucht.

Lisas Bewertung: 1,5 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Auf den ersten Blick  

Das Cover finde ich furchtbar stümperhaft! Das Motiv ist an sich ja ganz nett, aber der blau-grüne Farbverlauf wirkt einfach nur billig. Wenigstens wird die Aufmachung dem Inhalt gerecht…

 

Redaktion von Beste Bücher

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