Caragh O’Brien – „Prized. Das Land der verlorenen Träume“

Rezension von Lisa

In a world where an innocent kiss is a crime, deciding who to love will cost more than your heart.

Inhalt

Die sechzehnjährige Gaia Stone, eine junge Hebamme, muss aus ihrer Heimat fliehen, mit nichts als den Kleidern am Leib und ihrer neugeborenen Schwester im Arm. Alles wurde ihr genommen – sind doch ihre Eltern ermordet und die Liebe ihres Lebens verhaftet worden, und die zerstörte Welt, in der sie lebt, straft unbarmherzig jede Schwäche. Als ein Fremder sie mitten im Ödland vor dem Verdursten bewahrt, scheint sie zunächst gerettet.

Doch das Dorf des Fremden nimmt Gaia erst die Schwester und dann auch noch die Freiheit. Verzweifelt und entmutigt gibt sie beinahe auf. Schließlich besinnt sich Gaia jedoch darauf, dass vor allem anderen das Leben zählt – und sie stellt sich ihrem Schicksal, ihrer Verantwortung für ihre Schwester und einer neuen, zarten Liebe …

Auf den ersten Blick

Ja.. schon in Ordnung. Das Motiv von „Das Land der verlorenen Träume“ ist ganz nett und passt zum Inhalt, direkt „umhauen“ tut es mich allerdings auch nicht. ;P Anderes Thema: Wie mancher vielleicht schon bemerkt hat, wurden die US Cover der Reihe geändert. (siehe rechts: altes Cover des ersten Teils) Normalerweise regt mich so etwas tierisch auf. 😉 Im Fall der Birthmarked Trilogie ist es aber halbwegs akzeptabel, da zumindest das „Farbschema“ beibehalten wurde. – Man erkennt immer noch, dass es sich um Bücher derselben Reihe handelt.

Was war denn das?

Diese Frage habe ich mir nach der Lektüre bestimmt ein Dutzend mal gestellt. (Und traurigerweise immer noch keine Antwort darauf gefunden.) Ich bin enttäuscht, wirklich ENTTÄUSCHT! 🙁 „Das Land der verlorenen Träume“ hat (bis auf Gaia+Leon und die kurzen Erwähnungen über die Großmutter) absolut KEINEN Bezug zum Vorgänger und liest sich gänzlich anders (Mehr dazu später…)

Jedenfalls verschlägt es die Protagonistin Gaia in diesem Band erneut in die Arme einer dystopischen Gesellschaft. Sylum ist ein Matriarchat, d.h. Frauen haben eine bevorzugte Rolle in der Bevölkerung und „bestimmen“. Dies lässt sich vor allem darin begründen, dass Sylum (ganz ähnlich wie die Enklave) ein Problem mit dem Nachwuchs hat: seit Generationen werden immer weniger Mädchen geboren, sodass die Gemeinde kontinuierlich kleiner wird und auszusterben droht. Um das Überleben zu sichern, wird das Alltagsleben daher von strikten Regeln bestimmt…

Ehrlich gesagt bin ich mir der neuen Location nie richtig warm geworden. Die Einwohner waren flach und uninteressant; außerdem fehlte mir die Verbindung zum ersten Teil. Birthmarked war ursprünglich als Einzelband geplant, erst später wurde daraus eine Trilogie. (Ja, es musste unbedingt eine Trilogie sein, weil alle Autoren eine Trilogie schreiben! *Ironie*) Solche „gestreckten“ Serien erkennt man meistens am zweiten Band: Sylum wurde erst nachträglich „eingefügt“ und ist „Füllmaterial“, welches auf den dritten Band überleiten soll.

Der Hauptgrund meiner Enttäuschung war allerdings ein anderer: die Charaktere. Ach je, die Charaktere! Was ist nur aus den sympathischen Charakteren geworden?? Gaia und Leon erkenne ich in diesem Teil nicht wieder, sie sind nur noch Schatten ihrer selbst. nWährend Gaia im ersten Teil durch ihre Narbe und ihren sozialen Stand zu den Außenseitern gehörte, hält sie nun eine Vorteilsposition inne und wird von den anderen Leuten geachtet oder sogar begehrt.

Tja – wie bei den meisten Menschen ist die neue „Macht“ auch in Gaias Fall dem Charakter nicht arg zuträglich. Sie lässt sich viel zu sehr „einlullen“ und hat meiner Meinung nach ihren Biss verloren. Im ersten Band war sie eine wunderbare Protagonistin; etwas naiv, aber dennoch super sympathisch und liebenswürdig. Damit ist es in „Das Land der verlorenen Träume“ vorbei. Die neue Gaia ist oberflächlich, klischeehaft, weinerlich und blauäugig; die meiste Zeit würde man sie am liebsten kräftig durchschütteln.

Wobei ich zugeben muss, dass meine Abneigung größtenteils dem nervenzehrenden Beziehungs-Wirrwarr verschuldet ist. Im Buch gibt es eine hübsche Dreiecks.. äh halt… Vierecksgeschichte -__- Arg… so etwas mag ich persönlich überhaupt nicht und hat mir den Lesespaß gründlich verdorben. Gegen Ende hin wurde es etwas besser, weshalb ich noch etwas Hoffnung für Band 3 habe…

Fazit

Vielleicht klingt es ziemlich thetralisch, aber:  „Das Land der verlorenen Träume“ lässt alles missen, was den ersten Band Birthmarked für mich so lesens- und liebenswert gemacht hat: sympathische, authentische, starke Charaktere und eine mitreißende, bewegende Handlung. Stattdessen wird einem hier oberflächlicher YA Dystopie Einheitsbrei serviert. Enttäuschend!

Trotz kleinerer Mängel hätte ich beim ersten Teil ohne zu Zögern eine klare Leseempfehlung vergeben; bei seinem Nachfolger reicht es gerade mal für 3 Sterne. Hoffentlich besinnt sich die Autorin beim letzten Band wieder auf die „alten Werte“ und liefert uns ein fulminantes Finale! :/

Lisas Bewertung: 3 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Infos

Titel: Prized
Übersetzung: Das Land der verlorenen Träume
Autor/in: Caragh O’Brien
Reihe: Birthmarked Trilogy #1
Verlag: Roaring Brook Press
Format: Hardcover mit Schutzumschlag, 364 Seiten
Erscheinungsdatum: 08.11.11

Preis: 11,95€  
ISBN: 1596435704

 

Redaktion von Beste Bücher

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.