Catherine Fisher – „Incarceron“

Rezension von Lisa

Inhalt

Das Gefängnis Incarceron wurde ursprünglich zur Inhaftierung von Verbrechern und politisch unbequemen Leuten erschaffen. Mit der Zeit hat es jedoch ein eigenes Bewusstsein entwickelt und lässt seit Jahrhunderten keine Menschenseele nach draußen und drinnen.

Der Junge Finn wachte vor drei Jahren ohne eine Erinnerung im Inneren einer Zelle auf und will zusammen mit einigen Mitstreitern das Unmögliche schaffen: aus Incarceron entkommen. Hilfe bekommt er dabei von Claudia, der Tochter des Gefängnis-Wärters. Obwohl sie sich außerhalb Incarcerons befindet, lebt auch sie in einem Käfig und ist zur Heirat mit einem unausstehlichen Thronfolger verpflichtet.

Rezension

Moment mal… Thronfolger? Richtig gelesen! Denn obwohl die Außenwelt technisch auf einem hohen Stand ist, haben wie vor Jahrhunderten Königshäuser das Sagen…

Meine ersten Gedanken: Ein Gefängnis, dass ein Bewusstsein entwickelt hat und niemanden entkommen lässt? Eine zukünftige Welt, in der es wieder Könige und Höfe, aber auch Technologie gibt? Das Buch muss ich haben! Die Grundidee von Incarceron ist phänomenal, ganz ohne Frage. Dennoch habe ich das Gefühl, als hätte Catherine Fisher ihre Idee nicht voll ausgeschöpft.

Zum Beispiel ist die Beschreibung von Incarceron recht dürftig. Hin und wieder werden einzelne Abschnitte beschrieben (ein Gang mit Zellen, Bäume usw.), aber das reicht bei Weitem nicht, um dem Leser ein klares Bild zu vermitteln. Was ist Incarceron eigentlich genau und wie wurde es erschaffen? Wie sieht Incarceron in seiner Gesamtheit aus? Wie leben die Leute dort, welche Kulturen haben sich entwickelt? Es ist einfach frustrierend, wenn man nach über 400 Seiten immer noch kein klare Vorstellung vom Ort der Handlung hat.

Die Charakterisierung ist ebenfalls nur flüchtig. Sprich: die Figuren werden am Anfang nur hastig skizziert und können sich im späteren Verlauf nicht richtig entfalten. Schade, denn einige Nebencharaktere wie z.B. Jared, Keiro und Attia haben wirklich Potenzial.

Rundum mangelt es etwas an Atmosphäre. Nicht immer habe ich die Verzweiflung, den Ärger oder die Angst der Protagonisten gespürt; auch in gefährlichen Situationen war mir der Ausgang und das Wohl der Charaktere herzlich egal. Es gibt Bücher, über die denkt man noch Wochen nach dem Lesen nach – Die Hunger Games von Suzanne Collins oder Wither von Lauren DeStefano sind gute Beispiele dafür. Hier aber habe ich die Geschichte sofort nach dem Zuklappen des Buches wieder vergessen. Incarceron hat es nie geschafft, eine tiefere Bindung zum Leser aufzubauen und blieb die ganze Zeit über blass und ausdrucklos.

Fazit

Incarceron hat viele gute Ideen, aber leider ist die Ausführung mangelhaft. Die Welt wirkt unausgegoren und auch die Personen könnten noch einiges an Profil vertragen. Ich vergebe dennoch 2 Sterne, da das Buch mit einigen unerwarteten Wendungen aufwarten kann und es sich schnell und flüssig lesen lässt.

Lisas Bewertung: 2,9 von 5 Sternen!
(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Redaktion von Beste Bücher

 

 

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