David Levithan: Two Boys Kissing

Rezension von Laura

„Dieser Samstag ist nicht länger ein Kästchen im Kalender, kein Datum, über das im Futur gesprochen wird. Er ist angebrochen wie jeder andere Tag, doch er fühlt sich an wie kein Tag zuvor.“

Inhalt

two boys kissing levithanAn einem ganz gewöhnlichen Samstag stehen zwei Jungen auf dem Platz vor ihrer Highschool und küssen sich. Sie küssen sich Minuten, Stunden. 32 Stunden, 12 Minuten und 10 Sekunden. So lange muss der Kuss dauern, um den aktuellen Weltrekord im Küssen zu schlagen und genau das haben sich Craig und Harry vorgenommen.

Die ganze Geschichte dreht sich vor allem um diesen Kuss, der ein Zeichen setzen soll: Homosexualität ist etwas ganz normales. Zwei Jungs die sich Küssen, auch das ist etwas ganz normales. Craig und Harry waren einmal ein Paar und sind es jetzt nicht mehr. Und trotzdem stellen sie sich zusammen vor ihre Highschool, zusammen mit ihren Freunden, Familien und einigen Lehrer, um das durchzuziehen. Sie sind aber nur ein Teil des großen Ganzen. Außerdem sind da noch Neil und Peter, ein schwules Paar aus einem Ort ganz in der Nähe von Craig und Harry. Sie sind schon eine ganze Weile zusammen und glücklich. Sie treffen sich regelmäßig, unternehmen was, haben eine ganz gewöhnliche Beziehung.

Dann sind da Avery und Ryan. Der Pinkhaarige und der Blauhaarige. Avery und Peter lernen sich auf einem schwulen Prom kennen und treffen sich. Langsam entwickelt sich zwischen den beiden eine Liebesgeschichte. Zuletzt ist da noch Cooper, ein 17­jähriger Junge: ständig unterwegs auf Dating­ bzw Sexapps für schwule und bisexuelle Männer. Dort versteckt er sich vor der Realität, hinter anderen Namen und dem falschen Alter.

Eigene Meinung

Two Boys Kissing war mit Abstand das beste Buch, was ich in den letzten zwei Jahren gelesen habe. Traurig, herzlich, mitreißend. Alle denkbaren Emotionen auf 279 Seiten verteilt. Ich liebe jede einzelne Storyline und jeden einzelnen Charakter. Die ganze Geschichte rund um den Kuss, die Gefühle die bei verschiedenen Moment hochgekommen sind. Manchmal habe ich einfach nur übers ganze Gesicht gegrinst, weil Harry und Craig so toll zusammen sind und manchmal musste ich weinen und beinah schreien, weil Menschen so grausam sein können.

Bei Avery und Ryan habe ich mitgefiebert und es hat sich so angefühlt, als wäre ich selbst Avery oder Ryan oder beide, als wäre ich so verliebt und so unsicher und all das. Neil und Peter sind so ein tolles Paar und David Levithan hat diese ganze Beziehung so realistisch beschrieben; mit Höhen und Tiefen, zwischen innigster Verbundenheit und tiefster Eifersucht, Liebe und Hass, Vertrauen und Misstrauen. Und Cooper, oh Cooper. Die ganze Geschichte um Cooper war wahrscheinlich mit Abstand meine Liebste.

Ich bin nahezu durch die Seiten geflogen, geschwebt in denen es um den jungen Cooper ging. Seine ganzes Leben, seine Erfahrungen. Er tat mir zwischendurch so leid und ich wollte ihn einfach nur schütteln und sagen, dass alles besser wird. Dass irgendwann alles gut ist. Ich liebe es, wie David Levithan mich dazu bringen konnte jeden einzelnen dieser Charaktere zu lieben, so als würde ich sie kennen. Hut ab für diese Meisterleistung. Ich glaube mich hat lange kein Buch mehr so überzeugt ! Einfach WOW !

Verdiente 10/10 Punkten und eine klare Kauf­ und Leseempfehlung von mir !!!