Dennis Gastmann: Geschlossene Gesellschaft. Ein Reichtumsbericht

Rezension Annemarie

Inhalt

geschlossene gesellschaftIn seinem Buch „Geschlossene Gesellschaft“ schreibt Dennis Gastmann über seine Einblicke in die Welt der Superreichen. Wie ist die Welt der Reichen? Sind sie wirklich so übermächtig, überirdisch schön und glücklich? Ausgehend von dieser Frage, versuchte Dennis Gastmann, Zugang zu der „höheren“ Gesellschaft zu erhalten und die Reichen kennenzulernen, wie sie wirklich sind. Trotz vieler Absagen lässt sich Gastmann nicht unterkriegen und schafft es schließlich, Zutritt zur Gesellschaft, in der Geld in Massen vorhanden ist, zu erhalten. Dabei lernt Gastmann die unterschiedlichsten Personen kennen, wie den Schönheitschirurgen Dr. Mang oder Werner Kieser, der durch das Kieser-Training bekannt ist.

In 16 Kapiteln schildert er seine Begegnungen mit der jeweiligen Person und die Treffen mit der High-Society und beschreibt seine Eindrücke der Situation und der Atmosphäre. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Reichen ganz anders sind, als er es sich vorgestellt hat. Die Reichen sind, so erfährt er, doch manchmal allzu menschlich, manchmal kindisch, häufig aber komplett abhängig von ihren ganzen Reichtümern.

Rezension

Gastmann schreibt humorvoll über eine Gesellschaft, zu der wir Normalsterblichen keinen Zugang haben. Neid kam mir beim Lesen aber nicht auf, eher Mitleid für die Personen, die es offenbar nicht schaffen, ein ganz normales Leben zu führen und sich dermaßen an materielle Güter klammern.
Ich persönlich fand den Einblick schon recht spannend, vor allem auch die Tatsache, dass auch die Reichen sich oftmals allzu menschlich und keineswegs wie Halbgötter, als die sie oftmals angesehen werden, verhalten.

Den Schreibstil ist sehr unterhaltsam, allerdings ist das Buch oft doch ziemlich flapsig geschrieben. Vor umgangssprachlichen, zum Teil auch vulgären Ausdrücken, macht Gastmann nicht Halt, sodass mir teilweise der Eindruck aufkam, der Autor wolle sich mit diesem Buch nur über die Reichen lustig machen. So hat er keine einzige Person wirklich würdevoll und mir Respekt dargestellt. Das Klischee vom verschrobenen saufenden Reichen hingegen wird in diesem Buch doch eher unterstützt. Oft fand ich die Scherze zudem ziemlich bemüht, aber das liegt vermutlich daran, dass ich Gastmanns Art von Humor nicht unbedingt teile.

Andererseits gibt das Buch einen ziemlich interessanten Einblick in das Imperium der Reichen. Man sollte sich aber immer vor Augen halten, dass dieser Eindruck sehr subjektiv geschrieben ist. Gastmann gehört nicht zur reichen Gesellschaft und lernt jeden Reichen immer nur ganz kurz kennen, sodass eine andere Person möglicherweise zu ganz anderen Ergebnissen käme. Für Menschen, die primär unterhalten werden möchten, eignet sich das Buch vielleicht ganz gut, wer aber wirklich etwas über die Gesellschaft der Wohlhabenden wissen möchte, wird von diesem Buch enttäuscht werden.
Mein Fazit: Für Freunde des flapsigen Humors eine ganz nette und lustige Lektüre, die aber bitte nicht allzu ernst zu nehmen ist.

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