E. L. Greif – „Zwölf Wasser. Zu den Anfängen“

Rezension von Lisa

Quellen versiegen, Wasserstände sinken, etwas geht vor…

Inhalt

Wasserstände sinken, Quellen versiegen. Noch ist die Bedrohung des Kontinents kaum spürbar, die Völker leben in Frieden. Aber die dunklen Vorzeichen einer Katastrophe, weit grausamer als eine weltweite Dürre, häufen sich. Denn die Quellen spenden mehr als nur Wasser …

Die Undae, eine Gemeinschaft von Frauen, die dem Wasser verbunden sind und darin lesen können, brechen ihr jahrhundertelanges Schweigen und warnen die Menschen. Drei von ihnen machen sich auf den langen Weg zu den zwölf Quellen mit dem Ziel, die Katastrophe vom Kontinent abzuwenden. Sie gehen nicht allein. Ein Schwertkämpfer, der sich gegen seine Bestimmung wehrt, ein junger Hirte auf der Suche nach Rache und sein Falke begleiten sie. Aber wie soll man eine ganze Welt retten, wenn es unmöglich scheint, sich selbst zu retten?

Aufmachung

Das Cover mit der Wasserphiole ist ansprechend gestaltet und hebt sich von den gängigen Fantasy Motiven ab. Auch die satte blaue Farbe gefällt mit. Klasse!  Die Karte im Innenteil wurde sorgfältig erstellt und macht Lust darauf, in der Welt zu „versinken“. 😉

Rezension

Versiegt das Wasser, versiegt die Menschlichkeit   

Zwölf Wasser sollen fließen,  zwölf Quellen sollen sprechen  

vom Werden und Vergehen durch die Zeit.  

Zwölf Wasser sollen fließen,  zwölf Wasser sollen stillen  

der Menschen Durst nach Menschlichkeit.  

So soll es sein, so ist es nicht mehr.  

Wasser sinkt. Wasser steht. Wasser schweigt.  

Menschlichkeit versiegt und Bitternis steigt  

auf in den Seelen, dunkel und schwer.

»Zwölf Wasser – Zu den Anfängen« ist der Beginn einer neuen Trilogie, welche vor dem Hintergrund einer klassischen High Fantasy Welt spielt. Eine Heldenreise, bei der die Protagonisten versuchen, die Welt vor dem Untergang zu bewahren, mag erst einmal nichts Besonderes sein. Die Grundidee der Geschichte hebt sich jedoch vom Groß der Masse ab und regt dem Leser zum Nachdenken an.   Jede der besagten Zwölf Quellen spiegelt eine Eigenschaft der Menschlichkeit wieder – sobald das Wasser versiegt, geht dieser Charakterzug den Menschen unweigerlich verloren. Am Ende gäbe es also nur noch kaltherzige, grausame und egoistische Unmenschen.   Einzig und allein die Undae, eine mythische Gemeinschaft, warnen die Bevölkerung vor dem drohenden Unheil. Zusammen mit drei Offizieren und einem jungen Hirten bereisen sie den Kontinent, um das Gleichgewicht der Welt wiederherzustellen.

Ein Buch, das Zeit und Geduld erfordert Schon anhand des Seitenumfangs wird klar, dass es sich bei »Zwölf Wasser – Zu den Anfängen« nicht um eine kurzweilige Erzählung handelt, die man einfach mal so geschwind liest.   High Fantasy, das Eintauchen in eine andere Welt und das sich Vertraut machen mit fremden Kulturen erfordern vom Leser immer ein erhöhtes Maß an Geduld.   Mit viel Hingabe und Liebe zum Detail werden die kulturellen Gepflogenheiten und Gebräuche der Völker dargestellt. Der Stil des Autors ist anschaulich und beschwört ein genaues Bild der Umgebung herauf. Durch die vielen, mit Kommas verbundenen Halbsätze „fließt“ der Test sehr schön und lässt sich angenehm lesen.

Ähnlich wie bei dem »Herrn der Ringe« war mir der ausschweifende Stil aber zu viel des Guten. Gerade am Anfang musste ich mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen. (Erst gegen Ende hin nimmt die Erzählung an Fahrt auf.) Die einzelnen Absätze erstrecken sich teilweise bis auf mehrere Seiten und die wörtliche Rede ist vergleichsweise rar gesät. Stattdessen beschäftigt sich die Geschichte viel mit historischen Abhandlungen und dem Innenleben der Figuren.

Fehlende Diversität   Eigentlich mag ich charakterorientierte Fantasy und habe auch gegen einen tüchtigen Schuss Philosophie nichts einzuwenden. Hierbei besteht aber natürlich immer das Risiko der In­kom­pa­ti­bi­li­tät oder das der fehlenden Bindung – denn wenn einem die Charaktere unsympathisch sind oder man, aus welchem Grund auch immer, keine Verbindung zu ihnen herstellen kann, ist die Geschichte nur halb so mitreißend oder spannend.   Letzteres ist mir bei »Zwölf Wasser – Zu den Anfängen« wiederfahren.

Mit den Charakteren bin ich partout nicht warmgeworden. Obwohl sie von ihren Wünschen, Hoffnungen und Ängsten getrieben werden und mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen haben (wortwortwörtlich 😉 ), fehlte mir irgendwie das „Besondere“. Die beiden Erzähler, der Offizier Felt und der Hirte Babu, sind sich hinsichtlich ihrer charakterlichen Eigenschaften sehr ähnlich. Selbiges gilt auch für die anderen Figuren der Geschichte. Ein paar mehr Ecken und Kanten hätten den Figuren sicherlich gut getan.

Fazit

Es tut mir immer leid, einem Debüt-Autoren eine niedrige Bewertung zu geben, vor allem, wenn derjenige sich offensichtlich Mühe mit seinem Werk gegeben hat.
Mein Fall war »Zwölf Wasser – Zu den Anfängen« nur leider nicht. Für Freunde von ruhigen, weitschweifigen Erzählungen á la »Herr der Ringe« ist E.L. Greifs Debüt aber durchaus empfehlenswert!

Lisas Bewertung: 2 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Infos

Übersetzung: –  

Reihe: Zwölf Wasser #1  

Genre: High Fantasy  

Zielgruppe: Erwachsene  

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag  

Format: Taschenbuch 607 Seiten  , Hörbuch, eBook

Erscheinungsdatum: 01.08.12   Preis: 16,90€

 

ISBN: 3423249145

 

Redaktion von Beste Bücher

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