Elana Johnson – „Possession“

Rezension von Lisa

Inhalt

Violet ist zwar erst 15 Jahre alt, aber sie unterscheidet sich in einem Punkt von ihren Mitbürgern: Sie denkt für sich selbst und verweigert sich den Diktatoren iher Stadt. Als sie und ihr Freund Zenn trotz Ausgangssperre im Park aufgegriffen werden, bedeutet das: Gefängnis.

Dort lernt Violet Jag kennen, einen jungen Rebellen mit dem sie die Flucht plant. Und wie das so ist, wenn man gemeinsam ausbricht – man lernt sich kennen, kommt sich näher… und plötzlich muss sich Violet völlig unerwartet zwischen JAg und Zenn entscheiden. Und das ist längst nicht die einzige schwierige Entscheidung, die auf sie wartet. Doch erst muss sie versuchen, mehr Informationen zu bekommen. Wer steckt hinter der mächtigen Kaste der Denker?

Rezension

Durchschnitt… oder vielleicht doch nicht? Ehrlich gesagt hatte ich aufgrund der Inhaltsangabe des Verlages eine billige Matched Kopie erwartet. Eine Gesellschaft die alle Menschen kontrolliert – ein Mädchen, das einem Jungen versprochen ist und sich dann in einen anderen verliebt – das hatten wir doch alles schon mal…

Selbst das Cover hat hinsichtlich der Farben und des Motivs eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Titelbild von Ally Condies Roman. Und tja, was soll man sagen? Die Geschichte hat tatsächlich einige Parallelen zu obengenannten Buch. Die Denker erlegen den Leuten strickte Regeln auf und unterziehen sie einer Gehirnwäsche, um sie leichter zu kontrollieren. Die Denker entscheiden, welche Arbeit ein Bürger annimmt, wie er sich kleidet und wenn er später heiratet. Soviel zu den Gemeinsamkeiten. In Possession spielt die Technik eine sehr viel größere Rolle. Es gibt allerlei technische Spielereien wie Teleporter, Mechs und Hoverboards (welche dem ein oder anderen aus Uglies von Scott Westerfeld bekannt sein dürften.)

Der größte Unterschied dürfte jedoch in der Grundstimmung bzw. Charakterisierung liegen. Die Protagonistin ist nicht auf den Mund gefallen, was sich sehr wohltuend auf die Stimmung auswirkt. Gerade am Anfang ist das Buch ziemlich amüsant und man muss das oder andere Mal über die Dialoge zwischen Vi und Jag schmunzeln. Das kannte ich in dieser Form bisher nicht bei Dystopie Romanen, hat mir aber sehr gut gefallen.

Das Buch wird im Verlauf der Geschichte (leider) zunehmend ernster und damit auch zunehmend langweiliger. Es reiht sich eine Flucht vor den Denkern an die nächste, eine Location nach der anderen wird abgeklappert. Die beiden Hauptcharaktere Vi und Jag harmonieren relativ gut miteinander, zu Zenn bekommt der Leser aber keinen richtigen Draht, da er fast unterbrochen von den Denkern kontrolliert wird. Generell weiß man bei den Figuren oft nicht, ob sie nun zu den Freunden oder Feinden gehören. Ansonsten gibt es keine allzu großen Überraschungen im Plot.

Aber Moment, da ist ja noch das Ende…und das ist alles andere als berechenbar! Mit so einem Finale habe ich nun absolut gar nicht gerechnet. Eines vorneweg: ich rechne der Autorin ihren Mut hoch an, das Buch auf diese Weise enden zu lassen. Elana Johnson steht zu ihrer Geschichte und hat ihren Roman nicht nach den Wünschen der Publisher umgeschrieben, auch wenn sie dadurch viele Absagen erhielt. Gut so!

possession_Elana_JohnsonJetzt zum eigentlichen Thema: Auch wenn ich die Entscheidung bewundere, weiß ich dennoch nicht so recht, was ich von dem Ende halten soll. Einerseits passt es nämlich perfekt zu dem sarkastischen Unterton, andererseits war es auch aufwühlend und unbefriedigend. Man kommt nicht um den Gedanken herum, sich eine Fortsetzung zu wünschen…. Auf der anderen Seite würde das vielleicht die Aussage von Possession schmälern. Erst durch das tragische und unorthodoxe Ende wird man sich der Botschaft voll bewusst.

Fazit

Man kann Possession lesen, hat aber nicht sonderlich viel verpasst, wenn man es nicht tut. Abgesehen von dem anfänglichen Humor und dem unkonventionellen Ende ist das Debüt von Elana Johnson mehr oder weniger ein typischer Dystopie-Roman. Gerade die Gesellschaft erinnert stark an jene aus Matched, die technischen Geräte ein wenig an Uglies.

Lisas Bewertung: 3,2 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

 

 Redaktion von Beste Bücher

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