George R. R. Martin: „Westeros – die Welt von Eis und Feuer“

Rezension von Mona

westeros martin„Westeros“ ist die Chronik des gleichnamigen Kontinents aus dem „Das Lied von Eis und Feuer“ Universum von George R. R. Martin. Es bildet somit den Prolog der Reihe, kann also gelesen werden, unabhängig davon an welchem Punkt der Geschichte man gerade steckt und man läuft keine Gefahr „gespoilert“ zu werden.

Wer diesen Bildband in den Händen hält, wird merken, dass das Buch größer als DIN-A4 ist und mit seinen über 300 Seiten auch ordentlich Gewicht aufweist. Außerdem ist es sehr liebevoll und vor allem sehr hochwertig verarbeitet! Das Siegel auf der Vorderseite sowie die größten Schriftzüge sind geprägt und bieten somit haptisch auch ein großes Vergnügen.

Die Außengestaltung ist angelehnt an die der „Das Lied von Eis und Feuer“ Reihe, reiht sich also wunderbar in seine Hauptgeschichte ein.

Aber natürlich ist nicht bloß die Außengestaltung ein großartiges Erlebnis. Schlägt man die erste Seite auf, so erwartet einen ein wunderschön gezeichnetes Bild mit Blick auf (nehme ich an) Königsmund. Dieses wahnsinnig düster atmosphärische Bild hat mich erst einmal minutenlang gefangengenommen, bevor ich in der Lage war, weiterzublättern. Danach folgen sämtliche Wappen Westeros’ (100). Mich als großen „Stark“ Fan hat es natürlich direkt zu dem Wolfswappen gezogen.

Weiter geht es anschließend mit einem Vorwort von Maester Yandel und danach tauchen wir direkt ab in die Anfänge Westeros’. Uns begegnen Riesen, die Kinder des Waldes und andere sagenumwobene Geschöpfe, die alle einen Bezug zur Geschichte haben. Und all das wird begleitet von Zeichnungen, die so detailverliebt aufs Papier gebracht wurden, dass ich aus dem Staunen nicht mehr heraus kam. Im Gesamtverhältnis überwiegt zwar der Text in diesem Bildband, aber Bilder sind dennoch auf nahezu jeder Seite zu finden. Egal ob atemberaubend schöne Kunstwerke oder nur kleine Illustrationen für das Verständnis, für mich war Seite für Seite ein Hochgenuss!

Sämtliche Details, die man in der Hauptgeschichte nur häppchenweise und vor allem eher zusammenhangslos hingeworfen bekommt, werden hier erläutert. Sämtliche (schon immer bestehenden) Intrigen, Machtkämpfe und Schlachten werden sehr eindrucksvoll geschildert und geben einen Überblick darüber, wie komplex dieses ganze Universum überhaupt ist. George R. R. Martin hat insgesamt eine in sich stimmige und überwältigende Geschichte erschaffen, die ihres Gleichen sucht!

Trotz der Tatsache, dass es sich hier um eine Art Sachbuch handelt, ist der Schreibstil alles andere als nüchtern und trocken, wie im Folgenden wunderbar erkennbar ist:

„Auf Drachenstein, wo die Targaryen seit langer Zeit herrschten, betrachtete das gemeine Volk seine wunderschönen, fremden Herrscher nahezu als Götter. Viele Mädchen, die von Targaryen-Lords entjungfert wurden, fühlten sich gesegnet, wenn >>Drachensaat<<  in ihrem Schoß aufging, und deshalb können viele Bewohner Drachensteins von sich behaupten – oder zumindest vermuten -, dass etwas Targaryen-Blut in ihren Adern fließt.“ (S. 75)

 

Fazit

In meinen Augen ist dieser Bildband (der eigentlich viel mehr ist als das) purer Luxus!

Fans werden ganz sicher aus dem Staunen nicht heraus kommen und auch allen, die dem Lied von Eis und Feuer neu begegnen, sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Es weiß nicht bloß in aller Vollständigkeit zu informieren, sondern zu verblüffen. In einem Wort: Atemberaubend!

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