Glenda Lark „Die Inseln des Ruhms. Die Wissende.“

Rezension von Lisa

Inhalt und Rezension

Glut Halbblut ist ein Mischling und damit dazu verdammt, zwischen den Inseln hin und her zu reisen und nirgendwo länger als 3 Tage zu verweilen. Da sie jedoch auch eine Wissende ist und somit Magie erkennen kann, macht der herrschende Rat der Wahrer ihr ein Angebot: sie muss nur noch einen Auftrag im Dienste der Wahrer erfüllen, dann wird sie als Bürger anerkannt und bekommt endlich eine Heimat.  

Glut soll ein Burgfräulein zurückholen, das vor ihre arrangierten Ehe geflohen ist. Die Spur führt sie auf die Insel Gorthen Nehrung, eine Art ‚Endlager‘ für jene, die den Wahrern unliebsam geworden sind: Kranke, Mischlinge, Wahnsinnige und Verbrecher aller Art.  Was Glut bis zu ihrer Ankunft nicht weiß: auf dem Eiland lebt ein gefährlicher Dunkelmagier, der allen Bewohnern der Ruhmesinseln nach dem Leben trachtet…

Durchschnittliche Fantasy mit einer starken Heldin

Die Wissende ist keine der genretypischen Coming-of-age Geschichten, in denen ein jugendlicher Held versucht die Welt zu retten, was sich meiner Meinung nach positiv auf das Leseerlebnis auswirkt. Die schlagfertige Glut ist mit ihren 30 Jahren ein gestandener Charakter, der nicht einfach blind durch die Welt tappt und sich auch mit ihrem Schwert selbst verteidigen kann. Solche Protagonistinnen trifft man heutzutage vor allem auch in Urban Fantasy Reihen à la Die Stadt der Finsternis an; ein Umstand, der durch die umgangssprachliche Ich-Perspektive noch verstärkt wird.

Alles in allem ist die Charakterisierung der ‚Helden‘ recht gut gelungen, diese haben alle ihre kleinen Macken und Eigenheiten, die einem zum Schmunzeln bringen. Die Autorin scheut im Übrigen auch nicht davor zurück, ihre Charaktere leiden oder verstümmeln zu lassen.  Ein großer Kritikpunkt ist allerdings die Schwarzmalerei bei den Bösewichtern. Diese haben keinerlei Profil, wirken platt und sind anscheinend alle wahnsinnige, perverse und sadistische Fanatiker. Man kann es auch übertreiben!  Besser sind da die Wahrer gelungen, die mit allen Mitteln versuchen, ihre Macht zu erhalten, nach außen hin jedoch die Beschützer der Inselbevölkerung mimen.

In der Inselwelt gibt es natürlich auch Magie, die in drei verschiedene ‚Klassen‘ eingeteilt wird:  *Es gibt es die Dunkelmagier, die in der Lage sind, andere Menschen mit ihren Flüchen zu verletzen oder zu töten  *Silbbegabte sind Heiler, die auch Illusionen wirken können  *Dann sind da noch die Wissenden, die Magie erkennen und gegen sie immun sind, allerdings selbst keine Magie benutzen können  (Der Fokus der Geschichte liegt allerdings nicht so sehr auf der Magie, sondern vielmehr auf dem persönlichen Bericht der Protagonistin Glut. Man darf hier keine langschweifigen Erklärungen zu der ‚Funktionsweise‘ der Magie erwarten.)

Gefallen haben mir dagegen die entworfenen Tiere (Seeponys), die zu der maritimen Atmosphäre beitragen und meiner Meinung nach auch besser beschrieben sind als Trudi Canavans Kreationen in Der Gilde der schwarzen Magier. Auch die mysteriösen Ghemfe sind sinnvoll in das Geschehen eingegliedert und erinnern an keine der geläufigen Fantasy-Geschöpfe.

Fazit

Alles in einem ein Buch mit einer recht durchschnittlichen Geschichte in einer recht durchschnittlichen Welt, jedoch mit dunkleren Untertönen (Folter, Sterilisierung, …) und sympathischen Charakteren. Die Erzählung nimmt in der 2. Hälfte deutlich an Fahrt auf und in gefährlichen Situationen fiebert man mit Glut und ihren Freunden mit.

Lisas Bewertung: 3,5 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Redaktion von Beste Bücher

 

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