Helen Macdonald: „H wie Habicht“

Rezension von Flora.

Kurzbeschreibung

Helen verliert ihren geliebten Vater. Um der Trauer zu entfliehen, nimmt sie einen jungen Habicht zu sich, um ihn abzurichten. Schon seit sie ein kleines Kind war, wusste sie, dass sie Falknerin werden würde. Gemeinsam mit dem Habichtweibchen Mabel und den Büchern des Amateurfalkners T.H. White versucht sie, diese schwierige Lebensphase zu überwinden.

Meinung

h wie habichtIch wusste, als ich dieses Buch in die Hand nahm, nichts über dessen Inhalt. Ausgesucht wegen dem sehr ansprechend gestalteten Cover las ich es ohne Erwartungen. Sehr poetisch wird von drei Dingen erzählt: der Trauer um den Tod von Helens Vater, von der Abrichtung eines Greifvogels und der Liebe zur Natur und der dritte Handlungsstrang bezieht sich auf die Biographie von T.H. White, dessen Buch „The Goshawk“ die Autorin wohl schwer beeindruckt hat.

Erst spät entdeckte ich, dass das Buch eine Autobiographie ist, was ich wohl schon ein wenig geahnt hatte. Es stellte sich heraus, dass Helen mit diesem Buch wohl Selbsttherapie betrieb. Damit ist es nicht geeignet für Leser, die sich rein für Habichte und Falknerei interessieren, obwohl das Abrichten sehr genau und anschaulich beschrieben wird. Das wiederum wird nicht jeden ansprechen, eine gewisse Faszination an Greifvögeln sollte vorhanden sein.

Vordergründig erzählt die Autorin aber von ihrer Verzweiflung nach dem Tod ihres Vaters und ihren Versuche, damit zurechtzukommen. Trost sucht sie in Mabel und in der Liebe zur Natur, den Kontakt zu Menschen verweigert sie mitunter ganz.

Die Geschichte von T. H. White ist eine Art Gegenentwurf zu Helens Biographie, obwohl sich einige Parallelen finden. Trotzdem ich nicht weiß, warum sie überhaupt von ihm erzählt, bildet sie eine nette Abwechslung im Buch.

Fazit

Helen Macdonald schildert in diesem Buch ihr Innenleben sehr genau und persönlich. Obwohl ich normalerweise Biografien nicht allzu gerne lese, war dieses hier sehr ansprechend, wenn auch stellenweise etwas bedrückend. Für mich waren aber die Falknerei-Abschnitte am interessantesten.

Bewertung

Lesespaß ******

Allgemeinbildung ******

Schreibstil ******

Spannung ******

INSGESAMT ******

Autor

Helen Macdonald ist Autorin, Lyrikerin, Illustratorin und Historikerin. Sie arbeitet an der University of Cambridge, England, im Bereich Geschichte und Philosophie der Wissenschaften.

Infos

  • Originaltitel: H is for Hawk
  • Verlag: Allegria
  • ISBN: 978-3-7934-2298-3
  • Seiten: 388
  • Erscheinungsdatum: 7. August 2015