Jacqueline Carey – „Elegie an die Nacht. Der Fluch der Götter“

Rezension von Lisa

– Jede Geschichte hat zwei Seiten –

Inhalt  

Lord Satoris Fluchbringer gedachte den Menschen zu helfen, als er sich einst gegen seinen göttlichen Bruder Haomane stellte, doch der sich daraus entspinnende Krieg hat die Welt Urulat zerrissen. Einer alten Prophezeiung folgend, vereinen sich nun die Völker Urulats, um den dunklen Lord zu stürzen.

Der Schlüssel zur Erfüllung der Prophezeiung, die Elfenprinzessin Cerelinde, befindet sich jedoch in Satoris Händen. Während der dunkle Herrscher und sein Heerführer Lord Tanaros in der Festung Finsterflucht ausharren, ist ein kleiner Junge unterwegs, um das Wasser des Lebens in Satoris Reich zu bringen und seiner Herrschaft damit ein Ende zu setzen.

Auf den ersten Blick  

Wie man es vom Lyx Verlag gewohnt ist 😉 Ein schönes und ansprechendes Cover, das super zur epischen Geschichte passt.

Rezension

elegie_an_die_nachtKein Vergleich zu Carey anderen Werken! Ich halte Jacqueline Carey für eine äußerst talentierte Schriftstellerin. Die Kushiel Saga gehört mit zur besten Dark bzw. Historischen Fantasy, die ich jemals gelesen habe und hat meine Ansprüche in Sachen Schreibstil und Atmosphäre eine ganze Latte höher gelegt.   Doch auch der fähigste Schriftsteller hat anscheinend mal einen schlechten Tag. Zuerst einmal ist die Erzählung nicht sonderlich originell. Elegie an die Nacht ist grob gesagt Herr der Ringe aus der Sicht der „Böse“n. Bis auf wenige Ausnahmen sind hier alle Figuren Kopien aus Tolkiens Werk… hmm…

Ja, ich weiß, dass Jacqueline Carey mit dieser High Fantasy Duologie eine Hommage an den Urvater der Fantasy schreiben wollte! Dennoch war mir die Geschichte einfach ZU gradlinig und ZU festgefahren in alten Mustern. (Dabei finde ich den moralischen Grundgedanken nicht mal so schlecht; nur die Art und Aufmachung der Geschichte hat mich zweifeln lassen. – Ein wenig mehr Abwechslung wäre einfach schön gewesen!)

Es war daher auch von Anfang an klar, dass das „Gute“ am Ende gewinnt. Diese Endgültigkeit hat mich beim Lesen gestört. Man wusste: egal, was gerade passiert: am Ende verliert das Böse sowieso. In gewisser Weise ist man hier aber für die „Bösen“ und deshalb erweisen sich die Wendungen der Geschichte als vergleichsweise deprimierend.   Ob die Beziehung zwischen Tanaros und Cerelinde wirklich auf diese Weise enden musste, sei mal dahingestellt; Ich persönlich hätte mir aber ein glücklicheres Ende gewünscht….

Was bleibt: Dramatik und ein herausragender Schreibstil. Leider viel zu wenig. 

Fazit  

Der Herr der Dunkelheit und Der Fluch der Götter bleiben weit hinter Careys üblichem Niveau zurück. Sehr schade! Falls jemand noch nie ein Werk von Jacqueline Carey gelesen, es aber mal versuchen möchte – kauft euch lieber die Kushiel Saga, denn diese ist in jedem Fall origineller, düsterer und besser als die hier vorgestellte Duologie!

Lisas Bewertung: 2,2 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Infos

Titel: Der Fluch der Götter  

Originaltitel: Godslayer  

Autor/in: Jacqueline Carey  

Reihe: Elegie an die Nacht Band 2

Verlag: Egmont Lyx


 

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