Jennifer Fallon – „Der Palast der verlorenen Träume“

Rezension von Lisa

Die Gezeiten folgen unaufhaltsam ihrem Lauf… 

Inhalt  

Verraten und in die Sklaverei verkauft, muss die Herzogin Arkady ihren Stolz herunterschlucken, um zu überleben. Sie ahnt nicht, dass ihr Jugendfreund Declan Hawkes bereits auf der Suche nach ihr ist. Seine Reise führt Hawkes durch ganz Amyrantha bis zur gefrorenen Einöde von Jelidien. Unterwegs stößt er überraschend auf einen Verbündeten: den unsterblichen Prinzen Cayal.

Dieser glaubt, endlich einen Weg gefunden zu haben, seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch dazu muss er den gefährlichsten aller Gezeitenherrscher aus seinem eisigen Schlaf erwecken den wahnsinnigen Kentravyon, der einst die Welt in Schutt und Asche legte.

Auf den ersten Blick

Keine Ahnung, was der Medusenkopf mit der Handlung zu tun hat 😉 Jedenfalls ist das Cover genau wie die anderen Titelblätter der Serie ein echter Hingucker. Der grüne Farbton passt sogar super zum Ort der Handlung, den senestrischen Sümpfen.

 Einziger Kritikpunkt: Beim dritten Teil der Serie hat der Lyx Verlag den Titel nicht 1:1 ins Deutsche übersetzt. Im Buch ist immer vom Palast der unmöglichen Träume die Rede… Wahrscheinlich ging man davon aus, dass sich Der Palast der verlorenen Träume wohlgefälliger anhört und sich ergo besser verkauft…   Ja ja, ich bin kleinlich 😉

 Rezension

Der Palast der verlorenen TräumeDas Lesen von Jennifer Fallons Werken erfordert eine gehörige Portion Geduld. Für diesen Band braucht man sogar noch ein Quäntchen mehr Geduld als für die Vorgängern. Der unsterbliche Prinz war ziemlich unterhaltsam und auch Die Götter von Amyrantha war trotz kleinerer Schwächen noch lesenswert. Der Palast der verlorenen Träume ist bisher der langatmigste Teil der Serie. Neue Informationen sind rar gesät, stattdessen ergeht sich die Autorin in wiederholenden und unnötig detailverliebten Beschreibungen.

Zudem ähneln viele Handlungstränge bereits erlebten, was ebenfalls nicht zur Abwechslung beiträgt. (Arkady stolpert von einem Unsterblichen zum nächsten, Person XY entpuppt sich als Unsterblicher – in Band 1 hat das noch für einige Überraschungsmomente gesorgt; inzwischen hat sich der Leser daran gewöhnt… ) Der Palast der verlorenen Träume hätte man gut und gerne um 200 Seiten kürzen können. Dann wäre das Buch um einiges besser gewesen. Wahrscheinlich will sich die Autorin die große Auflösung für den vierten und letzten Teil der Gezeitenstern Saga aufheben.

Kommen wir zu den Charakteren….  

Arkady ist mir immer noch nicht sympathisch; die Unsterblichen hingegen sind ein ganz anderes Kaliber. Die Dialoge sind aufgrund ihrer selbstherrlichen und kaltschnäuzigen Art herrlich bissig und lustig! 😉 Es hat etwas von den Tragödien der griechischen Götter, die sich auch keinen Deut um das Wohlergehen der Menschen geschert haben.   Das Problem dabei: Habe ich mit jahrtausendealten, rachsüchtigen, egozentrischen Verrückten, die zum Spaß ganze Inseln versenken und nebenbei tausende Menschen abmurksen, Mitleid? NEIN!

Die einzelnen Unsterblichen sind wirklich gut getroffen und auch halbwegs interessant, aber zu keiner Zeit habe ich ihnen auch nur einen Funken Sympathie entgegengebracht. Das war bestimmt auch die Intention der Autorin. Jennifer Fallon wollte keine netten, hilfsbereiten und verständnisvollen Götter, sondern großkotzige und durchtriebene 😉 Dadurch muss sie eben in Kauf nehmen, dass dem Leser das Schicksal der Akteure nur bedingt am Herzen liegt.

Was Der Palast der verlorenen Träume vor einer niedrigen Bewertung bewahrt: Die Welt ist komplex und die Mythologie gut durchdacht und interessant wie eh und je. (Die kleinen magischen Übungslektionen waren beinahe das einzig Interessante in dem Buch). Man merkt deutlich, dass der Autorin ihr Werk am Herzen liegt und sie einige Zeit darin investiert hat.

Fazit  

Aus verschiedenen Quellen habe ich schon von dem unkonventionellen Abschluss in Band 4 gehört. Daher bin ich nicht auf das Ende der Serie gespannt, sondern darauf, ob es mir gefallen wird oder nicht 😉

Lisas Bewertung: 3,6 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Infos

Titel: Der Palast der verlorenen Träume  

Originaltitel: The Palace of Impossible Dreams  

Autor/in: Jennifer Fallon  

Reihe: Gezeitenstern Saga Band 3

Verlag: Lyx Egmont

Format: Klappenbroschur, 574 Seiten, eBook, Hörbuch

Erscheinungsdatum: 15.09.09

Preis: 14,95€ ISBN: 3802582446

Redaktion von Beste Bücher

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