Laura Schroff und Alex Tresniowski: „Immer montags beste Freunde“

Rezension von Mona

„Das Wunder des Lebens besteht darin, dass unsere Enttäuschungen sich erstaunlicherweise irgendwann als Segnungen erweisen. Das, was wir verloren haben, und das, was hätte sein können, verblasst gegenüber dem, was wir haben.“ (S. 230)

„Immer montags beste Freunde“ ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, nacherzählt von dem Autor Alex Tresniowski. Es ist die Geschichte von Laura, einer wohlhabenden und erfolgreichen jungen Frau und Maurice, einem farbigen und völlig verwahrlosten Straßenkind. Beide trafen sich das erste Mal an einem Montag auf der Straße, auf der Maurice nach Geld bettelte und Laura ihn nach einigem Zögern in einen Imbiss einlud.

Aus einem Essen wurden regelmäßige Treffen, die dann letztendlich zu einer lebenslangen Freundschaft führten. Neben der eigentlichen Handlung spielt auch die jeweilige Vergangenheit der Charaktere eine gewichtige Rolle. Sind sie auch heute so unterschiedlich, so vereint sie trotzdem eine sehr schwierige Kindheit geprägt von physischer und psychischer Gewalt.

Was vermutlich auch den Drang bei Laura auslöste, anderen Menschen zu helfen und darin ihr Glück zu finden. Zum Einen erfahren wir, dass derartig heftige Vorkommnisse in der Kindheit uns ein Leben lang prägen, zum Anderen jedoch auch, dass dies nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass man für das Leben verkorkst ist. Laura ist da ein fabelhaftes Beispiel. Ohne College-Abschluss arbeitete sie sich trotzdem zu einer Top-Angestellten in der Marketing-Branche hoch und ist somit ein Paradebeispiel des selbsterarbeiteten Erfolgs.

Maurice Chancen auf Erfolg blieben ihm seine ganze Kindheit und Jugend über verwehrt. Es ist nicht möglich zu leben, wenn man es ohne Hilfe nicht einmal schafft, zu überleben. Seit seiner Geburt war er umgeben von harten Drogen, Süchtigen und Gewalt. Für ihn gehörten elterliche Erziehung und Gewalt zusammen und er lernte schon früh, sich seinen Lebensunterhalt zu erbetteln, andernfalls wäre der damals 12-jährige verhungert. Es ist eigentlich kaum vorstellbar ein Kind derartig verwahrlosen zu lassen, aber das Buch bietet uns einen sehr gelungenen Einblick in Maurice Qualen, die für ihn das Leben darstellten.

„Ihm war sein Platz in der Gesellschaft mehr als bewusst. Er konnte sich zwar nicht richtig die Nase putzen, wusste aber mehr vom Leben als viele Menschen, die doppelt so alt waren.“ („164)

Insgesamt gefiel mir das Buch recht gut. Fotos von allen Charakteren sind in der Klappbroschur zu finden, was die Geschichte noch wahrhaftiger werden lässt. Lauras Tatendrang hat mich beeindruckt und inspiriert und allein diese Tatsache macht das Buch lesenswert. Allerdings habe ich auch einige Kritikpunkte. Das, was erzählt wurde, war einwandfrei. Mal abgesehen davon, dass ich mir ungerne ein Urteil darüber bilden mag, wo die Geschehnisse doch mindestens zwei Menschenleben positiv und nachhaltig beeinflusst haben.

immer montags beste freundeAllerdings hat die Erzählweise bei mir eher wenig Anklang finden können. Sie wirkte die meiste Zeit doch eher recht plump. Als ich nach Beenden des Buches las, dass die Geschichte gar nicht von der Protagonistin Laura selbst, sondern von einem professionellen Autor verfasst wurde, war ich ein wenig verdutzt. Zudem tauchen hier immer mal wieder (für mein Empfinden übertrieben) religiöse Aspekte auf, die das Gesamtbild ein bisschen gestört haben.

Laura selbst kam mir auch wahnsinnig unnahbar vor. Es las sich wie eine Aneinanderreihung von kleinen Heldentaten (ohne diese abwerten zu wollen!), lies mich aber Lauras Charakter in keiner Weise näherkommen. Auch betonte sie sehr häufig, sie wolle Maurice nicht bevormunden, tat dies jedoch meiner Meinung nach ständig. Diese Punkte haben zwar meine Achtung vor dem Geschehen nicht schwinden lassen, das Lesen allerdings ein wenig erschwert. Dennoch hat das Buch mich bereichern können.

Fazit

Eine inspirierende und beeindruckende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die es so viel öfter geben sollte! Leider konnte mich die Umsetzung nicht ganz überzeugen.