Maggie Stiefvater: Was die Spiegel wissen

Rezension von Christina

stiefvater spiegelHintergrund der Buchreihe

„Was die Spiegel wissen“ ist nach „Wen der Rabe ruft“ und „Wer die Lilie träumt“ nun der dritte und damit vorletzte Band der Urban-Fantasy-Reihe um das Mädchen Blue und die Raven Boys. Blue wächst in einem Haus umgeben von Hellseherinnen auf und kennt die Prophezeiung nach der ihre große Liebe durch einen Kuss von ihr sterben wird. Als sie den Geist von dem Jungen Gansey sieht, weiß sie, dass er innerhalb eines Jahres sterben wird. Blue stellt daher Kontakt zu Gansey her und lernt so die Raven Boys kennen. Gemeinsam erforschen sie die Ley-Linie, um den schlafenden König Glendower zu finden. Wer ihn weckt, dem wird eine Gunst gewährt.

Inhalt des dritten Bandes

Im Band „Was die Spiegel wissen“ beginnt wieder der Schulalltag in Henrietta. Für Blue ist jedoch nichts alltäglich seid ihre Mutter verschwunden ist. Zusammen mit den Raven Boys suchen sie nach Maura und erforschen weiterhin die Höhle Cabeswater, die auf der Ley-Linie liegt. Als sie dort nicht weiter kommen, suchen sie nach ähnlichen magischen Höhlen. Während dieser Suche kommen sie auch ihrem Ziel den König Glendower zu finden näher. Es gibt allerdings mehr als einen Schlafenden und nicht alle dürfen geweckt werden.

Rezension

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der zunächst etwas seltsam wirkt, dessen vollständige Bedeutung sich jedoch später erschließt. Durch diesen verwirrenden Start taucht man sehr schnell wieder in die mystische düstere Welt ab, die rund um den einfachen Ort Henrietta existiert.

Im Anschluss an den Prolog beginnt die eigentliche Geschichte. In gewohnter Weise wird abwechselnd aus der Sicht von Blue, Adam, Gansey und Ronan erzählt. Als neue Perspektive wird in diesem Buch die Sicht von Colin eingeführt. Colin Greenmantle taucht neu in Henrietta auf. Er ist der ehemalige Auftraggeber von Mr. Gray und sucht nun ebenfalls nach Maura, um sich besonders an Mr. Gray zu rechen. Anfangs wirkt Colin sehr bedrohlich, abgeklärt und einschüchternd und irgendwie krank. Am Ende des Buches wandelt sich dieser Eindruck jedoch und er wirkt deutlich schwächer und farblos. Es interessiert mich sehr, ob er im letzten Band wieder auftaucht und wieder mehr als starker Antagonist auftritt, denn als dieser hat er der Entwicklung der Geschichte sehr gut getan.

Blue selbst nähert sich in diesem Band immer weiter an Gansey an und es fällt ihr so unglaublich schwer ihn nicht zu küssen. Sie ist sich inzwischen sicher, dass er ihre große Liebe ist und dass sich ihre Prophezeiung auf ihn bezieht. Man leidet mit ihr mit, weil man sich ja eigentlich wünscht, dass sie die Gefühle ausleben kann.

Der Schreibstil von Maggie Stiefvater ist sehr eindringlich und intensiv und hat bei mir die Lust geweckt, mal ein Buch von ihr in Englisch zu lesen, um die Vielfalt der Sprache im Original zu erfassen. Man wird förmlich in diese magische düstere Welt hineingezogen. Die einzelnen Charaktere sind so unglaublich gut gezeichnet und gerade durch den Wechsel der Erzählerperspektive und die herrlich bildhafte Sprache, baut man eine große Nähe zu nahezu allen Figuren der Geschichte auf.

Überhaupt lebt ähnlich wie die komplette Reihe auch dieser Band von den einzelnen Figuren. Die Raven Boys sind sehr verschieden, aber jeder für ist ziemlich strange. Sie alle sind mir so sehr ans Herz gewachsen, gerade weil sie so anders sind. Jeder einzelne von ihnen ist wirklich speziell und obwohl sie sehr verschieden sind, ergänzen sie sich sehr gut. Am Ende des Buches folgt ein Epilog, der einen Ausblick auf den letzten Band gibt. Leider müssen wir noch mindestens bis Ende April warten, dann ist er zumindest in Englisch verfügbar.

Fazit

„Was die Spiegel wissen“ ist keine Lektüre schnell für zwischendurch sondern ein Buch zum Genießen. Auch wenn ein paar Stellen für meinen Geschmack etwas zu lang gezogen sind, besticht es durch den Schreibstil, die sehr speziellen Charaktere und die mystisch-düstere Stimmung die durch zahlreiche Wortwitze aufgelockert wird. Das alles umrahmt eine Geschichte, die man so nun wirklich noch nicht gelesen hat. Auf einer Skala von 0-5 wobei 5 Lieblingsbuchcharakter bedeutet, würde ich es mit einer 4 bewerten.

Infos

Seiten: 448
Bewertung: 4/5
Leseprobe: http://www.maggiestiefvater.de/