Mancuso, Stefano, Viola, Alessandro: „Die Intelligenz der Pflanzen.“

mancuso violaDas Buch besteht aus fünf Kapiteln. Am Anfang wird die allgemeine Meinung, die Pflanzen seien den Menschen untergeordnet und wir Menschen seien die Herrscher der Welt, kritisch hinterfragt.
Es wird anhand von Beispielen aus der heutigen Zeit und der Historie ausführlich verdeutlicht, dass der Mensch sich selbst stark über-, und die Pflanzen unterschätzt.

Nun wird näher auf die unterschiedlichen Sinne und Fähigkeiten der Pflanzen eingegangen. Es wird dem Leser ein Einblick in eine ganz neue, andere Welt, die Welt der Pflanzen, gegeben, es werden die besonderen Sinne und besonders auch die Kommunikations- und Reaktionsfähigkeit der Flora erläutert. Dabei wird verdeutlicht, dass die scheinbar statischen, langweiligen Wesen unter unseren Füßen sehr viel mehr sind als nur Nahrung und Dekoration.

Die neue Welt, in die der Leser Einblick erhält, führt dem Leser vor Augen, dass dieses bisher allgemeingültig anerkannte Bild völlig falsch ist. Ganz im Gegenteil: Die Pflanzen leben in einer hochkomplexen Sinneswelt, sie können ebenso wie wir kommunizieren.

Rezension

Zugegebenermaßen: Als botanisch interessierte Person ging ich natürlich mit einem ganz anderen Vorwissen an dieses Buch als ein Laie auf dem Gebiet der Botanik. Von daher bestand bei mir schon ein gewisses Grundinteresse.

Und ich muss sagen: Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Manchmal klingen all die Neuigkeiten, die man im Buch über Pflanzen erfährt, so unglaublich, dass Science-Fiction-Romane dagegen langweilig und gewöhnlich erscheinen. Der große Unterschied zu denen ist aber, dass alle Informationen in dem Buch wahr sind und wissenschaftlich untermauert wurden. Gerade das macht auch die Spannung und den Reiz dieser Lektüre aus.
Wo ich vorher die Pflanzen eher als Objekte ansah, die zwar interessant aber nicht wirklich aufregend fand, wandelte sich dieses Verständnis, während ich das Buch durchlas.

Allmählich begann ich, die Pflanzen als ja fast schon gleichberechtigte Wesen anzusehen. Manchmal war es aber auch schon etwas unheimlich, was alles in unserer Umwelt passiert, von dem wir nichts ahnen. So hätte ich nie gedacht, dass meine Zimmerpflanzen in einer komplexeren Welt als wir leben. Wir Menschen stehen mit unseren fünf Sinnen im Vergleich zu den Pflanzen, die über 20 (!) Sinne verfügen, doch recht arm da. Ein Spaziergang in die Natur wurde aber so nicht mehr zu einem erholenden Ausflug, sondern zu einer doch etwas angespannten Angelegenheit.

Aus meiner Sicht ist dieses Buch ein sehr lesenswerter Ratgeber. Es lehrt uns nämlich eines: Demut vor der Natur. In der heutigen Gesellschaft, in der wir Menschen langsam aber sicher unsere eigenen Lebensgrundlagen vernichten, ist gerade das etwas, das aus meiner Sicht unbedingt benötigt wird. Auch der Schreibstil, der von anderen Rezensenten dieses Buches oft kritisiert wurde, gefiel mir. Sicher, Mancuso und Viola schreiben nicht in wissenschaftlicher Sprache – doch die Adressaten des Buches sind keine Fachleute, sondern die breite Allgemeinheit – Menschen wie du und ich. Dadurch, dass es vergleichsweise populärwissenschaftlich geschrieben ist, erreicht es doch den Leser deutlich besser und weckt viel mehr Faszination als eine hochtrabend geschriebene wissenschaftliche Abhandlung.

Fazit: (Grünen) Daumen hoch

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